Zoll ermittelt gegen Dortmunder Gerüstbaufirma wegen fehlender Sozialabgaben

Gerüstbauer arbeiten am Weihnachtsbaum: Das Hauptzollamt Dortmund ermittelt gegen eine große Gerüstbaufirma. Foto: Peter Bandermann
Gerüstbauer arbeiten am Weihnachtsbaum: Das Hauptzollamt Dortmund ermittelt gegen eine große Gerüstbaufirma. Foto: Peter Bandermann
Foto: Peter Bandermann
Was wir bereits wissen
Das Hauptzollamt Dortmund ermittelt gegen ein großes Dortmunder Gerüstbau-Unternehmen. Die Firma soll Baustellen an Subunternehmen übertragen und die Preise so kalkuliert haben, dass keine Sozialabgaben überwiesen werden konnten.

Dortmund.. Das Dortmunder Hauptzollamt hat eine Gerüstbaufirma im Visier. Es sollen keine Sozialabgaben abgeführt worden sein. Der Schaden geht in die Millionen. Solche Fälle sind für den Zoll keine Seltenheit.

Laut Oberstaatsanwältin Dr. Barbara Vogelsang vollstreckten Ermittler am 24. März über 30 Durchsuchungsbeschlüsse in Büros und Privatwohnungen in Dortmund, anderen Ruhrgebietsstädten und in Mannheim. Persönlich betroffen waren 14 Mitarbeiter.

Fünf von ihnen stehen unter dem Verdacht, Beihilfe zum "Veruntreuen und Vorenthalten von Arbeitsentgelten" geleistet zu haben. Neun sollen hauptverantwortlich sein und die Taten begangen haben.

Schaden von 25 Millionen Euro

"Eine große Dortmunder Gerüstbaufirma beauftragte die Subunternehmen mit Arbeiten, wusste aber schon bei der Auftragsvergabe, dass die Subunternehmen mit diesen Preisen keine Sozialversicherungsabgaben zahlen konnten", sagt Dr. Barbara Vogelsang über das sehr aufwendige Verfahren. Der Zoll konnte den Tätern ab 2013 nachweisen, dass sie für einen Schaden von rund 25 Millionen Euro verantwortlich sind.

Die Ermittler müssen nun auch nachweisen, wer wem welche Aufträge erteilt und wer wann auf welchen Baustellen gearbeitet hat. Zoll und Staatsanwaltschaft konzentrieren sich auf Abrechnungs- und Auftragsunterlagen.

"Finanzkontrolle Schwarzarbeit"

Die aktuellen Ermittlungen reihen sich ein in eine lange Kette von Strafverfahren gegen Gerüstbau-Unternehmen. An den Ermittlungen federführend beteiligt war auch die "Finanzkontrolle Schwarzarbeit" (FKS) des Hauptzollamtes in Dortmund.

So hat Schwarzarbeit im vergangenen Jahr einen Schaden in Höhe von rund 38 Millionen Euro verursacht. Das haben Ermittlungen des Hauptzollamtes Dortmund ergeben. Von diesen Ermittlungen konnten 2014 rund 6530 Verfahren abgeschlossen werden.