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Psychoterror

Zehnjährige Dortmunderin wegen Hamster aus Schule gemobbt

07.11.2011 | 10:59 Uhr
Zehnjährige Dortmunderin wegen Hamster aus Schule gemobbt
In Dortmund wurde eine Schülerin wegen eines Hamsters aus der Schule gemobbt.

Dortmund.   Eigentlich folgte die kleine Carina nur der Aufforderung ihrer Lehrerin, etwas mit in die Schule zu bringen, das ihr am Herzen liegt: ihren Hamster. Das empfand die Lehrerin als Tierquälerei und schmiss das Mädchen aus der Klasse. Was dann folgte, entwickelte sich zum handfesten Pädagogik-Skandal.

Hohe Wellen schlägt ein Skandal in Dortmund, der nur vordergründig als „Hamster-Affäre“ bezeichnet wird, in Wirklichkeit aber ein pädagogisches Versagen meint. Leidtragende der Geschichte ist die zehnjährige Carina, die inzwischen die Schule gewechselt hat.

Auslöser für den Vorgang, der auch die Bezirksregierung in Arnsberg beschäftigt, war die Bitte einer Lehrerin an der Johann-Gutenberg-Realschule im Ortsteil Wellinghofen am ersten Tag nach den Sommerferien, die Kinder sollten doch am nächsten Tag etwas mitbringen, was ihnen besonders am Herzen liegt.

Carina, neu in der Stadt und und neu an der Schule, fragte, ob sie auch ihren Goldhamster Attila mitbringen könne, wie sie es an der Grundschule auch schon getan habe. Die Antwort der Lehrerin „Das halte ich für keine gute Idee“ verstand das Kind nicht als Absage. Als die Zehnjährige am nächsten Tag das Tier in einem so genannten Race-Ball, einem handelsüblichen runden Laufball für Hamster mitbrachte, nahm das Verhängnis seinen Lauf.

Über 6,5 Kilometer zu Fuß

„Carina ist sofort von der Lehrerin als Tierquälerin beschimpft worden“, berichtet ihr Patenonkel Christian Dorawa. Die irritierte Nachfrage des Kindes, sie habe doch den Hamster tags zuvor angekündigt, habe die Lehrerin mit den Worten quittiert: „Du bist genauso verlogen wie dein Bruder.“

Die Zehnjährige sollte daraufhin ihre Sachen packen und den Unterricht verlassen. „Carina hatte noch kein Schokoticket und kannte nicht mal den Fußweg nach Hause“, erläutert Dorawa die prekäre Situation des Kindes, das eigentlich nach Schulschluss mit dem großen Bruder heimfahren sollte. Ein Weg, der über 6,5 Kilometer zu Fuß zunächst an verkehrsreichen Straßen, später durch einsamen, dichten Wald führt. Einmal versicherte sich das Mädchen bei einem Taxifahrer, dass es noch auf dem richtigen Kurs sei. „Absolut unverantwortlich“, kommentiert der Patenonkel den Rausschmiss der Lehrerin.

„Die Kleine war fertig“

Doch damit nicht genug. Am nächsten Tag wurde es erst richtig perfide. Die Mitschüler sollten Aufsätze über die vermeintliche Tierquälerei Carinas schreiben. Nach dem Wochenende musste die Zehnjährige sich neben die Lehrerin setzen und das Tribunal öffentlicher Denunzierung ertragen. Pädagogik wie im Mittelalter. Nein, nach diesen seelischen Grausamkeiten wollte das Kind nicht länger zu dieser Schule gehen. Inzwischen erhielt Carina an einer Realschule in einem anderen Stadtteil einen Platz.

„Die Kleine war fertig“, schüttelt der Patenonkel nur den Kopf. „Das war Psychoterror!“ Er half den polnischen Eltern beim Abfassen einer Dienstaufsichtsbeschwerde, die nach Arnsberg ging.

„Nachbereitung mit der Lehrkraft noch nicht erledigt“

Von dort erhielten die Eltern inzwischen nach acht Wochen auch Antwort. Eine Antwort, die sie alles andere als beruhigt. Die Schulaufsicht teilte in gestelzten Worten mit: „Ich bedaure, dass die so wichtige Kommunikation auf der Sachebene hier nicht vorbehaltlos möglich und somit die umfassende Aufarbeitung der Geschehnisse nicht störungsfrei war.“ Geradezu zornig macht alle Beteiligten die Frage der Behörde, „ob Sie Ihre Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Lehrerin aufrecht halten wollen oder ob sich diese zwischenzeitlich durch den Schulwechsel erledigt hat“.

Der Sprecher des RP, Christoph Söbbeler macht klar, dass - unabhängig von der Beschwerde der Angehörigen - die „Nachbereitung mit der Lehrkraft für uns noch nicht erledigt ist“. Schulleiter Heribert Müller, den die WR in den Ferien erreichte, hält die ganze Sache für „aufgebauscht“ und möchte auch unter Hinweis auf das schwebende Verfahren „nichts dazu sagen“.

