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Zeitreise durch den Adlerturm

03.11.2012 | 07:00 Uhr
Zeitreise durch den Adlerturm
Im gelben Zimmerkönnen Gäste die große Fehde nachspielen. Der Hl. Reinoldus (links) und Bürgermeister Hermann Klepping begrüßen sie am Sonntag.Foto: Franz Luthe

Artur begrüßt von nun an die Besucher des Adlerturms. Der Turm hat sich verwandelt für eine Zeitreise ins Mittelalter: Am Sonntag eröffnet das neue Kindermuseum mit vier bunten Themenräumen. Auch die Besucher dürfen sich verwandeln.

Artur begrüßt von nun an die Besucher des Adlerturms. Der Turm hat sich verwandelt für eine Zeitreise ins Mittelalter: Am Sonntag eröffnet das neue Kindermuseum mit vier bunten Themenräumen. Auch die Besucher dürfen sich verwandeln, denn gleich am Eingang gibt es eine Garderobe, wo man – anders als sonst im Museum – nicht nur seine Jacken hinhängen, sondern Kleidung ausleihen kann.

Grobe gelb-schwarze Hemden hängen dort und ein zartes pfirsichfarbenes Seidenkleid mit passender Kopfbedeckung. „So sahen die Alltagskleider der wohlhabenden Stadtbürger von Dortmund im Mittelalter aus“, erklärt Dr. Georg Eggenstein. Er ist der Kurator der Ausstellung, also derjenige, der sich ausgedacht hat, was zu sehen sein muss, damit die Besucher wissen, wozu der Adlerturm gedient hat. Nun kann es los gehen zu den darüberliegenden Ebenen:

Blaue Ebene

Eines nachts im Jahr 1378: Agnes von der Vierbecke ist Dortmunder Bürgerin und begehrt Einlass am Stadttor. Als sie mit ihrem großen Wagen schon halb durch die Einfahrt gefahren ist, stoppt er. Der Wächter kann das Fallgitter nicht mehr schließen, genau das, was Agnes wollte. Denn die Frau hat sich mit dem Grafen von der Mark verbündet, damit der das reiche Dortmund überfallen kann. Doch der Anschlag scheitert. Denn das zweite Fallgitter am inneren Ende der Stadtmauer ist noch zu. Die Geschichte ist im Museum zu hören.

„In diesem Raum geht es um die Stadtbefestigung“, erklärt Museumspädagogin Daniela Brechensbauer. Besucher können sich angucken, wie ein Schloss funktioniert und zwei große Steinblöcke anheben mit einer Teufelskralle und einem Wolfzahn. „Mit Hilfe dieser Zangen wurden große Steine angehoben, um zum Beispiel den Adlerturm zu bauen“, erklärt Heiner Deutmann, der Leiter des Kindermuseums. Keine leichte Aufgabe – auch bei den nachgemachten Steinen im Museum.

Rote Ebene

Eine Etage höher begrüßt der Heilige Reinoldus die Besucher. Der Stadtpatron sieht aber nicht so sehr wie andere Kirchenheilige aus, sondern trägt einen Eisenhut und ein Kettenhemd unter dem Seidenwams. „Im Jahr 1377 wurde Dortmund mit Steinschleudern angegriffen. Die Legende besagt, dass der Heilige Reinoldus die Geschütze abgefangen hat“, berichtet Dr. Georg Eggenstein. „Die Bürger haben ihre Stadt selbst verteidigt.“

Wie schwer so eine Rüstung ist, kann man im roten Raum ausprobieren: Ein Kettenhemd hängt dort und mehrere Helme gibt es.

Gelbe Ebene

Hier erwartet die Besucher die Geschichte von der großen Fehde um Dortmund. „1200 Ritter haben die Stadt von Februar 1388 bis November 1389 belagert“, erklärt Heiner Deutmann. Ausstellungsgestalter Michael Wienand und sein Team haben lange überlegt, wie sie das am anschaulichsten Zeigen. Nun stehen sich die Ritter vom Erzbischof von Köln und die Dortmunder Bürger auf einem großen Spielbrett als Playmobilfiguren gegenüber. Auf ins Gefecht!

Graue Ebene

Diese Ebene ist im Untergeschoss des Turms zu finden. Sie zeigt, was bei den Ausgrabungen zwischen den echten alten Turmmauern gefunden wurde: Tongefäße, Metallscharniere einer Schreibtafel, die Kaufleute immer bei sich trugen – und einen Mann. Das Skelett des Mannes liegt in einem Sandbett. Ein Touchscreen-Monitor beantwortet Fragen zu seinem Alter oder der möglichen Todesursache.

Von Maike Rellecke



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