Wirtschaftsstimmung so gut wie lange nicht mehr
11.10.2010 | 16:58 Uhr 2010-10-11T16:58:00+0200
Dortmund.Die Stimmung bei Dortmunds Unternehmen ist so gut wie seit langem nicht mehr. Das ist das Fazit einer IHK-Umfrage unter 227 Unternehmen in Dortmund, Hamm und dem Kreis Unna. 37 Prozent der Firmen bezeichnen ihre Lage als gut.
„Die Wirtschaft nimmt wieder deutlich Fahrt auf. Aus dem zarten Pflänzchen Konjunkturaufschwung ist eine robuste Pflanze mit deutlichem Blütentrieb geworden.“ Dieses Resümee zieht Reinhard Schulz, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund, aus der aktuellen Konjunkturumfrage. Dafür waren 227 Unternehmen mit mehr als 31 000 Beschäftigten in Dortmund, Hamm und dem Kreis Unna befragt worden. Der wirtschaftliche Aufschwung habe also auch die Unternehmen im Westfälischen Ruhrgebiet erreicht.
88 Prozent der Unternehmen sind zufrieden
Gut 88 Prozent der Unternehmen bezeichnen ihre derzeitige Lage als befriedigend oder gut – neun Prozentpunkte mehr als noch zu Jahresbeginn. „Besonders erfreulich ist, dass die Zahl der Unternehmen, die ihre Lage als gut beurteilen, von 21 Prozent auf über 37 Prozent angestiegen ist“, betont Schulz. Auch das Sorgenkind Industrie habe aufgeholt: Der Branche komme der Export insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländer zugute.
„Die Umfragewerte belegen, dass sich die Geschäftsaussichten gegenüber dem Jahresbeginn deutlich verbessert haben“, so Schulz. Rund 37 Prozent erwarten eine günstigere Geschäftslage, mehr als jedes zweite Unternehmen rechnet mit einem gleichbleibenden Geschäftsverlauf, und nur noch jedes zehnte sieht die Zukunft eher ungünstig.
Die Industrie macht um 20 Prozentpunkte den größten Sprung nach vorn. Im Handel verdoppelt sich die Zahl der Unternehmen, die eine eher günstigere Entwicklung erwarten. Weiterhin positiv ist die Erwartungshaltung auch im Dienstleistungssektor. „Die Stimmung bei den Unternehmen im Westfälischen Ruhrgebiet ist so positiv wie schon seit langem nicht mehr“, resümiert Schulz. „Die aktuellen Einschätzungen geben Anlass zur Hoffnung, dass der konjunkturelle Aufschwung weiter an Kraft gewinnt.“ Allerdings könnte sich die Dynamik in der nächsten Zeit etwas abschwächen.
Starkes Wachstum beflügelt die Investitionsbereitschaft
Das starke Wachstum wird auch die Investitionsbereitschaft in den kommenden zwölf Monaten beflügeln. So wollen 27 Prozent der befragten Unternehmen ihr Investitionsbudget ausweiten. Zu Jahresbeginn hatten lediglich 17 Prozent expansive Investitionspläne, im Herbst 2009 waren es nur 15 Prozent.
Auch bei der Entwicklung der Beschäftigtenzahlen gibt es positive Signale: Jedes vierte Unternehmen geht davon aus, dass sich die Zahl der Arbeitsplätze erhöhen wird. Zum Jahresbeginn rechneten nur rund neun Prozent der befragten Unternehmen mit steigenden Beschäftigtenzahlen. Dagegen hat sich der Anteil derer, die von Arbeitsplatzverlusten ausgehen von 22 Prozent auf rund elf Prozent halbiert. Eine besonders optimistische Einschätzung, was den Arbeitskräftebedarf angeht, haben vor allem die dienstleistungsorientierten Wirtschaftsbereiche. Fast jedes dritte Unternehmen plant hier Neueinstellungen.
Die kompletten Ergebnisse der Konjunkturumfrage gibt’s hier!
08:11
Den Aufschwung müsste doch jeder spüren: Mehr Arbeitnehmer (eine Vollzeitstelle wird durch 2 Ein-Euro-Jobs ersetzt) und dadurch höhere Produktion, höhere Gewinne und höhere Kaufkraft (zumindest bei einigen), weniger Arbeitslose (diese werden in der Statistik nicht mehr erfasst) und billigere Einkaufsmöglichkeiten (Tedi, Kik und Co. haben Hochkonjunktur). Wer kann da noch behaupten, der Aufschwung ginge an ihm vorbei?
00:47
@ #2
Bloß nicht einen vollwertigen Arbeitzplatz
Darf ich mal fragen, wie denn aus Ihrer Sicht und Ausbildung so ein vollwertiger Arbeitsplatz aussehen soll?
Ich meine jetzt nicht möglichst viel Geld für möglichst wenig Arbeit, sondern den Platz, den Sie mit Ihrer Qualifikation brauchen, um sowohl Ihnen als auch dem Unternehmer die Sorgenfalten zu glätten. Wie lautet die Stellenbeschreibung dafür?
22:47
Ja,Ja, nur der kleine Mann hat wieder ganz tief in die Röhre geguckt. Die Unternehmen vollziehen nun einen Trend nach oben, Ihnen gehts gut, den Menschen immer beschissener. Neueinstellungen ja, aber bitte nur über Sklavenhändler, billige Leihnutten zum verheizen. Bloß nicht einen vollwertigen Arbeitzplatz, es könnte ja bergauf gehen. Nein, das darf man doch nicht zulassen.Könnte ja sonst den Gewinn des Unternehmens schmälern. Trauriges, armes Deutschland.
Wann findet endlich mal ein Umdenkprozess in diesem Lande statt ? Wahrscheinlich nie...
21:05
Stimmt. Mit meinen 86000 Euro Unternehmerlohn kann ich ganz gut leben...