Zoff im Nazi-Jargon unter SPD-Genossen in Dortmund

Die Scharnhorster SPD beim Neujahrsempfang. Klaus Kämper steht hier links neben dem Oberbürgermeister Ullrich Sierau.
Die Scharnhorster SPD beim Neujahrsempfang. Klaus Kämper steht hier links neben dem Oberbürgermeister Ullrich Sierau.
Foto: Oliver Schaper
Was wir bereits wissen
Wieder gibt es Ärger wegen Äußerungen eines Sozialdemokraten aus Dortmund. Klaus Kämper soll mit den Worten "Typen wie ihr müssen eliminiert werden" auf Genossen geschimpft haben.

Dortmund.. Erneut tagt das Schiedsgericht der SPD in Dortmund am 17. Februar, um über ein Parteiordnungsverfahren gegen den Genossen Heinrich Steinmeier aus Bövinghausen zu verhandeln. Der hatte einem Stadtmitarbeiter SS-Methoden vorgeworfen, weil dieser Steinmeiers bettlägeriger Mutter kein Sky-Abo genehmigen wollte. Und das war nicht das einzige Mal: Schon ist der nächste Fall von Nazi-Jargon aus SPD-Munde auf dem Weg zur Schiedskommission.

Dieses Mal ist es der Genosse Klaus Kämper, der in einer kontroversen Sitzung des SPD-Stadtbezirks Scharnhorst zwei Genossen entgegenschleuderte: "Typen wie ihr müssen eliminiert werden." Die Adressaten waren die Ortsvereinsvorsitzenden Willi Most (Lanstrop) und Klaus Ahrenhöfer (Hostedde-Grevel). Von Bezirksbürgermeister Heinz Pasterny zur Ordnung gerufen, soll Kämper, Beisitzer im Stadtbezirk, diese Äußerung wiederholt haben.

Schiedskommission angerufen

"Mich erdrückt das. Wir können so etwas als Sozialdemokraten nicht dulden", erklärte Willi Most (68). Man habe die Schiedskommission angerufen. Das ist zwar bei der Parteispitze noch nicht angekommen, doch für Nadja Lüders, Vorsitzende der Dortmunder SPD, sind "diese Zustände unterirdisch. Das ist bitter".

Klaus Kämper sagt, er sei zuvor von "Leuten aus dem Ortsverein Scharnhorst" aufs Übelste beschimpft worden. Er spricht von einem "Fauxpas". Er habe zwar "eliminieren" gesagt, aber "isolieren" gemeint: "Mir ist das falsche Wort rausgerutscht." Er habe sich später entschuldigt. "Ich dachte, dass das damit erledigt ist. Ich lasse mich nicht als Nazi beschimpfen."

Zoff auf Homepage des SPD-Ortsvereins

Auf der Homepage seines SPD-Ortsvereins geht der Zoff weiter. Dort schreibt Kämper, Most sei als Querulant bekannt und "möchte anscheinend die Alleinherrschaft über Dortmund für sich beanspruchen. Leider gibt es immer noch Menschen, die sich von diesem wirren alten Mann noch blenden lassen."

Auf die Frage, ob er so etwas für angemessen halte, sagte Kämper, "Nein. Ich werde es wieder löschen." Donnerstag musste er bei Nadja Lüders antreten. Der Auslöser für den Eklat: Most und Ahrenhöfer lehnen eine Satzungsänderung ab, die dem Stadtbezirk ein Vetorecht einräumt, wenn die Ortsvereine über die Vergabe von Rats- und Bezirksvertretungsmandaten entscheiden.