Wilo bewegt Wasser über den Jordan
17.06.2012 | 16:18 Uhr 2012-06-17T16:18:00+0200
Dortmund. Die Dortmunder bringen die Punmpen ud das technische Know-how mit, vor Ort sind einheimische „Pioneers“ im Einsatz. Eine gelungene Kombination von Wirtschaft, Ökologie und Hilfe zur Selbsthilfe – das ist es was die Dortmunder Fitrma, Spezialisten für u.a. Pumpensysteme, zu Zeit in Jordanien, aber auch anderen Ländern im Nahen Osten und Afrika erfolgreich macht.
Den Jordaniern steht das Wasser bis zum Hals. Bildlich gesprochen. Denn tatsächlich gehört das Königreich mit 180 Kubikmetern pro Person und Jahr zu den wasserärmsten Ländern der Erde. Die Versorgung gerade der Städte über den Jordan kostet Kraft und Geld. Über einen Kilometer hoch muss das Wasser aus dem Tal in die Städte gepumpt werden; 15 Prozent des Stromverbrauchs des gesamten Landes gehen dabei drauf; der Wasserverlust auf der Strecke ist enorm. Dass Wilo für das Projekt der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit erste Adresse war? „Wir bewegen Wasser“, sagt Thomas Kubbe und hat damit fast alles gesagt.
„Wir sind mal groß geworden mit der Heizungspumpe“. Inzwischen pumpt das Unternehmen mit Hauptsitz in Dortmund sein Know-how in alle Bereiche: Heizungs-, Kälte- und Klimatechnik, die Wasserversorgung, die Abwasserbehandlung und -entsorgung. Und in alle Ecken der Welt. Kubbe muss es wissen. 1991/92 hatte er sich gen Osten aufgemacht. „Da war Osteuropa noch ein weißes Feld für uns. Heute machen wir da 20 Prozent des Gesamtumsatzes“. Den Großteil in Gebäudetechnik. Inzwischen haben er und sein Team mit der Eroberung des Nahen Ostens und des afrikanischen Kontinents begonnen. Hauptaugenmerk: Die – kommunale – Wasserversorgung. Und zwar auch in Gegenden, wo das Wasser noch mit dem Eimer transportiert wird.
„Ich habe 1985 bei Wilo mal als Marketingmanager angefangen. Damals haben wir 60 Millionen Umsatz gemacht. Heute machen wir 1,1 Milliarden.“ Er grinst. „Aber nicht wegen mir“. Denn auch, wenn er die Verantwortung trägt – vor Ort ist er nie erster Mann. „Wir schicken niemanden, wir finden die“. Die Top-Ingenieure zum Beispiel jetzt in Afrika, die Wilo die Eintrittskarte ins Land besorgen. „50 Länder, eine Milliarde Menschen“ – ein Riesen-Potenzial für den Pumpenentwickler, aber kein homogenes Entwicklungsgebiet. Wichtig: Ansprechpartner vor Ort, die die Mentalität des Landes und die Denke des Auftraggebers auf einen Nenner bringen können. „Wir nennen sie Pioneers“. Sie sind immer Landsleute. Werden geschult und in das Unternehmen eingebunden, sondieren vor Ort dann den Markt, bauen ein Servicenetz auf, knüpfen Kontakte zu den wasserrelevanten Behörden – „die arbeiten uns in den Markt ‘rein“. Schieben Projekte an. „Das sind anfangs kleinere und mittlere Projekte“, sagt Kubbe (57), „wir müssen nicht überall das Rad neu erfinden“ – aber sie sorgen für eine nachhaltige Verankerung der Marke Wilo im Markt.
Dass Wilo jetzt bei der kommunalen Wasserversorgung in der libyschen Hafenstadt Benghasi den Fuß in der Tür hat? Liegt auch daran, dass sie ihren Pioneer während des Krieges ausgeflogen und während der Unruhen weiter an ihm festgehalten hatten. „Langen Atem“, den müsse man haben. „Die ersten Erfolge stellen sich zwischen sechs Monaten und eineinhalb Jahren ein“. Und sind manchmal auch durchschlagend: Wie in Dubai, wo die Metro an die 30 oberirdische Stationen hat. „Und wir sind in jeder davon“, sagt Kubbe. Wilo-Pumpen regeln die Klimanlagen, die Wasserver- und entsorgung.
Und in Jordanien? „Da haben wir jetzt ein gutes Argument“, lacht Thomas Kubbe. Mit der Pumpstation Ebquoreyeh, ausgestattet mit zwei Hochleistungspumpen von Wilo SE, konnte eine sichere Trinkwasserversorgung für 50 000 Menschen garantiert werden. Jedes Jahr werden mehr als 1,5 Millionen Kilowattstunden Energie, 110 000 Euro an Kosten und 1100 Tonnen CO² eingespart. „Nur an dieser einen Station...“
11:48
Ein interessanter Artikel.
Dennoch fällt mir unangenehm auf, daß sich allein in den ersten zwei einleitenden Zeilen sogleich vier Fehler befinden. Kann man dann den technischen Zahlenwerten überhaupt noch trauen?