Gerald Nill

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Kommentare
07.11.2011
20:27
@runningvalentino #28
von vaikl | #33

"für alle geistigen Blitzbirnen"

Wenn Sie sich weiter mit Ihren Beleidigungen gegen den Rest der Welt selbst aufgeilen wollen, bitte.

Allerdings ist Ihr Gerücht, die Lehrerin wäre noch nicht zu Wort gekommen, genauso falsch wie Ihre anderen Behauptungen. Lt. Radio91.2 war die BR heute in der Schule, hat die Lehrerin angehört und prüft bei gleichzeitiger Beibehaltung der Schilderungen des Patenonkels Disziplinarmaßnahmen gegen die Lehrerin. Übrigens hätte Ihnen beim Studium der anderen Lokalmedien auffalen müssen, dass diese Schilderungen bislang seitens Schulaufsicht und Schulleitung unbestritten blieben. Ein "aufgebauscht" seitens des Schulleiters ist kein Abstreiten.

07.11.2011
20:01
Drehen eigentlich jetzt alle durch?!?!?!?
von Funakoshi | #32

Und wissta, wat mein Oppa, der Erwin Kasulske, aus Essen-Borbeck, imma zu sowat sachte? "Weisse Junge, die ham doch alle die Ei..... bes.........en!" Und wissta wat? Der Oppa hatte noch imma recht damit gehabt:-):-):-)!!!

07.11.2011
19:29
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von vaikl | #31

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

07.11.2011
19:09
Blockierter Kommentar.
von FUBAR | #30

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

07.11.2011
18:54
Tierquälerei
von Annonymus26 | #29

Den Elten des Mädchens sollte man gepflegt in den Allerwertesten treten.
Wenn man einem kleinen Kind ein haustier zur Pflege gibt, sollte man auch wissen welche Bedürfnisse solch ein Tier hat.
Ein dämmerungsaktives Tier, welches ausserdem sehr scheu ist und nur mit Mühe Handzahm zu bekommen ist und auch nur seinem Besitzer eventuell vertraut in eine von lärmenden Kindern besuchte Schule mitnehmen zu lassen ist schon eine Frechheit und Tierquärei.
Dass man einen Jogginball für den Hamster gekauft hat, ist ebenfalls eine Tierquälerei. Dass man noch nicht einmal eine Transportbox hat um auch mal zum Tierarzt zu fahren ..Kein Kommentar.
Dass die Lehrerin etwas ünertrieben reagiert hat naja, es hätte gereicht den kleinen in eine Metrokiste zu setzen ein wenig Kloparier ( so eine halbe Rolle abgeruftes Toilettenpapier ) als Nistmaterial und schon hätte der sich wohl gefühlt.
Wahrscheinlich benutzt das Mädchen noch "essbare" Hamsterwatte, die nichts anderes darstellt als wiederverwertete Fasern aus kleidung, wobei der größte Anteil aus nicht essbaren Kunststofffäden besteht.
So wird aus dem Hamster noch nicht einmal ein erwachsener Hamster.
Die sind meißt erst nach 9-10 Monaten ganz ausgewachsen.


07.11.2011
18:52
Noch einmal ...
von runningvalentino | #28

für alle geistigen Blitzbirnen zum Mitschreiben:

WENN die Lehrerin tatsächlich so gehandelt hat, ist ihr Verhalten selbstverständlich zu beanstanden. Aber, wie jeder andere Bürger in der BRD muss sie zunächst zu den Vorwürfen gehört werden. Da dies bislang (offensichtlich) noch nicht geschehen ist, verbieten sich imho Spekulationen und Vorverurteilungen.

By the way, kein beamteter Lehrer kann wegen einer "solchen " Sache ein Berufsverbot erhalten... Mann, Mann, Mann...

Ich persönlich vermute allerdings, dass da noch ganz andere Dinge im Verborgenen liegen und dass die Sache durch die "Affäre Hamster" lediglich aus dem Ruder gelaufen ist.



07.11.2011
18:21
Keine Joggingbälle/Raceballs für lebende Tiere!
von Archimeda1 | #27

Die Lehrerin hat richtig gehandelt. Das ist Tierquälerei und das darf nicht sein.
Das Tier musste wieder nachhause, weil es sonst grausam gestorben wäre.
Die Kinder mussten einen Aufsatz schreiben, damit der nächste nicht einen Fisch im Mixer - ohne mixen, oder vielleicht doch (?) - mitbringt.
Wieweit ist es gekommen, dass ein Mensch mehr wert sein will, wie ein Tier ?

Ich bin wütend !

