Extrem-Piercing
Ziernarben, Intimschmuck und gespaltene Zungen
11.09.2009 | 16:35 Uhr 2009-09-11T04:35+0200Dortmund. Ziernarben, gespaltene Zungen, Magneten unter der Haut - die Fans von "Bodymodifications" greifen zu immer extremeren Mitteln. Aber Experten warnen: Aus medizinischer Sicht sind solche Veränderungen des Körpers nicht zu verantworten.
Präzise setzt Andrea Venhaus die Schere an, und schnapp - mit zwei Schnitten ist es auch schon gesehen. Die 42-Jährige hat gerade eine Zunge in zwei Hälften gespalten. Dies macht Venhaus zehn bis 15 Mal im Jahr - sie ist Besitzerin des Dortmunder Piercingstudios „Deep Metal”. Neben dem Versehen des Körpers mit Metall kann man dort auch viele verschiedene „Bodymodifications”, also Körperanpassungen, durchführen lassen.
„Die Wünsche werden exzentrischer.”
Venhaus beobachtet einen Anstieg an Kunden, die anstatt „üblicher” Piercings Eingriffe wie das Zungespalten wünschen. „Da ist schon eine Evolution. Einige gehen mit ihren Änderungen noch weiter als früher”, so Venhaus. „Die Wünsche werden exzentrischer”, bestätigt Brigitte Steimann, die das Piercing- und Tattoo-Studio „Wildthing” leitet. Wer schon einige Tattoos habe, würde meistens zu größeren Motiven an präsenteren Stellen greifen.
Beim Zungespalten in Venhaus' Studio wird die Zunge vorher mit Eisspray gekühlt. „Das Ganze geht nur eine Sekunde, und nachher hört man keinen großen Unterschied beim Sprechen”, betont Venhaus. Sie bietet auch das Brennen von Ziernarben und das Implantieren von Kugeln oder Hörnern unter die Haut an. Die Implantate bestehen meist aus Silikon und werden häufig an der Stirn oder im männlichen Intimbereich eingesetzt.
„Manche wollen etwas Dauerhaftes”
„Manche Kunden wollen eben etwas Dauerhaftes”, sagt Venhaus, die eine medizinische Ausbildung in der Altenkrankenpflege absolviert hat. Während Implantate und Narben noch recht exotisch und umstritten sind, scheinen Tattoos massentauglich geworden zu sein. Tätowiererin Steimann lehnt aber ab, wenn sie Wünsche für zu extrem hält. „Wenn ein 19-Jähriger eine Spinne auf dem Nacken haben will, mache ich das nicht. Der weiß ja nicht, was er noch werden will.” Venhaus setzt Piercings nur, wenn der Kunde sich sicher ist. „Wenn jemand sich ein Intimpiercing machen lässt, nur weil die Freundin das will, läuft was falsch.”
Hautarzt Dirk Eichelberg sieht aber generell eine zu große Gefahr durch Piercings. „Die Infektionsgefahr ist sehr hoch. Viele wissen gar nicht, wie sehr das die Haut schädigen kann. Und die Gefahr hat man bei jedem Stechen.” Beim Tätowieren sei auch das Risiko einer Hepatitis-Infektion zu bedenken.
„Bodymodifications sind kaum zu verantworten”
Die meisten Bodymodifications lehnt Eichelberg strikt ab. „Ziernarben, gespaltene Zungen oder gekürzte Ohrläppchen sind kaum zu verantworten. Hier sollte ein ästhetisches Wunschdenken hinter den großen medizinischen Risiken zurückstehen.” Bei Brandnarben kann es zu Wulstbildungen kommen, die auch die Durchblutung stören können. „Beim Zungespalten wird oft argumentiert, dass das schon Urvölker gemacht haben. Verschwiegen wird, wie sehr das Nerven schädigen kann.” Da vieles nicht mehr rückgängig gemacht werden könne, seien die Eingriffe „eine Modeerscheinung, die in 20 Jahren viele bereuen werden.”
