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Zehn Tipps für den perfekten Bier-Genuss

25.07.2013 | 06:10 Uhr

Dortmund.   Welches Bier passt zu welchem Essen? Schmeckt Pils aus Bierkrug oder Tulpe am besten? Und wie kalt darf Bier eigentlich sein? Wir haben die wichtigsten Tipps rund ums Thema Bier zusammengestellt. Die Hauptsache aber ist, dass es schmeckt.

Was muss man eigentlich über Bier wissen? Dr. Thomas Raphael und Oliver Mühlmann von der Dortmunder Bergmann-Brauerei klären auf.

Wichtig zu wissen: Die beiden sind, was den Biergenuss angeht, Autodidakten. Vieles ist Intuition und persönlicher Geschmack. Aber das ist ist den meisten Biertrinkern schließlich genauso. Also: Einfach alles selbst mal testen! Sie werden Ihren Bier-Trink-Stil schon finden.

Welches Bier passt zu welchem Essen?

Pils ist der klassische Durstlöscher und eher "universell" einsetzbar. Vor allem passt Pils gut zu stark gewürzten oder scharfen Gerichten. Scharfer Currywurst zum Beispiel. Was nicht geht, ist Süßes.

Export (oder Pils) geht gut zu leichteren Fleischgerichten wie Hühnchen oder Fisch.

Schwarzbier passt meist dann, wenn auch ein schwerer Rotwein passt. Steak, Wild, Gulasch — deftige Hausmannskost eben. Vor allem passt Schwarzbier wegen seiner Karamell- und Malztöne aber auch zum Dessert.

Tipp der beiden Bergmann-Brauer: Bergmann Spezial und deftiges Abendbrot.

Welches Glas für welches Bier?

Pils sollte aus der klassischen Biertulpe getrunken werden. Durch den zulaufenden Rand bleiben die feinen Hopfennoten besser erhalten — und das riecht man.

Export geht gut aus Stößchen. Wohl auch aus Gefühl und Dortmunder Tradition...

Dunkles schmeckt auch aus dem Bierkrug. Zudem sind Krüge meist dickwandiger. Schweres Glas, schweres Bier — die Haptik trinkt mit.

Schwarzbier trinken die beiden Bergmann-Brauer sogar gern aus bauchigen Rotweingläsern.

Der schlanke, gerade Bierseidel, den es anfangs mit Bergmann-Prägung gab, hat sich überlebt. Irgendwie passte er zu nichts wirklich gut.

Wie schütte ich Bier richtig ein?

Ganz einfach: Flasche mutig schräg halten. Nicht zu zaghaft, nicht zu rabiat. Man braucht sowieso mehrere Züge. Ein "Durch" — also ein in einem durch gezapftes Bier — geht eigentlich nur beim Stößchen. Oder mit zu wenig Kohlensäure in der Zapfleitung...

Das 7-Minuten-Bier halten die Bergmann-Brauer übrigens für einen Mythos. So lange dauert's nicht. Eher wird das Bier schal und warm, wenn es lange steht.

Welche Trinktemperatur sollte Bier haben?

Pils sollte man bei Kühlschranktemperatur (7-9°C) trinken. Als Durstlöscher in der Not sogar aus dem Kühlfach (3°C). Kälter darf das Bier dabei allerdings nicht werden: Das schadet dem Aroma. Vor allem darf der Temperaturspung dabei nicht zu groß sein. Auch das schadet.

Dunkles trinken die Bergmann-Brauer sogar bei bis zu 15°C. Kälter geht's natürlich auch — je nach Gusto. Als Standardtemperatur werden meist 9°C angegeben.

Tipp der Experten: Wer aus Neugier verschiedene Biere nebeneinander testen will, sollte das bei Zimmertemperatur tun. Dann kommt der Geschmack am besten heraus, was bei bestimmten Sorten ziemlich fies sein kann...

"Geschmacklich grenzwertiges" Bier, Leichtbier oder Alkoholfreies sollte daher immer ein bisschen kälter sein

Wie muss ich Bier lagern?

Am besten gar nicht — je schneller das Bier in den Magen kommt, desto besser schmeckt's. Länger als sechs Wochen sollte man es nicht aufheben, auch wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum das zuließe.

Ansonsten: Ab in den Keller bei idealerweise unter 10°C. Aber nicht erst im warmen Kofferraum stehen lassen! Starke Temperaturschwankungen schaden dem Aroma.

Außerdem sollte das Bier dunkel lagern. Die meisten Sorten sind zwar in braune Flaschen abgefüllt, die am wenigsten Licht durchlassen. Aber ein bisschen kommt doch durch. Und UV-Strahlen sind immer schlecht. Wenn der Keller nicht dunkel genug ist, tut's auch ein dickes Tuch.

Warum bekommt man von bestimmten Sorten schneller Kopfschmerzen?

Das kommt auf mehrere Faktoren an. Zum einen ist das der reine Alkoholgehalt. Klar.

Zum anderen sind es Kondition, Tagesverfassung und "sonstiger Mageninhalt" des Trinkers. Eine gute Grundlage sind Wasser und Salziges.

Dortmunder Tunnelbier

Aber es kommt auch auf die Hefe an: Bei untergärigem (also hellem) Bier läuft die Gärung "reiner" ab — es entstehen weniger Gärungsnebenprodukte wie Fusel-Öle. Die Verleihen dem Bier Geschmack, aber auch "Schädel-Tendenzen". Pils ist daher oft besser verträglich als dunkles, Obergäriges.

Wichtig ist aber: Hochwertige Biere sind bekömmlicher als Billigbier. Das liegt auch an der deutlich längeren Lagerzeit, bei der Fuselalkohole von der Rest-Hefe abgebaut werden.

Ist alkoholfreies Bier wirklich alkoholfrei?

Dafür gibt es einen eindeutigen Grenzwert: Bei weniger als 0,5% Alkohol darf ein Bier "alkoholfrei" heißen. Fruchtsaft hat genauso viel Alkohol.

Macht Bier dick?

Sagen wir's so: Milch oder Apfelsaft haben mehr Kalorien als Pils. Aber auf deren Genuss folgt nicht zwangsweise Appetit auf fettige Pizza...

Aber grundsätzlich gilt: In Alkohol stecken Kalorien — 7 kcal in jedem Gramm. Je höher konzentriert der Alkohol ist, desto mehr Kalorien hat ein Getränk. Pils macht also weniger "dick" als Doppelbock oder Whisky. Dafür trinkt man davon vermutlich weniger. Hoffentlich.

Wer hat Bier erfunden?

Bier ist vermutlich eines der ältesten alkoholischen Getränke der Welt. Über seine Entstehung kann man nur mutmaßen: Waren es die Sumerer im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris — dem heutigen Irak? Vermutlich haben sie vor 10.000 Jahren zufällig entdeckt, dass Getreidebrei, den man einige Tage stehen ließ, zu gären anfing. Und Archäologen sind sich ziemlich sicher: Zur gleichen Zeit entdeckten die "Findefüchse" auch die Gärung von Honig zu Met und Fruchtsaft zu Wein.

Katrin Figge



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