Wie Keime im Trinkwasser in Dortmund künftig leuchten sollen

Die Wassergüte sofort feststellen will DEW in einem Forschungsprojekt, bei dem sich Dortmund beteiligt.
Die Wassergüte sofort feststellen will DEW in einem Forschungsprojekt, bei dem sich Dortmund beteiligt.
Was wir bereits wissen
Keime im Wasser sind keine Seltenheit. Gerade in Altenheimen oder öffentlichen Einrichtungen (Rathäuser, Bahnhöfe) werden in Tests häufig hohe Keimbelastungen bestätigt. Die Stadt Dortmund testet nun eine moderne und mobile Form der Wasseruntersuchung. Keime sollen zum Leuchten gebracht werden.

Dortmund.. Zeit ist Geld. Deshalb forschen DEW21 und das Institut für Wasserforschung in Schwerte daran, wie schon nach einer Stunde klare Aussagen zur Wassergüte gemacht werden können. Heute landen Wasserproben noch im Labor in Schwerte-Geisecke, wo die Ergebnisse erst nach ein bis zwei Tagen vorliegen.

Molekularbiologie lautet das Zauberwort für die neue Methode. Oder geschmackvoller „Sekt“, nämlich die Spezifische Detektion von einzelnen Keimen in Rein- und Trinkwasser.

„Heute wird jede neue oder nach einem Rohrbruch wieder in Betrieb gehende DEW-Wasserleitung zunächst einer umfangreichen hygienischen Überprüfung unterzogen“, berichtet Technik-Geschäftsführer Dr. Ralf Karpowski zum Hintergrund. So könne garantiert werden, dass die hohe Trinkwasserqualität überall im Versorgungsnetz sicher und zuverlässig eingehalten wird. „Bisher sind dafür Probennahmen und anschließende Untersuchungen im Wasserlabor notwendig, die ein bis zwei Tage dauern“, erläutert Karpowski.

Neue Methoden für mobile Wasseruntersuchungen

Hier setzt das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte SEKT-Projekt an, an dem insgesamt sieben Verbundpartner beteiligt sind. Ziel ist es, neue Methoden für mobile Wasseruntersuchungen zu entwickeln und zu prüfen. „Damit könnten wir zukünftig die Dortmunder Wasserqualität direkt am Einsatzort umfassend untersuchen und die Leitungen in kürzester Zeit in Betrieb nehmen – eine Serviceoptimierung für alle Kunden“, so Karpowski.

Hintergrund In dreijähriger Forschung soll ein automatisiertes Sensorsystem entwickelt werden, das transportabel ist, selbstständig Wasserproben nimmt, sie analysiert und detaillierte Messergebnisse liefert. „Damit bauen wir ein einzigartiges System auf“, betont IfW-Geschäftsführerin Ninette Zullei-Seibert. „Gen-Sonden könnten dafür die Lösung bieten“, deutet sie an.

System vielseitig einsetzbar

Auf molekularer Ebene soll jedes Bakterium in einer 100ml-Wasserprobe durch Fluorisierung zum Leuchten gebracht werden. Beim Darm-Bakterium Ecoli setzt Karpowski die Messlatte hoch an: „Die Null muss stehen!“

Das neue System wäre in Dortmund vielseitig einsetzbar. „Neben Rohrnetzuntersuchungen könnten wir damit zum Beispiel auch die 32 DEW21-Trinkwasserbrunnen in den Dortmunder Stadtteilen oder Soda-Tower in allen Bereichen überprüfen“, freut sich Karpowski. Auch über Dortmund hinaus sind weitere Anwendungsmöglichkeiten denkbar - vom Pharmabereich bis zur Luftfahrt.