Wie arbeitet der Lokaljournalist in fünf Jahren?
28.01.2010 | 13:00 Uhr 2010-01-28T13:00:00+0100
Dortmund. „Twitter & Co. – Kommunikation 2015 und die Rolle des Lokaljournalisten“, darüber diskutierten Prof. Dr. Wiebke Möhring sowie die Journalisten Henrik Bortels, Christian Jakubetz und Alexander Houben am Donnerstagvormittag. Ein Thema: Wie arbeiten Journalisten in fünf Jahren
Alexander Houben (Trierischer Volksfreund) zur Arbeit des Lokaljournalisten in fünf Jahren:
„Wenn ich mir den idealtypischen Lokaljournalisten erschaffen darf, dann wird er um 10 Uhr zu einer Pressekonferenz, sagen wir, es ginge um eine Millioneninvestition, gehen. Die PK dauert eine Stunde. Um 11.05 Uhr wird die erste Online-Meldung veröffentlicht, dann eine Twitter-Umfrage zu dem Thema gestartet. Um 12 Uhr folgt eine längere Online-Geschichte. Danach kümmert sich der Journalist um die Bearbeitung des Videos und macht es fertig. Idealerweise schreibt er danach seinen Print-Text.“
Henrik Bortels (Märkische Allgemeine) zur Arbeit des Lokaljournalisten in fünf Jahren:
„Es wird viele Journalisten geben, die mehrere Dinge gleichzeitig bedienen. Man muss sich nur vor dem Termin fragen: Was nehme ich mit? Das IPhone ist schon mal gut und auch die Flip-Kamera. Denn wer hätte nicht gerne noch zu einer Veranstaltung des Männergesangvereins noch ein Video dazu?
Es wird aber auch immer Spezielle geben, die in ihrem Thema und mit ihrem Werkzeug gut sind. Und das kann durchaus auch nur der Schreibblock sein.“
Christian Jakubetz (Medienblogger) zur Arbeit des Lokaljournalisten in fünf Jahren:
„Der Lokaljournalist muss von der Schiene weg: Ich schreibe für morgen einen Dreispalter. Wichtig wird auch sein, dass die Verlage ihren Journalisten nicht nur Handwerkszeug, also die Hardware, mitgeben. Sie müssen ihnen auch zeigen, wie es geht. Das wird der nächste Schritt in den Häusern sein.“
Prof. Dr. Wiebke Möhring (Fachhochschule Hannover) zur Arbeit des Lokaljournalisten in fünf Jahren:
„Es muss den Journalisten nicht nur gezeigt werden, wie es geht. Die Verlage müssen ihnen auch Zeit geben, es zu machen. Die Redaktion muss trennen: Es gibt Leute, die rausgehen und die Sachen mitbringen. Und es gibt die Leute, die es in der Redaktion dann fertig machen. Die Arbeitsteilung muss neu überdacht werden.“
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