Wohnen in einer Baustelle
11.08.2012 | 05:02 Uhr 2012-08-11T05:02:00+0200
Dortmund. „Eine Sanierungsmaßnahme in diesem Ausmaß ist für Dortmund einmalig“, sind sich Rudi Schmidt und Hans-Dieter Derenthal, Vorstände der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Dortmund, einig.
Donnerstag Morgen, zehn nach sieben an der Löwenstraße: Kein nervtötendes Geräusch der Bohrer durchbricht die Stille. Niemand hämmert oder sägt. Glücksgefühle machen sich breit und Maria Fabian kuschelt sich noch einmal in die Kissen. Der süße Moment endet abrupt mit einem durchdringenden Klingelton. Bauarbeiter wollen in den Keller. Also anziehen, runtergehen, aufschließen… Na ja, dann kannst du auch schon Kaffee kochen, denkt sich die Frau im Ruhestand. Und beneidet jeden, der jetzt zur Arbeit gehen kann und erst abends wieder nach Hause kommt.
„Eine Sanierungsmaßnahme in diesem Ausmaß ist für Dortmund einmalig“, sind sich Rudi Schmidt und Hans-Dieter Derenthal, Vorstände der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Dortmund, einig. Und auch die meisten Passanten der Löwenstraße sehen es so, bleiben stehen und schauen beeindruckt auf die große Baustelle vor den Häusern Nummer vier bis zwölf: Tiefe Schächte werden vor den Hauseingängen gegraben, Balkone abgesägt und per Kran entsorgt, Fenster werden ausgetauscht, neue Eingänge angelegt.
Investition in Höhe von 2,1 Mio. Euro
Rund 1600 Wohnungen sind im Besitz der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft . Gut 20 Prozent des Bestandes wurde inzwischen energetisch saniert. Die Häuser in der Löwenstraße aber sollen ein Vorzeigeprojekt werden: Nicht nur die Sanierung mit Dämmung der Fassaden und Kellerdecken sowie der Austausch der Fenster gegen eine Dreifach-Verglasung gehören dazu. „Wir schaffen Barrieren ab!“ verspricht das große Bauschild, das in Wort und Bild das Bauvorhaben mit einem Volumen von 2,1 Millionen Euro kurz erläutert. Heißt: Die Häuser vier bis zehn werden mit Fahrstühlen ausgestattet. Sie finden Platz in den Nischen der Balkone, die teilweise schon abgerissen sind.
Schaffung von neuem Wohnraum
Doch damit nicht genug: Um mehr attraktiven Wohnraum an dieser bevorzugten citynahen Lage zu schaffen, entschloss sich die Genossenschaft, die vier Flachdach-Häuser mit vier Penthouse-Wohnungen in den Größen von 65 und 103 Quadratmetern aufzustocken. „Sehr hochwertige lichtdurchflutete Wohnungen mit einem tollen Ausblick“, schwärmt Rajmund Ramm, Technischer Leiter der Genossenschaft.
Auch Haus Nr. 12, das sich optisch von den verfliesten Häusern abhebt, erhält durch den Ausbau des Bodenraumes eine neue Wohnung mit Dachterrasse von 96 Quadratmetern. Allerdings bleibt dieses Haus aus Platzgründen ohne Fahrstuhl. Alle fünf Wohnungen werden solargestützt zentral beheizt. „Das ist Pflicht bei Schaffung von neuem Wohnraum“ erklärt Markus Tegethoff, Architekt und Mitinhaber des beauftragten Planungsbüros Brenker, Hoppe, Tegethoff.
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02:20
Sie kennen sich mit Immobilien und dem Baugewerbe nicht so richtig aus, stimmts?
08:51
2,1 Millionen Euro nur für so eine Baumaßnahme ?