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Zwischen Liebe und Provokation

18.12.2012 | 18:33 Uhr
Zwischen Liebe und Provokation
Friederike Tiefenbacher und Axel HolstFoto: Edi Szekely

Dortmund.  Ein Beziehungsdrama, das durch die Verfilmung mit Elisabeth Taylor und Richard Burton 1966 weltweit bekannt wurde: „Who’s Afraid of Virginia Woolf?“. Zu sehen im Januar im Schauspiel.

Ein Stück mit starkem Realitätsbezug. Ein Stück, das mit Gefühl und Illusion gerade so zu spielen scheint. Denn Illusionen, weiß Liesbeth Coltof, Regisseurin des Stücks „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“, gehören zum Leben dazu. Ohne sie könnte das Individuum nicht leben. Auch Machtverhältnisse spielen eine Rolle bei der Inszenierung im Schauspiel.

Ein virtuos gezeichnetes Beziehungsdrama, das durch die Mike Nichols-Verfilmung mit Elisabeth Taylor und Richard Burton 1966 weltweit bekannt wurde: „Who’s Afraid of Virginia Woolf?“ von Edward Albee. Hierzu gebe es im Stück viele Verweise. Doch wollte Coltof das Stück neu erfinden.

In Coltofs Fassung sind George (Axel Holst) und Martha (Friederike Tiefenbacher) seit vielen Jahren strahlender Mittelpunkt der Gesellschaft. Martha lädt spontan die beiden attraktivsten Neuzugänge des Campus auf eine Party ein: Den jungen Biologieprofessor Nick (Björn Gabriel) und seine Frau Honey (Julia Schubert). Sie sind Martha höchst willkommen.

Drama mit vier Helden

Martha und George sind austrainierte Veteranen in einem lustvollen Kampf gegeneinander. Ihre Waffen: Demütigung, Sarkasmus, Provokation, vernichtender Witz, intellektuelle Bösartigkeit – und die Emotionen einer großen Liebe. Oder deren Reste? In jedem Fall ist das Temperament der beiden ansteckend: Bald bröckelt auch die scheinbar perfekte Ehefassade von Nick und Honey, und zwar nicht erst, als Martha Nick ins Schlafzimmer entführt. Ihren Lauf nimmt eine nächtliche Schlacht der bittersüßen Siege und vernichtenden Niederlagen. Es gibt einen Todesfall und vier Helden.

„Im Stück kämpfen die Menschen mit Hoffnung. Sie wollen nicht mit falschen Illusionen leben“, erklärt Coltof. Auch die Einsamkeit spiele eine große Rolle. Jeder Mensch sei irgendwo einsam, doch möchte auch jeder Mensch aus dieser Einsamkeit entfliehen. Das ist auch durch Liebe möglich, weiß Coltof. Das Stück sei von jedem Schauspieler leidenschaftlich „hart gespielt“. An manchen Stellen tue es weh.

Das Publikum sei Teil des Geschehens, müsse aber nicht „mitmachen“. So gebe es eine Wohnzimmeratmosphäre. Durch die unmittelbare Nähe des Publikums zu den Schauspielern sei dies in der Lage, sich in Stück und Schauspieler hineinzuversetzen. Die Premiere ist am Freitag und bereits ausverkauft.

Lena Lahne

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2012-12-18 18:33
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