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Westspiel droht acht Saalchefs mit der Kündigung

17.11.2008 | 20:11 Uhr

Die Situation in der Spielbank verschärft sich: 8 von 14 Saalchefs stehen vor Änderungskündigungen. Ganz allmählich scheint sich ein matter Glanz auf eines der Dortmunder Aushängeschilder zu legen.

Eine Sprecherin der Westspiel-Gruppe bestätigte den Vorgang. Man wolle Hierarchien im Bereich des klassischen Spiels abbauen, so die Begründung. Unseren Informationen zufolge sollen die Ersatzarbeitsplätze wesentlich niedriger dotiert sein.

Inzwischen verstärkt sich bei vielen der 332 Mitarbeiter ein ungutes Gefühl. Sie beäugen argwöhnisch, dass die Westspiel-Gruppe, zu der in NRW neben dem Hohensyburger Glückstempel auch die in Aachen, Bad Oeynhausen und Duisburg gehören, ihre Angestellten unterschiedlich bezahlt.

Dass die Branche wirtschaftlich unter Druck steht, ist nicht unbekannt. Nur zieht das Unternehmen, so Überlegungen vieler Mitarbeiter, falsche Schlüsse daraus. Der Vorwurf: Westspiel spiele Hohensyburg gegen das Duisburger Haus aus. Dessen 249 Mitarbeiter unterlägen keiner Tarifregelung, arbeiteten mithin kostengünstiger. Duisburg locke mit Parkkarten für Stammgäste und anderen Vergünstigungen, die in Hohensyburg schon längst weggefallen seien, Kunden von der Ruhr an den Rhein.

Das neue Duisburger Casino ist also ein Konkurrent für die drei anderen, der 2007 in NRW 585 000 Kunden abgesogen hat. Vor diesem Hintergrund erscheint es fatal, dass Westspiel nun in Köln ein weiteres Casino nach Duisburger Manier planen soll - was Westspiel verneint.

"Das würde noch einmal Gäste kosten", erwarten die Mitarbeiter. Der Stern in Köln könne indes nur aufgehen, wenn der in Aachen erlischt, da Westspiel nur über vier Konzessionen in NRW verfügt. Was, so die Kritiker, dem Unternehmen in die Karten spielen würde: Es würde ein weiterer "teurer" Standort wegfallen. Die Stadt dürfte sich hingegen Gedanken um ihren Anteil an den Spielbankabgaben machen.

Vor Juli 2006 erhielten Gemeinden 15 Prozent des Bruttospielertrags, ab Juli 2006 nur noch 12. Er ist in Dortmund von 11,6 Mio. Euro (2004) mittlerweile auf 7,4 Mio. (2007) abgesackt. Bis Oktober betrug die Summe nur noch 4,7 Mio.

Von Dirk Berger

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Kommentare
27.02.2009
05:55
Westspiel droht acht Saalchefs mit der Kündigung
von Peter Maier | #2

Die Westspiel in Muenster ist eine aufgeblasene Hirachie. Die Verwaltung versteht von der Mentaliaet der Spieler nichts. Sitzgelegenheiten beim Roulette abzubauen. Sind der Absolute Managementfehler. Eine grosse Zahl der regulaeren Besucher sind 60 Plus. Freies Parken fuer regulaere Gaeste und freier Eintritt sollte selbstverstaendlich sein. Rauchen muss erlaubt bleiben. Ein besseres Service verhalten des Managements koennte vieles wieder ins Lot bringen. Es gibt genuegend Beispiele wie es geht. Siehe Luxembourg, ich selbst war Jahre in Deutschen Spielbanken beschaeftigt. Auch in Hohensyburg. Die Fehler sind teilweise mit den Auflagen der Politik, Hausgemacht.
Gruss aus dem Casino Arbat in Moscow.Peter Maier

27.11.2008
18:40
Westspiel droht acht Saalchefs mit der Kündigung
von runningvalentino | #1

Nun ja, die Sorgen und Ängste der Casino-Mitarbeiter sind berechtigt und nachvollziehbar. Niemand gibt freiwillig und gerne etwas von seinem Besitzstand ab und Gehaltseinbußen sind mehr als ärgerlich.

Die andere Seite des Jetons ist aber die Folgende:

1. Saalchefs sind unter den Spieltechnikern die Topverdiener gewesen. Sie haben in den ersten Jahren der Spielbank - bis zu den schlechter werdenden Zeiten- ein Gehalt bezogen, das sie wohl kaum öffentlich bekannt geben wollen. Denn Mitleid können sie mit ihren Bezügen zu DM -Zeiten kaum erwecken, höchstens Neidgefühle.
Es musste jedem klar sein, dass der Boom der 90er Jahre nicht unbegrenzt sein würde ...

2. Alle Arbeitnehmer haben Einbußen , bis hin zur Kündigung hinnehmen müssen. Das ist nur ein schwacher Trost, ist schon klar.

3. Das Unternehmen WESTSPIEL ist nicht dafür bekannt , das Wohl der Mitarbeiter an die erste Stelle zu stellen, und die Personalpolitik ist schon immer dekadent gewesen. Jeder hätte also mit solchen Aktionen rechnen müssen, auch wenn man es gerne verdrängt.

Die Kampfeslust der Hohensyburger Saalchefs ist zwar zu verstehen, dennoch jammern sie auf einem - immer noch !- hohen Niveau.

runningvalentino

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