Wie sicher ist Dortmunds Flughafen im Schnee?

Foto: WR RALF ROTTMANN

Dortmund. Bis das Gutachten zum Unfall am Dortmunder Flughafen vorliegt, wird es wohl noch dauern. Am Sonntag war eine Maschine nach abgebrochenem Start über die Bahn hinausgerutscht. Aber wie sorgt der Flughafenbetreiber auch an eisigen Schnee-Tagen für Sicherheit auf der Landebahn?

Genauigkeit und Geduld sind gefragt. Einige Wochen wird es dauern, bis das Gutachten vorliegt, dass Aufschluss über die Ursachen des Zwischenfalls vom Sonntag am Dortmunder Flughafen geben kann. Am frühen Morgen war eine Maschine von Air Berlin über die Starbahn hinausgerutscht und im Graben steckengeblieben, nachdem die Piloten den Start wegen technischer Probleme abgebrochen hatten.

Eine Frage dabei: die Beschaffenheit der Startbahn an eis- und schneereichen Wintertagen. Anlass genug, einen Blick auf die Vorkehrungen am Flughafen zu werfen. Auskunft gab Marc Schulte, Sprecher des Flughafens.

Start- und Landebahn:

Fällt in der Nacht Schnee, beginnt dieCrew des Flughafens schon um 2.45 Uhr mit der Räumung des Vorfeldes und der Landebahn. Der Schnee wird beiseite geschafft, die Flächen der Bahn anschließend mit einer Enteisungslösung besprüht. Nicht nur im Winter, sondern ganzjährig ist zudem der „Friction-Tester” im Einsatz, ein serienmäßiger Saab-Kombi, der für Zwecke des Flughafens umgerüstet wurde. Mit Hilfe des Fahrzeugs, das durch einen großen Flüssigkeitstank zusätzlich beschwert wurde, und seiner Sensoren wird der Grip-Wert der Landebahn, zum Teil halbstündlich, ermittelt.

Related content Er wird, so Schulte, direkt an die Piloten weitergegeben. Am Sonntag habe, so Schulte, der Reibungswert bei 68 Prozent gelegen. Schulte: „Alles über 40 Prozent ist ein guter Wert.” Dortmund habe einen groben, rutschfesten Asphalt, einen „Anti-Skip-Belag”.

Maschinen:

Über die Enteisung der Maschinen entscheidet der Pilot selbst. Die Entscheidung ist abhängig vom Wetter, Temperaturen oder auch der Luftfeuchtigkeit.

Enteist werden die relevanten Teil des Flugzeugs - wie Flügel oder Leitwerk - mitHilfe eines Spezialfahrzeugs, dem „Elefanten”. Dieser kann einen so genannten Rüssel ausfahren. In einer Kabine sitzt ein Experte, der eine gel-artige Flüssigkeit auf Glykol-Basis als Enteisungsmittel nutzt.