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Bethanien und Lütgendortmund

Zwei Krankenhäuser kurz vorm Verkauf

20.10.2011 | 06:15 Uhr
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Dortmund. Die beiden evangelischen Krankenhäuser Lütgendortmund und Bethanien in Hörde stehen kurz vor der Übernahme. Das bestätigt auf Anfrage Geschäftsführer Ubbo de Boer. Es gibt zwei potenzielle Bieter. In der kommenden Woche sollen die Würfel fallen.

Für kleinere Krankenhäuser werde es immer schwerer, am Markt zu bestehen, begründet der Geschäftsführer den Schritt, der seit dem Frühjahr eingefädelt werde. Dabei sei der Krankenhausträger, die evangelische Kirche, ganz offensiv und transparent vorgegangen. „In dem gesamten Beratungsprozess waren die Mitarbeitervertretungen sowie die Ärzteschaft in Form einer Lenkungsgruppe eingebunden“, so de Boer.

Unter anderem habe es kürzlich zwei Belegschaftsversammlungen gegeben, bei denen den Mitarbeitern vorgetragen wurde, dass die Häuser verkauft werden sollen. „Die Mitarbeiter haben das erstaunlich positiv aufgenommen“, berichtet de Boer. Eine Erklärung sei, dass es um die Standortsicherung der beiden Häuser in Hörde und Lütgendortmund geht. Erhalt der Standorte und Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen seien Bestandteile der Verhandlungen. Ob er als Geschäftsführer erhalten bleibe, konnte Ubbo de Boer gestern noch nicht sagen. Er wünsche sich das natürlich.

Gut 300 Beschäftigte zählt das Bethanien, 500 das Haus in Lütgendortmund. Drei Abteilungen bietet das eine, fünf Stationen das andere Krankenhaus. Ein Alleinstellungsmerkmal hat keiner der Standorte; die Psychiatrie erfreut sich eines guten Rufes.

Geschäftsführer beschreibt am Beispiel des neu eingerichteten Herzkatheter-Messplatzes in Hörde, mit welchen Schwierigkeiten die kleinen Kliniken zu kämpfen hätten. Die 600 000 Euro teure Anschaffung sei medizinisch notwendig gewesen, weil es für das alte Gerät keine Zulassung mehr gegeben hätte. Das Bethanien habe dann ein sehr gutes Kombigerät gekauft, das Patienten die Fahrt zum Klinikum oder ins Joho erspare.

Problem für Hörde: Die Krankenkassen zahlen die Untersuchungen nicht, weil Hörde für derartige Untersuchungen keinen Versorgungsauftrag habe. Jetzt müsse sich eine Schiedsstelle mit der Vergütung befassen. Für ein kleines Krankenhaus ergäben sich durch solche Probleme schnell wirtschaftliche Schieflagen, die nur schwer zu verkraften seien, argumentiert de Boer.

Weitere Vorteile einer großen Lösung sei das gemeinsame Beschaffungs- und Personalmanagement. Unter dem Ärztemangel litten gerade die kleinen Häuser ganz besonders. Was er nicht ausdrücklich sagt: damit verbunden kann eine Abwärtsspirale der medizinischen Leistung sein.

Nach WR-Informationen sollen bei der evangelischen Lösung der evangelische Klinik-Verbund Valeo in Hamm und die evangelischen Krankenhäuser Herne, Castrop, Witten als aussichtsreiche Kandidaten im Gespräch sein. Eine Bestätigung hierfür wollte der Vorsitzende der Trägergesellschaft, Ernst Friedrich Backhaus, aber unter Hinweis auf strenge Vertraulichkeit der Verhandlungen nicht geben. Er erwartet aber bereits für die nächste Woche eine Entscheidung der Lenkungsgruppe. Das Genehmigungsverfahren der Übernahme werde sich dann aber auf jeden Fall noch bis zum Jahresende hinziehen.

FAKTEN:

Die ev. Krankenhäuser Lütgendortmund und Bethanien behandeln rund 11 000 Patienten im Jahr stationär, zuzüglich 1000 in der Psychiatrie.. Die Trägergesellschaft schrieb im letzten Jahr rote Zahlen.

Besonders das Krankenhaus in Lütgendortmund hat nach Umstrukturierungen und starken Einbrüchen zwischen 2003 und 2006 - die Belegungen gingen fast um ein Viertel zurück - mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen.

Den Weg zu größeren Verbünden hat im letzten Jahr das Knappschaftskrankenhaus in Dortmund gesucht. Seitdem fusionierten die Brackeler mit der Klinik in Brambauer zum „Klinikum Westfalen“. Dieser Verbund soll weiter wachsen.

Auch das Hüttenhospital in Hörde steht zum Verkauf (wir berichteten.)

 

Gerald Nill

Kommentare
21.10.2011
12:19
Zwei Krankenhäuser kurz vorm Verkauf
von Karl60 | #2

Man müsste doch mal genauer hinsehen - 1. Herr de Boer ist Pfarrer, hat vom Krankenhauswesen null Ahnung 2. Warum bekommen die Mitarbeiter in diesem Jahr kein Weihnachtsgeld? Lag das an Unregelmäßigkeiten eines (bereits entlassenen) Mitarbeiters, der verwandschaftliche Beziehungen zum ehemaligen GF hatte? 3. Was hat die MAV eigentlich zu sagen, welche Rechte hat sie bei dem geplanten Verkauf?

Das ganze stinkt zum Himmel!!!

20.10.2011
10:43
Zwei Krankenhäuser kurz vorm Verkauf
von Kalki | #1

grosse verbünde , grosse ranationalisierungen, grosse gewinne , nur wird das gesundheitswesen dadurch nicht günstiger ...oder .....

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