Westnetz-Reklame lässt Anwohner nicht schlafen

Gleißend blau scheinen ein paar Lichter an der Florianstraße: Der Schriftzug des Westnetz-Gebäudes strahlt nachts in die Wohnzimmer der Anwohner. Ursula Prinz fühlt sich vom Blaulicht belästigt. Vor einem Monat hat sie Beschwerde bei Westnetz eingereicht - bisher jedoch ohne Erfolg. Wir erklären die kuriose Geschichte.

Dortmund.. "Das ist eine Zumutung", sagt Ursula Prinz. "Der Schriftzug ist nicht nur zum Greifen nah, sondern so intensiv, dass man die Augen schließen muss, wenn man aus dem Fenster blickt."

Ursula Prinz wohnt mit ihrem Ehemann in der Eintrachtstraße, direkt gegenüber des Gebäude des Stromanbieters in der Florianstraße. Seit Anfang März strahlt die neue Leuchtreklame nachts nicht nur in das Wohnzimmer, sondern auch in das Schlafzimmer des Ehepaares. "Das fühlt sich an, als hätte man uns acht riesige Laternen vor das Fenster gehängt."

Schreiben an Westnetz und Umweltamt

Ursula Prinz hat sich in einem Schreiben sowohl an Westnetz, als auch an das Umweltamt gewandt. Genau einen Monat ist das her. Sie und ihr Mann könnten nachts nicht mehr schlafen, so intensiv scheine das Licht in das Zimmer. Beim Umweltamt ist der Fall bekannt, man habe davon gehört und wolle ein Gespräch vor Ort anbieten, heißt es.

Westnetz habe zwar auf Ursula Prinz‘ Beschwerde reagiert, bisher sei jedoch noch niemand vorbeigekommen, um sich das Problem auch vor Ort anzusehen. Man wolle das prüfen, habe man ihr gesagt. Westnetz dementiert die Vorwürfe der Anwohnerin. "Natürlich wollen wir mit der Reklame auf das Unternehmen aufmerksam machen", sagt Pressesprecher Sebastian Ackermann. Trotzdem nehme man die Beschwerden der Anwohner sehr ernst.

Mit Hersteller in Verbindung gesetzt

"Wir haben uns bereits mit dem Hersteller der Leuchtreklame in Verbindung gesetzt", sagt Ackermann. "Wir wollen eine Anlage, die in Einklang und sogar unter den Lichtemissionswerten steht." Westnetz messe die Anlage auch selbst durch, um das Problem zu lösen.

Frau Prinz jedoch ist verärgert. "Man ist hilflos", sagt sie. "Ich fühle mich um meine Belange einfach nicht ernst genommen."