Ich hole ständig Tiere von den sogenannten Tierliebhabern, gerade Nager - Hamster und Hasen.
Sie werden in kleinen, verkitschten Käfigen und viel zu kleinen Laufrädern gehalten.
Zum Spaß der Menschen werden sie in Bälle gepfropft, wo sie aus Panik laufen
und bald sterben, weil sie ein schwaches Herz haben;
gerade diese Überzucht des Fast-Teddy-Hamsters der unverantwortlichen MiniPerson, egal aus welchem Land sie kommt.

Man sollte die Göre, samt Eltern in ein Laufrad stecken und durch die Gegend kullern.
Mal sehen, wann ihnen übel durch Herzrasen wird;
mal sehen,
ob sie in dieser Situation noch über Tiere stehen !

3 Antworten
Mag ja sein...
von damilo | #27-1

... das es nicht korrekt war, dieses Tier unter solchen Umständen in die Schule mitzubringen. Aber eine Denunzierung hat keinen Pädagogischen Wert. Das Mädchen hat daraus nur gelernt, wie grausam Lehrer und Mitschüler gegenüber einem sein können.

...sehr treffender Kommentar...
von bruder_tack | #27-2

Es mag gut sein, dass die Reaktion der Lehrerin von dem Mädchen als sehr heftig eingestuft wurde und es sie auch nicht wirklich verstanden hat. Das Kind weiss aber auch sicher nicht, was es dem Hamster mit all dem antut. Woher sollte es auch, wenn es ihm von den Eltern nicht vermittelt werden ? Es bleibt ein Fakt, dass die Achtung vor Tieren nicht gerade hoch im Kurs steht. Spinnen werden zertreten, weil sie als "hässlich" empfunden werden, Wespen gelten als aggressiv, wenn sie im Herbst Nahrung suchen - kurz bevor sie sterben. Und Hamster sind längst keine Lebewesen mehr, sondern sich bewegende Stofftiere.
Allerdings würde ich mir wünschen, dass eine Lehrerin, die den Kindern vermitteln will, was den Tieren eigentlich angetan wird, etwas geschickter vor geht, denn sie will doch erreichen, dass die Kinder darüber nachdenken und sich keine Hamster, Wellensittiche usw. mehr wünschen, oder ? Das Mädchen hart anzugehen und auch noch vor der Klasse bloss zu stellen löst genau die Reaktion aus, die jetzt passiert ist. Auch wen ich finde, dass die Eltern falsch reagiert haben, die Lehrerin aber leider auch. Schade, sie hat die Chance nicht genutzt und das ist dann schien ein Thema für die Schulaufsicht.

Wut entschuldigt keine Beleidigung
von Enterhaken | #27-3

Bei Menschen wie "Archimeda1", welche(r) das Mädchen als Göre und die Lehrerin als vermeintliche Tierschützerin darstellt sollte man 100 Sozialstunden aufbrummen und dann mal dorthin schicken, wo gemobbte Kinder versuchen wieder klar zu kommen.
Alternativ kann sich "Archimeda1" bei der nächsten Froschsaison gerne mit auf die Landstraße legen und auf Mitgefühl von Mitmenschen oder auf ein paar beherzte LKW-Reifen hoffen.

07.11.2011
18:15
Gut-Menschen Diktatur
von MartinFaust | #26

Man stelle sich nur vor, dass der Hamster nicht "Atilla" sondern zB auf "Adolf" genannt würde. Ein Fall für den Staatsschutz und das Jugendamt und die mediale Präsenz auf den Titelseiten - oder?

Und - wer so mit Kindern umgeht, hat wahrscheinlich mit dem Lehramt den falschen Beruf ergriffen!

07.11.2011
17:57
Typische Reaktion der Bezirksregierung
von ulliessen | #25

Dieser krasse Fall mag - so hoffe ich - eine Ausnahme sein, die Reaktion der Bezirksregierung auf die DA-Beschwerde ist leider als typisch zu bezeichnen. So läuft es leider immer. Das hat mit Schulaufsicht nichts zu tun, das ist eher Standesdünkel.

07.11.2011
17:37
Hallo?
von DerHowianer | #24

zunächstmal- sie sollte mitbringen was ihr am herzen liegt, ich denke mal das sie ihren Hamster nicht quälen will und es nicht besser wusste ihn zu transportieren. Das verhalten dieser Diktatorin ( Lehrer und erst recht pädagoge ist da eine falsche Bezeichnung) sollte man fachgerecht belohnen, am besten mit einen Deutschlandweiten Berufsverbot!!! Solche Köpfe sind an unseren Schulen falsch. Das Mädchen hat nun psychisch dran zu leiden. Und es hätte noch schlimmer kommen können, bei dem Schulweg hätte sie locker überfahren oder entführt werden können. Als sogenannte Lehrkraft sollte man sowas mit einbeziehen und abwägen bevor man jemand so an die Wand stellt. Dies zeugt doch von totaler Inkompetenz welshalb alles andere als ein Berufsverbot für diese Person ein Skandal wäre, weil es zeigt das sich Lehrer alles erlauben können

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