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Architektenmesse

"Würfel-Häuser" sollen Südseite des Dortmunder Phoenix-Sees prägen

06.10.2012 | 08:30 Uhr
Phoenixsee-Architektenmesse für die Bebauung des Südufers. Entwurf Stephan Becker Natürlich Architektur Dortmund.Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.  Startschuss für den zweiten Bauabschnitt am Phoenixsee. Mit einer Architektenmesse sind am Donnerstagabend über 90 Entwürfe für künftige Wohnbebauung am Südufer des Sees vorgestellt worden.

Startschuss für den zweiten Bauabschnitt am Phoenixsee . Mit einer Architektenmesse sind am Donnerstagabend über 90 Entwürfe für künftige Wohnbebauung am Südufer des Sees vorgestellt worden. Die Planungen sollen möglichen Käufern nützliche Anregungen geben. Am Rande der gut besuchten Veranstaltung im Messezelt an der Phoenixseestraße wurde aber auch Kritik an den Entwürfen geäußert.

Es ist schwieriger als beim ersten Wurf auf der anderen Seeseite, die baulich bereits weit fortgeschritten ist. Denn für 150 zu bauende Häuser auf der Südseite bedeutet die Ausrichtung : Das Panoramafenster zum See geht zur Nordseite heraus. Energetisch stellt es eine Herausforderung an die Architektur dar, wenn die Südseite die Rückseite des Hauses ist. Manche lassen die Nachmittagssonne ins künftige Domizil fluten.

Auf den ersten Blick ähneln sich alle Entwürfe stark, weil die Vorgaben der Gestaltungsleitlinien offenbar sehr streng ausgelegt sind. So ist die eckige, strenge Kubusform kennzeichnend für alle eingereichten Planungen - darunter auch Einsendungen von Architektenbüros aus Barcelona, London und Chur.

Das Satteldach ist tabu

Das Satteldach ist tabu. Auch in der dritten und vierten Reihe soll man schließlich zumindest aus dem Obergeschoss einen Blick auf den See erhaschen können. Weil die Sicht so wichtig ist, setzen die Gestalter auf viel Glas. Mancher Würfel gleicht schon fast einem Gewächshaus. Glas und Beton, Glas und Holz. Glas und Naturstein wie bei Theißen Architekten aus Dortmund, Gas und Klinker wie bei Zweimeterzehn Architekten aus Bremen. Oder ganz gewagt: Glas und eine schrille orange Fassade, wie sie Espuny Brinkmann architectos entworfen haben.

Leben und bauen am Phoenix-See

Beim Gang durch die Stellwände mit den Animationen und Bauskizzen beschwerten sich Dortmunder Besucher, dass die Planer an altersgerechtes Wohnen und Barrierefreiheit offenbar nicht gedacht haben. Ein Thema, das aufgrund der Demografie immer drängender wird.

OB Ullrich Sierau erinnerte in seiner Begrüßung noch einmal an die rasante Entwicklung der Fläche, die erst Ende April 2002 frei wurde, als die Hörder Fackel den Himmel über der Emscher ein letztes Mal rot färbte. „Der Phoenixsee ist ein Jahrhundertprojekt, um das uns viele beneiden“, meinte Sierau. Versuche, die Anlage inzwischen zu kopieren, seien gescheitert.

Besichtigung heute und morgen

Mit „Phoenix ahoi“ kam er zur Siegerehrung der sieben siegreichen Entwürfe, die eine Jury um Prof. Dr. Christa Reicher von der TU Dortmund ausgewählt hatte, darunter drei aus Dortmund. Alle Entwürfe können heute und morgen besichtigt werden.

Gerald Nill



Kommentare
08.10.2012
20:44
Neidisch?
von PhoenixHoerde | #9

Muss sich keiner ansehen, muss niemand hingehen! Eins steht fest, der See rockt! Bin sehr froh ihn wenige Minuten fußläufig vor der Nase zu haben. Wie übrigens 99% meiner Hörder Nachbarn. Und in 2 oder 3 Jahren, wenn die meisten Baustellen abgeschlossen sind wird das der Hammer! Aber tut uns dann den Gefallen und laßt Euch dort nicht blicken.

1 Antwort
"Aber tut uns dann den Gefallen und laßt Euch dort nicht blicken."
von odin76 | #9-1

Haben Sie den See gepachtet oder worauf begründen Sie Ihr "Hausrecht"?

Es ging in dem Artikel doch nicht um den touristische Reiz, sondern um das Bauen.
Und in dieser Hinsicht finde ich, dass es schönere und familienfreundlichere Baugebiete gibt, wie zum Beispiel Hohenbuschei in Brackel, welches übrigens ebenfalls durchaus boomt und sehr gut ankommt und vom Preisniveau in ähnlicher Liga spielt. Dies ist lediglich meine subjektive Meinung und darüberhinaus Geschmacksache. Gestehen Sie mir das bitte zu.

