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"Zeitung wird Renaissance erleben"

28.01.2010 | 08:51 Uhr

Dortmund. Es gibt Hoffnung für den Lokaljournalismus: Mit diesem Tenor, der dem aktuellen Abwärtstrend der Tageszeitung widerspricht, startete Mittwochabend im Dortmunder RWE-Tower das Forum Lokaljournalismus.

Es gibt Hoffnung für den Lokaljournalismus: Mit diesem Tenor, der dem aktuellen Abwärtstrend  der Tageszeitung widerspricht, startete gestern Abend im Dortmunder RWE-Tower das Forum Lokaljournalismus.

„Die Zeitung wird über kurz oder lang eine Renaissance erleben“, betonte Thomas Krüger. Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) merkte an, dass zwar viele Zeitungsverlage im Online-Journalismus den Anschluss verpasst hätten, deshalb lediglich versuchen könnten, aufzuholen. Die Tugenden des Journalisten forderten aber dennoch keine Rechtfertigung, so Krüger, denn letztendlich sei Zeitung präzise, beständig und vor allem glaubwürdig. „Das kommt bei den Lesern an.“  Er lud die zahlreich erschienenen Teilnehmer des Forums zur Diskussion ein und regte an, das Forum solle Denkanstöße liefern, „wie Lokaljournalisten zu hyperlokalen Helden werden.“

„Die Bevölkerung will wissen, was in ihrer Gemeinde passiert. Die wichtigste Informationsquelle ist und bleibt die Lokalzeitung“, schloss sich NRW-Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers seinem Vorredner an und forderte: „Der Lokaljournalismus braucht mehr Anerkennung.“ Er sprach sich vehement gegen eine Staatsfinanzierung von Tageszeitungen aus und appellierte für einen unabhängigen Journalismus.  „Was kann die Politik tun?“, fragte der Ministerpräsident und beantwortete seine Frage prompt: „Wir wollen Vielfalt und Qualität sichern.“ Zwar könne Politik keine neuen und erfolgsversprechenden Geschäftsmodelle schaffen, die die Talfahrt der Tageszeitung beenden können, Politik könne allerdings zur Lösung des Problems helfend zur Seite stehen. „Wir werden sehen, welche Ideen sich als lukrativ erweisen. Aber wir haben uns vorgenommen, den Erfindergeist der Medien zu unterstützen“, so Rüttgers.

Es sei Kreativität, die Hand in Hand mit Qualität, insbesondere in der Lokalberichterstattung, einher gehen müsse, erklärte im Anschluss Bodo Hombach, Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe. Lokaljournalisten „vereinfachen die Komplexität der modernen Welt“, so Hombach, und zwar mit Maßstäben, die der lokale Leser akzeptieren könne. „Der Lokalteil ist unersetzlich und nicht durch unkontrolliertes Getwitter autonomer Individuen zu kompensieren.“

Linda Fischer, Kerstin Wördehoff und Katja Gohsmann

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