Zu viel Miete: Ex-Chef muss Krankenkasse Millionen zahlen

Gebäude der BIG am Dortmunder U.
Gebäude der BIG am Dortmunder U.
Foto: Archiv/Pollkläsener/Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Frank Neumann, einst Chef der Krankenkasse BIG-direkt, unterlag seinem ehemaligen Arbeitgeber vor Gericht. Neumann muss Schadensersatz in Millionenhöhe leisten.

Hamm/Dortmund.. Die Krankenkasse BIG-direkt hat im Millionenstreit mit ihrem Ex-Chef Frank Neumann einen Erfolg errungen. Das Oberlandesgericht Hamm entschied am Donnerstag, dass Neumann und seine Haftpflichtversicherung insgesamt rund 4,6 Millionen Euro Schadensersatz an die Krankenkasse zahlen müssen. Zinsen kommen außerdem obendrauf.

Stein des Anstoßes sind die schmucken Büroflächen der Kasse im Schatten des Dortmunder "U". Neumann hatte seinerzeit die Mietverträge unterzeichnet und der Krankenkasse damit jahrelange finanzielle Verpflichtungen aufgebürdet. Die Richter sind jedoch davon überzeugt, dass der Ex-Chef beim Abschluss der Verträge von viel zu optimistischen Mitglieder- und Mitarbeiterzahlen ausgegangen ist.

Bei einer korrekten Bedarfsanalyse hätte sich auch damals schon herausgestellt, dass derart großzügige Büroflächen überhaupt nicht benötigt wurden. Im Januar hatte der 27. Zivilsenat des OLG deshalb vorgeschlagen, den Streit mit einer Pauschalzahlung von vier Millionen Euro zu erledigen.

Beschwerde ist noch möglich

Nachdem eine Einigung zunächst zum Greifen nah schien, war der Vergleich dann aber doch noch geplatzt. Besonders bitter für Frank Neumann: Die Revision zum Bundesgerichtshof haben die Richter ausdrücklich nicht zugelassen. Der Ex-Krankenkassenchef und seine Versicherung können gegen diese Entscheidung allerdings noch Beschwerde einlegen.