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Wie ein Bulgare in der Dortmunder Nordstadt für sich und seine Familie sorgt

05.08.2012 | 08:02 Uhr
Wie ein Bulgare in der Dortmunder Nordstadt für sich und seine Familie sorgt
An der Mallinckrodtstraße in Dortmund sammeln sich die Männer. Viele hoffen, angeheuert zu werden. Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.  Der Bulgare Suna Aslanoglu hat weder eine regelmäßige Arbeit noch bekommt er soziale Unterstützung. Dennoch ist das Leben in der Dortmunder Nordstadt besser als in seiner Heimat. Christina Römer war mit ihm unterwegs und erlebte, wie er es schafft, für sich und seine Familie zu sorgen.

50 Euro hat er für zwei Tage Arbeit bekommen. Eigentlich waren 100 Euro vereinbart. Suna Aslanoglu ist trotzdem zuversichtlich, dass er das Geld noch bekommt. Der Bulgare muss Vertrauen haben – vertraglich abgesichert ist er nicht. Es sind Jobs auf Baustellen, mit denen er sich und seine Familie durchbringt. Die Aufträge bekomme er „auf Empfehlung“, sagt er auf Türkisch – die Sprache der Roma aus Plovdiv . Wie viele seiner Landsmänner steht er morgens an der Straße und wartet, ob ein Transporter kommt und ihn einlädt. „Schwarzarbeiterstrich“ nennt sich das. Der 34-Jährige muss nehmen, was er kriegen kann.

Auch wenn Suna Aslanoglu (sein türkische Name, im Pass steht der bulgarische) keine regelmäßige Arbeit hat und keinerlei soziale Unterstützung bekommt – für ihn und seine Familie ist das Leben in Dortmund besser als in seiner Heimat, im bulgarischen Plovdiv . Genauer: in Stolipinovo, dem Armen-viertel der Roma, aus dem viele Bulgaren nach Dortmund geflüchtet sind. „Dort hatte ich gar keine Arbeit“, erzählt der 34-Jährige. Dabei warteten Zuhause vier hungrige Münder. Das Paar hat zwei Kinder, einen 14-jährigen Jungen und ein fünfjähriges Mädchen.

Mit dem Geld, das Aslanoglu in Dortmund verdient, können sie zumindest den Kühlschrank füllen. Und die Miete zahlen. „Für andere Sachen ist nichts übrig“, meint der Bulgare. Für die Krankenversicherung zum Beispiel. – Und da beginnen die ganz großen Probleme.

Familie braucht Krankenversicherung

Denn um in Deutschland dauerhaft leben zu dürfen, bräuchte die Familie eine Krankenversicherung. Und sie muss in der Lage sein, ihren Unterhalt selbst zu bestreiten. Das muss sie nachweisen. Das Einkommen sollte so hoch sein, wie die Familie an Hartz IV beziehen würde – was ihr nicht zusteht. Für Familie Aslanoglu sind das nicht zu bewältigende Hürden. Dabei hatten sie versucht, alles richtig zu machen.

Sie folgten dem Rat eines türkischen Bekannten und besorgten einen Gewerbeschein und eine Freizügigkeitsbescheinigung. Für Neueinwanderer aus Bulgarien gilt diese zunächst drei Monate, danach müssen die Nachweise nach Versicherung und Lebensunterhalt erbracht werden. Die Freizügigkeitsbescheinigung ist lange abgelaufen. Suna Aslanoglu wusste das nicht, schließlich kann er kein Deutsch.

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