Wirtschaftsweiser Rürup wird ISM-Präsident
14.04.2010 | 22:05 Uhr 2010-04-14T22:05:00+0200
Dortmund. Führungswechsel an der ökonomischen Fachhochschule. Zum Festakt der Amtsübergabe an seinen Nachfolger fand der scheidende Präsident Prof. Winfried Schlaffke deutliche Worte zum Stellenwert von Bildung. Bert Rürup teilt seine Wertschätzung.
„Ihre Karriere ist unser Erfolg” lautet das Motto der International School of Management, die man in Dortmund besser unter ihrem Kürzel ISM kennt. Seit Kurzem hat dieser Erfolg ein bekanntes Gesicht an der Spitze, das immerhin auf eine bundespolitische Karriere verweisen kann: Am Dienstag übernahm der ehemalige „Wirtschaftsweise” Bert Rürup die Leitung der privaten Fachhochschule. Als Präsident trägt Rürup nun die Verantwortung für die Ausbildung der Manager von morgen.
Wer wollte, konnte bei der feierlichen Amtsübergabe an den einflussreichen Politikberater mit manchen Klischees aufräumen, die über private Bildungsinstitute und ihre vermeintlich elitäre Ausrichtung kursieren. Zwar dominierte unter den Festgästen erwartungsgemäß der uniforme Anzugchic gedeckter Farben. Und auch die anwesenden Studenten erweckten nicht eben den Eindruck, als stehe in nächster Zeit eine rebellische Hörsaalbesetzung zu befürchten. Doch dass beim Festakt im smarten ISM-Gebäude an der Otto-Hahn-Straße das hohe Lied des humanistischen Bildungsideals mit derartigem Nachhall angestimmt wurde, erstaunte dann doch.
Dem scheidenden Präsidenten Prof. Winfried Schlaffke war es aber wohl ein sichtliches Bedürfnis, zum Abschluss seiner zehnjährigen Amtszeit der Versöhnung zwischen Ökonomie und Geisteswissenschaft, zwischen Produktivität und zweckfreier Bildung noch einmal nachdrücklich das Wort zu reden. In Anwesenheit von NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben und Signal-Iduna-Chef Reinhold Schulte berief er sich dabei auf eine ganze Reihe großer Denker, die bei Erasmus von Rotterdam begann und mit Goethe und Wilhelm von Humboldt nicht endete. Der gelernte Germanist, Philosoph und Theologe Schlaffke räumte ein, dass dieser Brückenschlag nie ganz gelungen sei, obwohl doch eigentlich klar sei: „Ohne ökonomisches Wissen ist man heute nicht gebildet.”
Bert Rürup unterlegte diese Grundtonart mit der Faktenschärfe nüchterner Zahlen und Daten. Der Spezialist für Wirtschaftsprognosen, der unter Rot-Grün in Berlin auch einer der Architekten der Rentenreform war, wagte einen Ausblick in eine kleiner und älter werdenden Gesellschaft. Nicht das Schrumpfen der Bevölkerung sei das Problem, sondern der doppelt so starke Rückgang der Erwerbstätigen. Er bedrohe die Produktivität der zu Recht exportorientierten deutschen Volkswirtschaft. Diese Entwicklung sei nur durch Investition in das so genannte Humankapital aufzuhalten. Viel mehr als über Sozialsysteme also müsse die Politik über den Bildungs- und Forschungsbereich diskutieren. Ansonsten werde die Alterung die international hohen Produktivität der deutschen Wirtschaft auffressen.
02:38
Mein Gott, lasst die Leute doch da studieren. Von irgendwo muss ja das Kanonenfutter herkommen, wenn es auch mal im Management die Alibi-Entlassungswelle gibt. Da ist ISM sicher entbehrlicher als St. Gallen.
23:58
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16:17
Übrigens, Herr Rürup ist SPD-Mitglied.
14:33
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13:31
Ich habe ökonomisches Wissen:
Die banken treiben uns in den Ruin.
Und die Rürup rente auch.
Der Sack soll sich lieber von seinen Versicherungsgesellschaften bezahlen lassen.
13:30
Früher gab es Hierarchien in Unternehmen.
Mehrere Managemenschichten:
Chef, 10 drunter, und die jeweils wieder 10 drunter und so weiter.
So ein richtiger Baum.
Heute ist das anders:
Heute arbeitet in einer 100 000 qm Fabrik einer am Fleiessband,
hat 10 Manager drüber und die habe jeweils 10 Manager drüber und so weiter.
So ein richtiger Baum. Drüber.
Dafür gibt es Management Schools.
21:33
...Brelegt mal wieder, daß die Unfähigsten unentwegt befördert werden - bis sie ansolut unwirksam sind?
Das lässt hoffen!
20:55
Ja ,um in dieser banana republika höchstes gesellschaftliches Lametta zu bekommen , muss man neoliberaler Sektierer werden und seine Bildung zur Volksverdummung und Bereicherung seiner Brötchengeber nutzen!
In meiner kurpfäzischen Heimat hat der Volksmund dieser Disziplin eine eigene Benennung gewidmet
Es handelt sich dabei um die berühmt -berüchtigte : Rürupiade!
20:22
Herzlichen Glückwunsch, die ISM zählt zur ESO - Euro-Schulen Organisation, die mit Preisdumping den privaten Bildungsmarkt ruiniert hat. Da wissen ja nun alle Dozenten, wohin das Geld fließt.
Nach Stockstadt... und dann wieder in solche Projekte wie die ISM.
20:12
Man muss nur ´ne ordentliche Rente mit eigenem Namen erfinden, die die Konzerne noch reicher macht und den Staat und die Beitragszahler schröpft. Dann bekommt man Superjobs bei den Versicherungen. Das befähigt, alles in allem, zum Chef Manager privater Managerschulen auf dem Dortmunder Campus. Hurra, Du Weiser.