„Hier ist alles hygienisch und überlegt”
Studioleiterin Venhaus sieht das anders. „Hier ist alles sehr hygienisch und überlegt, da lege ich großen Wert drauf”. Sie könne es verstehen, wenn einige Modifications abgelehnt würden. „Das ist eben nichts für jeden. Aber ein Marathonlauf kann oft ungesünder sein als eine Ziernarbe, und da sagt keiner was.” Sie sieht bereits den neuesten Trend voraus: Kleine Chips, die unter die Haut implantiert werden. „Menschen können dort zum Beispiel einen Code als Autoschlüssel speichern.” Venhaus will sich in ein paar Monaten im Selbstversuch einen reiskorngroßen Chip in die Hand implantieren. Für sie eine weitere „einschneidende” Erfahrung.
18:32
diesen Rolf Buchholz vom Bild kann man öfters durch Dortmund latschen sehen. Mann, sieht der sche*ße aus...
12:04
Warum zahle ich eigentlich für die fetten Menschen die Diabetes haben Krankenversicherung?
Die haben sich ja schließlich selbst fett gefressen.
Oder, wie wunderbar hier der Begriff Assozial verwendet wird.
Hatten wir sowas nicht in der DDR?
Fasst euch bitte, bitte mal an die eigene Nase.
Ich habe sehr viele gepiercte, tätowierte Arbeitskollegen.
Man sieht es nicht, während der Arbeitszeit.
Warum auch nicht?
JEDER darf in seiner Freizeit tun, was er will, solange er damit keine zweiten schädigt.
Er muss es ja nicht auf der Arbeit machen.
Ich kenne den Herrn oben mit den vielen Piercings.
Er ist ein netter, höflicher und aufgeschloßener Mensch.
Dass unterscheidet ihn scheinbar von gefühlten 50% der Kommentatoren.
Erstmal dagegen, nicht wahr?
*Kopfschüttel*
Es ist traurig, wie dieses Land vor die Hunde geht und immer mehr verkommt.
Auch dieses niederschauen auf Hartz IVer.
Sind ja Deutsche zweiter Klasse nicht war?
Faules Dreckspack dass nicht arbeiten will.
Es kotzt mich an, wie unsere Bevölkerung heutzutage denkt.
08:20
Abgesehen von dem Fehler in dem Artikel, dass dort Eisspray benutz wird, finde ich den Artikels sehr gelungen.
Nur was ich zu den kommentarten hier sagen soll weiß ich nicht, ich hab schon lange nicht mehr so viel Intolleranz erlebt.
Ihr wärt überrascht in was für Berufen Menschen arbeiten die solch extreme Bodimodifakationen haben.
Wems nicht gefällt der muss es nicht machen, aber ein bisschen Tolleranz ist schon angebracht, ich hoffe irgendwann ist Deutschland so tollerant, dass es in mehr Berufen kein Problem mehr darstellt.
04:06
wie erbärmlich sied ihr eigentlich??wir werfen euch auch nich vor das ihr euren körper mit alkohol, nikotin , drogen und fettem essen kaputt macht / verstümmelt ...SOWAS kann ich nich verstehen....
da sollten sich mal viele an die eigene nase fassen ...
...unglaublich...
01:07
#38: damit hat es absolut nichts zu tun. Siehe Definiton http://de.wikipedia.org/wiki/Dysmorphophobie
23:11
dat nenn ich mal eine gelungende selbstzerstörung, abba über geschmack läßt sich ja nicht streiten. jetzt stell dir das mal später im altersheim und so überhaupt mal vor, äh da kommse vor lauter lachen nicht mehr zum arbeiten.
21:24
#34
Tattoo, Piercing, Branding, Scarification, Beeding uns andere Bodymods haben mein Leben bereichert und es erst lebenswert gemacht. Warum sollte ich darauf verzichten?
Es geht ja nicht um die Frage ob ein Mensch darauf verzichten soll - zum Glück darf jeder mit seinem Körper anstellen was er will - es geht um das Verständnis - oder besser - das Verstehen.