08.10.2012
12:40
Hohenbuschei
von odin76 | #8

Ich werde zwar nie bauen (können). Aber vom Konzept und von den Gegebenheiten her gefällt mir Hohenbuschei viel besser: Besserer Bautypen-Mix, viel mehr Natur, familienfreundlicher, kein Fluglärm, individuelles Bauen etc. Ein Bekannter aus Kirchhörde wollte erst am Phoenixsee bauen. Nach längerem Abwägen hat er sich für Hohenbuschei entschieden, auch aus den genannten Gründen.

07.10.2012
12:41
Hörde
von DEWFan | #7

war immer schon ein Querschnitt des Ruhrgebiets, mit besseren und schlechteren Ecken. In unmittelbarer Nachbarschaft nördlich befindet sich die noble Gartenstadt, und das war auch schon zu Hoeschzeiten so. Hörde pauschal als Ghetto abzuqualifizieren ist quatsch, Hörde ist nicht Marxloh, sondern ein ehemaliges Arbeiterviertel. Und in der Altstadt gibt es weniger Leerstand und einen besseren Geschäftemix, als in mancher Ruhrgebiets-Innenstadt. (Oberhausen z.B.)

Übrigens, das was jetzt dort geschieht, nennt man Gentrifizierung. So weit ich weiß, die einzige im ganzen Ruhrgebiet. Das geht aber nicht alles von heute auf morgen. Wenn sogar Fußballprofis dort hin ziehen, dann kann die Entwicklung Hördes so schlecht gar nicht sein, oder?

07.10.2012
01:16
Danke AnnetteP@
von boehmann | #6

komm aus E und maloch in DO. soche Slums ham wa genuch in Essen.Wusste nich datt in Hörde schon son Blokk steht. Müsste nur aufjestokkt werdn , damitt de oberstn Leut dett Wassa seht.

06.10.2012
15:30
@boehmann
von AnnetteP | #5

Das würde eher nach Hörde passen, bzw. gibt es schon

http://www.youtube.com/watch?v=KuCa152ZlCA&feature=related

1 Antwort
Mensch, Annette...
von mellow | #5-1

...nach Ihrem lächerlichen Nordstadtbashing ist jetzt Hörde dran? Sie kennen sich richtig aus.

06.10.2012
15:10
Die Würfel sind gefallen
von boehmann | #4

für das Würfelhaus. Hier müssen Hochhaussiedlungen gebaut werden, damit möglichst viele Mensche was von dem See haben. Als Beispiel schwebt mir die Siedlung " AM KÖLNBERG " in Köln vor.

06.10.2012
14:30
halbacht | #1-1
von AnnetteP | #3

Am Phönixteich haben zum größten Teil ganz "normale" Häuslebauer gebaut. Das heißt bei der Bank oder bei der Bausparkasse bis über beide Ohren verschuldet.

Hörde und der Phönxteich ist nicht Dortmund-Syburg oder München Schwabing, oder der Starberger See.

Für so viel wie ein Haus am Phönixteich kostet, bekommen Sie in Schwabing eine 1 1/2 Zimmer Eigentumswohnung.

Hier Zb. Eigentumswohnung 120 qm = 775000,00 €
http://www.immobilienscout24.de/expose/64283521

Ein Haus am Phönixteich in der gleichen Größe kostet 316.100,00 €
http://www.immobilienscout24.de/expose/59381678

1 Antwort
Berichtigung
von AnnetteP | #3-1

Starnberger See

06.10.2012
12:54
Ja, diese Architektur ...
von hamicha | #2

hat schon was und erinnert mich eigentlich mehr an ein Einheits-Ghetto als an individuelle
Bauten mit einem gewissen Charakter.
Und noch eins haben alle außer dem Seeblick gemeinsam : den Fluglärm !
Wetten,daß es nicht lange dauern wird bis die Ersten darüber anfangen zu jammern ?

1 Antwort
Ghetto
von AnnetteP | #2-1

Wenn man sich das Umfeld um den Phönixteich (Hermannstr., Remberg usw.) ansieht, ist das Wort Ghetto nicht verkehrt.

Wer wirklich viel Geld hat, der baut in Syburg, oder Lücklemberg, aber nicht in Hörde.

06.10.2012
10:41
Klötzchenarchitektur ...
von swatsun | #1

... nennt der Volksmund solche Entwürfe - schon immer! Und mit der Vorgabe nur Flachdächer zu bauen hat man "nachhaltig" auch an nachfolgende Generationen gedacht ... die der Dachdeckerinnung.

5 Antworten
Eine gute Idee..
von halbacht | #1-1

Wer sich am Phönix-See ein Haus leisten kann, der kann sich auch alle 20 Jahre ein neues Dach leisten.
Der gemeine Dachdecker kann dies sicher nicht.

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Name von Moderation entfernt | #1-2

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@ merdow
von swatsun | #1-3

Ach so - Flachdächer sind ja "demokrattisch" und halten "ewig". Dazu haben Sie ja auch den Ratsbeschluss II/417-3/2009, der das so festlegt. Muhahahahaha .......

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Name von Moderation entfernt | #1-4

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Name von Moderation entfernt | #1-5

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