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Zombie-Protest gegen Gema-Tarifreform in Dortmund

06.09.2012 | 11:32 Uhr
Zombie-Protest gegen Gema-Tarifreform in Dortmund
In Dortmund stehen Proteste gegen die geplante Gema-Tarifreform an.Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.   Frustrierte Musikfreunde gehen am Donnerstag bundesweit gegen die geplante Gema-Tarifreform auf die Straße. Auch in Dortmund sind Aktionen geplant. Die Protestierenden wollen Grabsteine vor dem Gema-Gebäude errichten - und am Abend für Zombie-Tanz bei gruseliger Beleuchtung sorgen.

Gegen die Tarifreform bei der Gema demonstrieren am Donnerstag bundesweit betroffene Gruppen von Veranstaltern, Künstlern, Clubs, Vereinen, und Verbänden. Auch in Dortmund ist von 14 bis 22 Uhr eine Aktion vor dem Gema-Gebäude am Südwall 17-19 geplant - mit Zombie-Tanz.

Das Bündnis kultur-retten.de hatte zu den Aktionen in ganz Deutschland aufgerufen. In Dortmund steht die Veranstaltung unter dem Motto "Gema Tot". Weil die Organisatoren ein Sterben der Clublandschaft durch die geplante Reform befürchten, wollen sie vor dem Gema-Gebäude einen kleinen Club-Friedhof errichten.

Schauriges Licht und CD-Galgen

Dabei sollen die Teilnehmer den Organisatoren ihre liebsten Clubs und Veranstaltungen nennen, deren Namen dann auf kleine Steine geschrieben werden. Außerdem sollen CDs, USB-Sticks und Platten "wie an einen Galgen" an die Bäume vor dem Gebäude gehängt werden.

GEMA Protest

Zu Einbruch der Dunkelheit ist geplant, das Gebäude in ein "schauriges Licht" zu baden, so dass auch die Autofahrer auf dem Wall die Aktion wahrnehmen. Zudem bitten die Veranstalter um Grablichtspenden. Gar nicht erwünscht sind dagegen Sachbeschädigungen am Gema-Gebäude oder in der Nähe. Man befürchtet, dass Vandalismus der Aktion schaden könnte.

Während der gesamten Veranstaltung sollen (natürlich gema-freie) Musik und Tanz die Veranstaltung abrunden. Passend dazu wünschen sich die Organisatoren auf ihrer Website einen ganz speziellen Kleidungsstil: "Holt die Zombieklamotten raus und macht mit uns Alarm!"

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Kommentare
07.09.2012
04:54
Zombie-Protest gegen Gema-Tarifreform in Dortmund
von Fynraziel | #3

...wie ich neulich woanders gelesen habe: Eine Gebühr für Musikinstrumente... mann KÖNNTE ja urheberrechtlich geschützte Musik damit wiedergeben...
Es ist ganz einfach eine Sauerei, wissen doch alle, dass nur ein kleiner Teil von den Abgaben bei den Urhebern landet. Es ist vielmehr so, dass sich die GEMA-Mitglieder (ähnlich den Bundestagsabgeordnetetn mit den Diäten) mit der Gebührenerhöhung ganz einfach eine Gehaltsaufbesserung spendeirt, weil dieser riesige Verwaltungsapparat ganz einfach nicht mehr zu finanzieren ist. Und das gilt es zu verhinder... übrigens, ich bin auch Covermusiker und sehe mein Hobby stark gefährdet.

06.09.2012
21:04
Zombie-Protest gegen Gema-Tarifreform in Dortmund
von xxyz | #2

Das tolle an den "Geschäften" der GEMA ist doch, dass man sich die potenzielle Nutzung bezahlten lässt. Das ist eigentlich ein absoluter Skandal.
- Festplatten könnten geschützten Content enthalten
- Drucker mit Scanner könnten geschützten Content enthalten
....

Ich könnte mir vorstellen, dass sich jeder Friseur auch freuen könnten, wenn er von allen Einwohnern kassieren kann, weil sie ja potenziell seine Leistung nutzen könnten.

06.09.2012
12:53
Was kaum erwähnt wird...
von Mort | #1

Ich spiele in einer Coverband und kann für uns in Anspruch nehmen, dass wir, auch wenn wir die Musik von anderen nachspielen, zum Kreis der Kulturschaffenden gehören (bei Sinfonieorchestern würde man es ja auch nicht anders sehen).

Und die Coverbands sind durch die GEMA nun stark bedroht. Dazu muss man vielleicht erläutern, dass die GEMA künftig ihre Gebühren anhand der theoretisch maximalen Besucherkapazität der Lokalität errechnen will. Das heißt: jeder Zuschauer weniger als diese theoretische Größe bedeutet kalkulatorisch höhere Abagben an die GEMA pro tatsächlich verkaufter Eintrittskarte. Das wird wieder höhere Kartenpreise nach sich ziehen, die wieder weniger Besucher bedeuten und schon dreht sich die Spirale...

Niemand von uns bezweifelt, dass Rechteinhaber, mit deren Werk Geld verdient wird, einen Anspruch an einem Anteil der Einnahmen haben.

Aber bitte von Einnahmen, die auch tatsächlich vorhanden sind und nicht von Einnahmen, die theoretisch erzielt werden könnten!

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