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Wie Fans für ihre Rechte kämpfen

25.08.2010 | 16:00 Uhr
Wie Fans für ihre Rechte kämpfen

Dortmund. „Ich möchte von euch Deutschen lernen, wie ihr eure Fanarbeit organisiert“, sagte der Belgier Dirk Vos bei einem Treffen verschiedener Fan-Organisationen im Dortmunder Stadion.

Vos gehört der Supportersfedetarie Profclubs (SFP) an, die sich in Belgien um die Rechte von Fußballfans kümmert. Als er jedoch von Aktionen belgischer Fans berichtete, staunten die deutschen Fan-Vertreter nicht schlecht.

Dirk Vos berichtete über Fanarbeit in Belgien. Foto: Reinke

In dem Nachbarland sitzt die SFP inzwischen mit am Tisch, wenn Sicherheitsgesetze beraten werden. Und wenn es um Themen wie Anstoßzeiten oder Kartenpreise geht, setzen die Belgier auch schon mal einem Sponsor die Pistole auf die Brust: „Wenn ihr nicht macht, was wir wollen, kaufen wir euer Produkt nicht mehr.“

Wer lernt von wem?

Angesichts dieser Erfolge ließ sich Jens Volke, Fanbeauftragter von Borussia Dortmund, zu der Frage hinreißen: „Und ihr wollt von uns lernen?“ – Gelächter im Saal.

Denn in Deutschland ist Fanarbeit schwierig, die Wege sind weit, die Ohren allzu oft taub. Das weiß etwa Christian Bieberstein, HSV-Fan und Vertreter der Football Supporters Europe (FSE): „In Deutschland sind wir zwar gut organisiert, aber was Themen wie Anstoßzeiten oder Eintrittspreise angeht, hat die Stimme der Fans überhaupt kein Gewicht.“

Dialog ist billiger als Konfrontation

Entsprechend neugierig waren die deutschen Vertreter darüber, wie es die Belgier geschafft haben, bis in die hohe Politik vorzudringen. Dirk Vos erklärt: „Belgien hat sehr strenge Fußball-Gesetze. Es ist kaum möglich, spontan zum Fußball zu gehen.“ Politiker hätten sich über die hohen Sicherheits-Kosten beschwert. „Wir haben ihnen erklärt, dass Dialog billiger ist als Konfrontation“, so Vos.

Spricht mit der Uefa: Daniela Wurbs. Foto: Reinke

Gleichzeitig hätten Ultra-Gruppierungen gemeinsame Aktionen organisiert. Um gegen hohe Ticketpreise zu demonstrieren, hätten die Fans an einem Spieltag nur Kinderkarten gekauft und ihren Nachwuchs in die Blöcke geschickt – harmlos, aber effektiv. Vos: „Wir haben an der Basis und in der Politik gleichzeitig gearbeitet.“

Uefa ist auf Seite der Fans

Auf europäischer Ebene arbeitet die Hamburgerin Daniela Wurbs für die FSE eng mit der Uefa zusammen. „Gerade beim Thema Eintrittspreise haben wir die volle Rückendeckung der Uefa“, ist sie selbst erstaunt. Natürlich „beißen wir uns bei vielen Themen die Zähne aus“, so Wurbs. Aber es bestehe Hoffnung: „Die Uefa hat uns klar gesagt, dass Fan-Mitbestimmung wichtig für die Zukunft des Fußballs ist.“

Stefan Reinke



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