"Wir Dortmunder nehmen die Herausforderung an"

Foto: WR Dortmund

Neujahrsempfang der Stadt Dortmund. Ein Blick zurück mit Erkenntnis. Ein Blick nach vorn mit Optimismus.

Dortmund. Ungewohntes Bild. Beim Neujahrsempfang der Stadt Dortmund stand gestern Abend nicht der Einladende, der damalige OB Ullrich Sierau, am Rednerpult, sondern die derzeit höchste Repräsentantin der Stadt, Bürgermeisterin Birgitt Jörder. In ihrer Ansprache an das volle Konzerthaus, machte sie einen Parforceritt durch das Krisenjahr 2009, die aktuell spürbaren Monate des politischen Schwebezustandes und endete mit einem Ausblick auf 2010 - das Jahr der Kulturhauptstadt.

Jörder ließ keinen Zweifel: 2009 werde als Krisenjahr in die Geschichte der Bundesrepublik eingehen - aber es sei kein verlorenes Jahr für Dortmund: „Unsere Stadt ist lebenswert und lebendig, wirtschaftlich stabil und hat gute Zukunftsperspektiven.” Und: „Wir Dortmunder nehmen die Herausforderung an.” Sicher, jeder Arbeitslose sei einer zuviel. Ja, die rund 11 700 Dortmunder in Kurzarbeit seien unsicher mit Blick auf ihre Zukunft. Aber nein, Dortmund sei nicht hilflos, die Arbeit der vergangenen Jahre zahle sich aus. Der gute Dortmunder Branchenmix, die stabile Lage von Mittelstand und Handwerk, die Mittel des Konjunkturpaketes II. Darauf könne man bauen. Gleichwohl, teilte sie einen deutlichen Seitenhieb an Bund und Land aus, es dränge sich der Eindruck auf, dass Bundes- und Landesregierung ihre Finanzprobleme auf Kosten der Städte und damit auch der Stadt Dortmund lösen wollten. „Wir sind nicht bereit, den Ausfallbürgen zu spielen”, sagte Jörder und sprach damit wohl auch Ullrich Sierau das Wort, der diese Position seit langem vertritt. Essen. Bochum. Hagen. Oberhausen. Es sei nur ein schwacher Trost, dass Dortmund finanziell noch besser dastehe als die meisten Nachbarstädte.

Mit Blick auf die anstehenden OB-Wahlen plädierte Jörder „für einen fairen Wahlkampf” und sprach sich gegen gegenseitige politische Schuldzuweisungen aus, die nur eine abschreckende Wirkung hätten.

Ausblick 2010. Das spannende Kulturhaupstadtjahr. Dortmund mische mit über 90 Veranstaltungen mit. Dass Kultur mehr ist als das, betonte Ekhart Wycik, der als Dirgent kurzzeitig den Ton angab: Die Investitionen in die Kultur wirkten sich auch wirtschaftlich für eine Stadt aus. Kultur sei nicht nur ein Sahnehäubchen, „sondern auch Sozialarbeit”. Und auch sein Schlussakkord saß: „Eine kulturlose Gesellschaft ist wertlos.” psr