Dass diese Modifikationen Ihr Leben erst lebenswert gemacht haben, erschließt sich mit großer Wahrscheinlichkeit nur einem sehr, sehr kleinen Personenkreis. Für mich - das ist absolut ohne Wertung - ist diese Vorstellung bizzar und traurig. Letztlich läuft das doch auf eine Körperschemastörung hinaus, oder? Das war jetzt keine Feststellung, sondern tatsächlich eine Frage.
20:56
Herrlich wie einige darauf reagieren, das Menschen mit ihrem Körper machen was sie wollen / was ihnen gefällt. Unverschämtheit :D Soll doch bitte jeder so leben wie er es gerne möchte... da gibt es die
Frau, die drei Mal wöchentlich ins Sonnenstudio rennt um ihrer Haut die perfekte Lederoptik zu geben, die Haare blondiert und auftpoupiert und ihren Busen das dritte mal vergößern lässt, weil die Dinger einfach nie so sitzen wie sie sollen.
Oder der Mann der täglich in die Mucki - Bude läuft um schöner, perfekter und stärker zu sein als alle anderen in seiner Umgebung.
Tja und dann gibt es die Menschen die sich Farbe und Metall unter die Haut machen lassen.....
So ist jeder von uns anders und jeder hat das recht so zu sein wie er will.... egal wie sehr es der Norm entspricht oder nicht.
Zumal ich nicht finde, das in der heutigen Zeit überhaupt noch von einer Norm gesprochen werden kann. Fast jeder von uns (auch diejenigen unter uns die Schimpfen was das Zeug hält) macht, trägt oder lebt irgendetwas das andere als abnormal ansehen würden.
Jeder sollte in seinem eigenen Müll wühlen.....
18:38
Eigentlich ist es doch ganz einfach. Mir gefällt es und damit ist doch alles gesagt. Sollte jetzt die Frage kommen, warum es mir gefällt, dann würde ich antworten ->weil ich es schön finde und es meinem Geschmack entspricht.
Und da ja bekanntlich nicht über Geschmack zu streiten ist, ist doch alles weitere überflüssig.
17:49
#32
Hmmmm, das Sexualverhalten (mal abgesehen von drastischen SM-Praktiken) oder die nichtdeutsche Herkunft verstümmeln Menschen ja nun nicht. Oder?
Aber wenn Sie schon der Begriff dt. Norm verwenden, dann ist Ihnen evtl. auch bewusst, dass in der Werbung versucht wird, ein Konzept Normbrechend zu gestalten. Warum? Damit es auffällt. Die Forderung, bzw. der Wunsch, sich Normbrechend zu verhalten und dabei NICHT aufzufallen, ist doch irgendwie absurd, oder? Wenn ich mir Kugeln unter die Stirnhaut implantieren lasse, die Ohrläppchen abschneide/ausstanze, die Augen einfärbe, das Gesicht tätowiere, sieht das - selbst für den reflektierten Betrachter - so aus, dass der Modifizierte, die Modifikationen durchaus als Statement nach außen trägt. Ist es da nicht sehr viel verlangt, dass das jeder nachvollziehen kann/soll? Wir reden ja nicht vom Prince Albert, den sieht keiner außer die Liebste oder der Liebste.
Übrigens, fragen Sie doch mal einen M?ori, was er davon hält, dass sich ein Nicht-Stammeszugehöriger Tribals ins Gesicht tätowieren lässt. Die müssten doch irgendwie total tolerant sein und so :-) Tatsächlich geht keine Beleidigung tiefer, als ein Gesichtstattoo. Für die Stämme (auch Samoa) ist die Tätowierung das einzige Zeichen der Identität. Ich lese so oft, dass sich Europäer auf diese Tradition berufen :-) Das dass lediglich doof und hochnotpeinlich ist, käme diesen Stadteingeborenen kaum in den Sinn. Aber bei dem (verständlichen) Wunsch nach Toleranz geht der Nichtdummdeutsche auch schon mal über solche Kleinigkeiten hinweg und macht sich zum Narren, ohne es zu merken. Ist aber nicht schlimm, denn der Dummdeutsche ist genauso doof und merkt nicht, dass der Nichtdummdeutsche ein Narr ist - er findet ihn einfach nur nicht schön :-) Ja, ja, so sind sie, die Deutschen.