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Mrs. Greenbird im Interview

X-Factor-Gewinner stehen auf Kitsch - Auftritt im FZW

12.02.2013 | 18:27 Uhr
Verkitscht - das ist ihr Markenzeichen. Das Hippiepärchen Steffen Brückner und Sarah Nücken alias Mrs. Greenbird landete nach seinem Sieg in der Castingshow X-Factor mit dem Album auf Platz eins der Charts. Im April kommen sie nach Dortmund.
Verkitscht - das ist ihr Markenzeichen. Das Hippiepärchen Steffen Brückner und Sarah Nücken alias Mrs. Greenbird landete nach seinem Sieg in der Castingshow X-Factor mit dem Album auf Platz eins der Charts. Im April kommen sie nach Dortmund.Foto: Nikolaj Georgiew

Dortmund.  Der Gewinn der TV-Show "X-Factor" hat sie aus dem Waschsalon an die Spitze der Deutschen Charts gespült - Mrs. Greenbird. Im April spielt die Kölner Band im FZW. Alexandra Neuhaus sprach mit Gitarrist Steffen Brückner über Mädchen-Lieder, Kitsch im Alltag und ihre erste große Tour.

Sie träumen davon, irgendwann von ihrer Musik leben zu können. Diesem Traum sind Sarah Nücken (26) und Steffen Brückner (36), alias Mrs. Greenbird, durch den Sieg bei der Fernsehshow X-Factor, einem Nummer-Eins-Album und einer fast ausverkauften Deutschland-Tour ein großes Stück näher gekommen.


Normalerweise geht das mit Castingshow-Gewinnern doch so: Auf der Bühne wird im Fernsehen überschwänglich gejubelt, aber sobald der Jubel abgeebbt ist, ist der Gewinner schon wieder verschwunden. Aber ihr seid ja immer noch da ...
Brückner: Ja stimmt, wir waren ja auch vorher schon da, sowohl als Paar als auch als Band. Und wir werden auch noch da sein, wenn der Hype sich gelegt hat.


Eurer Album ist von Null auf Eins in die Deutschen Charts geschossen. Was unterscheidet euch denn von anderen Casting-Gewinnern?
Vielleicht, dass wir eine ganz breite Zielgruppe ansprechen? Ich weiß es nicht so genau, aber ich persönlich finde es erstaunlich, welche Bandbreite an Menschen unsere Musik gut findet. Zwischen 25 bis 35 haben wir die meisten Fans, aber auch Kinder kommen mit ihren Eltern zu uns und sogar die Silberlocken-Fraktion mag unsere Musik, vielleicht mögen sie den Folk-Einschlag.So ein breites Spektrum, das ist doch total cool. Irgendwas müssen wir richtig gemacht haben. Das war früher im Waschsalon aber auch schon so.

 Wo? Im Waschsalon?
Ja, da haben wir vor der X-Factor-Zeit Konzerte gegeben. So zum Zeitvertreib für die Menschen, die auf ihre Wäsche gewartet haben. Das war immer schön.


Warum suchen Musiker wie ihr ihr Glück in einer Casting-Show?
Naja, die sind ja auf uns zugekommen. Also, so fast. Ich war in Köln in einem Musikladen und wollte ein Gitarrenkabel kaufen und da hatte X-Factor einen Infostand. Und da wollte ich mich mal aus erster Hand über diese Knebelverträge für Künstler erkundigen. Wir hatten zwar jahrelang keinen Fernseher, da läuft ja nicht viel Gutes, aber man hört ja dennoch manches Gruseliges über diese Verträge.


Und? Wie schlimm ist es?
Och, gar nicht so schlimm. Uns wurde versprochen, dass es um die Musik geht und nicht ausschließlich um die Quote. Musiker müssen sich aber, bevor sie bei so einer Show mitmachen, darüber klar sein, was sie erwarten und wo sie stehen, damit sie sich nicht verbiegen lassen.


Was habt ihr denn vor der Show erwartet?
Wir hatten null Erwartungen. Wir haben das lediglich als kostenlose Fernseh-Promo gesehen, ohne uns verbiegen zu müssen, und als Chance, Kontakte zu knüpfen.


Jetzt steht ihr hier als Sieger und spielt immer noch die gleichen Lieder wie damals im Waschsalon...
Nur jetzt wollen die Songs viel mehr Leute hören. Wir wollten letzten Herbst eh eine Platte aufnehmen und diese künstlerische Freiheit konnten wir uns auch bewahren. Vielleicht mögen uns die Leute auch deshalb. Weil wir echt sind. Weil wir keinen Trend bedienen. Das ist doch ein schönes Kompliment.


Ihr singt von Sternschnuppen, Märchen und in eurem Video fliegen Fische durch den Raum. Braucht die Welt ein bisschen Kitsch?
Ein bisschen Kitsch schadet nie. Sarah schreibt unsere Texte, dadurch sind sie immer etwas mädchenhaft, aber ich find’s cool.
 

Seid ihr denn auch privat kitschig?
Ich erkenne uns in unseren Liedern und Videos wieder, ja. Klar schubste ich nicht den ganzen Tag Fische an, aber kitschig, verspielt, etwas schrill - das gefällt uns gut. Ich brauch keine verspiegelte Sonnenbrille, keine verschränkten Arme, damit Leute mich cool finden. Das Kind in mir, das will ich nicht verstecken, weder privat noch in der Musik.


Wird's bei eurem Auftritt im FZW auch kitschig?
Ne, auf der Bühne haben wir nicht so viel Brimborium. Das soll ja ein Konzert und keine Variete-Show werden.


Täusche ich mich, oder wirst du gerade nervös, wenn wir über die Tour reden?
Nene, das stimmt schon. Das ist unsere erste richtige Tour, da spielen wir vor bis zu 2000 Leuten. Das ist kein Vergleich mehr zu unseren früheren Konzerten. Aber vielleicht wird‘s auch leichter. Denn wenn wir früher in Kneipen gespielt haben, mussten wir die Leute erst mal von uns überzeugen. Jetzt zahlen sie ja sogar Eintritt, um uns zu sehen. Das finde ich schonmal total nett von ihnen und deshalb glaube ich auch, dass sich da eine ganz eigene Dynamik entwickelt. Ich bin aufgeregt, Sarah sogar noch ein bisschen mehr, aber ich bin sicher, das wird total cool.

Konzert im FZW:
Das Konzert von Mrs. Greenbird beginnt am 15. April um 21 Uhr im FZW, Einlass ist um 20 Uhr. Die Karten kosten 30,70 Euro zuzüglich Gebühren im VVK.

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