Zoll findet geschmuggelten Tabak in fast allen Shisha-Cafés

Immer mehr Shisha-Cafés eröffnen im Bezirk des Hauptzollamts Dortmund. Doch nur wenige Betreiber halten sich an die Steuergesetze.
Immer mehr Shisha-Cafés eröffnen im Bezirk des Hauptzollamts Dortmund. Doch nur wenige Betreiber halten sich an die Steuergesetze.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Mit geschmuggeltem Tabak umgehen viele Shisha-Cafés laut Zoll deutsches Recht. Nicht mal drei Prozent der Betriebe hielten sich ans Steuergesetz.

Dortmund.. Shisha-Cafés liegen im Trend, doch ihre Betreiber nehmen es mit den gesetzlichen Vorschriften nach Angaben des Zolls meistens nicht so genau. Allein in der ersten Jahreshälfte 2015 stellten die Beamten des Hauptzollamts Dortmund, das fürs östliche Ruhrgebiet, Sauerland und das Siegerland zuständig ist, 475,6 Kilogramm geschmuggelten, unversteuerten Wasserpfeifentabak sicher.

Von 94 auf 120 ist die Zahl der Shisha-Cafés seit Jahresanfang gestiegen - im selben Zeitraum wurden „bereits 72 Strafverfahren und 57 Bußgeldverfahren gegen die Betreiber der Cafés eingeleitet“, sagt Andrea Münch, Pressesprecherin des Hauptzollamts Dortmund. Nach fünf Jahren intensiver Kontrollen könne festgehalten werden, dass die Anzahl der Cafés, die sich an die Steuergesetze hält, unter drei Prozent liegt.

Schmuggelware Eigentlich beträgt die Steuer pro Kilogramm Wasserpfeifentabak etwa 35 Euro. Geschmuggelte Tabaksorten werden laut Zoll häufig portionsweise angeboten oder mit Glycerin und Zuckermelasse versetzt. Auch Nagellackentferner wurde bereits als Streckmittel und Befeuchter gefunden. In Deutschland ist ein Glycerinanteil von fünf Prozent erlaubt, die geschmuggelten Tabaksorten enthalten den Angaben zufolge 20 bis 40 Prozent.

Zoll- und Ordnungsamt arbeiten zusammen

Die Kontrollen der Shisha-Cafés erfolgen gemeinsam mit dem Ordnungsamt, das Verstöße gegen das Nichtraucherschutzgesetz ahndet. Da der unversteuerte Tabak laut Zoll inzwischen aber immer besser versteckt oder oft auch ausgelagert wird, um die Kontrollen ins Leere laufen zu lassen, erfordert die Kontrolle der Shisha-Cafés inzwischen mehr Ermittlungsarbeit. Um ein Café schließen zu können, ist ein langwieriges Verfahren der Stadtverwaltung erforderlich.