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Westend-Festival mit vielen Highlights

03.10.2012 | 15:57 Uhr
Westend-Festival mit vielen Highlights
Kettcar tritt beim Westend-Festival 2012 im FZW auf.Foto: Andreas Hornoff

Dortmund. Erstmals im November steigt das große Westend-Festival im FZW . Danko Jones, Biffy Clyro, Kettcar oder auch Archive werden sich an der Ritterstraße die Ehre geben. Vom 1. bis 4. November können die Besucher nicht weniger als zwölf Bands live erleben. Während der 2. und 3. November ausverkauft sind, gibt es noch Tickets für den Start am 1. November sowie für den letzten Tag.

Ansonsten setzt das lange Rock’n’Roll-Wochenende auf dieselbe Beständigkeit, mit der es sich als Festival-Fixpunkt in Deutschland etabliert hat: Zum vierten Mal hintereinander findet das Westend im Dortmunder FZW statt und mehrere Bands, die zum Line-up gehören, feiern in diesem Jahr ihre Rückkehr ins Ruhrgebiet. Allen voran gilt das für die Headliner am Freitag, Samstag und Sonntag: Danko Jones, Biffy Clyro und Kettcar werden jeweils zum zweiten Mal dabei sein.

Auch am Konzept, einen ausgewogenen Überblick über alle Spielarten des modernen Rock zu bieten, hat sich nichts geändert: Während der Donnerstag, angeführt von den britischen TripHop- und Electro-Rock-Veteranen Archive, im Zeichen der progressiven Rockmusik steht, rücken am Freitag Punk und Hardrock, am Samstag Indie und Alternative und am Sonntag die deutsche Rockmusik in den Fokus.

Kieler Punk-Legende

Zu den bereits erwähnten Headlinern kommen außerdem Highlights wie einer der letzten Auftritte der Kieler Punk-Legende Smoke Blow, die Rückkehr der ebenso legendären Death-Punks Turbonegro mit neuem Sänger und eine der wenigen diesjährigen Shows von Turbostaat.

Außerdem versteht sich das Westend als Festival, das Bands auf dem Sprung eine Plattform bietet: Mit Dry The River, The Durango Riot, Fighting With Wire und Torpus & The Art Directors feiern vier Bands ihr Westend-Debüt, die zweifelsohne das Zeug dazu haben, in den kommenden Jahren als Headliner zurückzukehren.

Noch befinden sich Ar chive im Studio, um ihrem achten Album den letzten Schliff zu verleihen. Das Kollektiv um Darius Keeler und Danny Griffiths möchte mit „With Us Until You’re Dead“ ein neues Kapitel in seiner Bandkarriere aufschlagen. Eigentlich nichts Neues, waren die Londoner doch immer wieder für musikalische Überraschungen gut.

Ihr TripHop flirtete bereits mit Post- Indie- und Psychedelic-Rock und wurde auch schon mal von einem 40-köpfigen Orchester inszeniert. Man darf also gespannt sein, was sich Archive für ihren Auftritt am 1. November auf unserem Westend Festival einfallen lassen. Ab dem 22. Oktober geht die Combo auf Tour, zunächst verschlägt es die Band nach München in die Muffathalle.

Kettcar sind immer auf dem Boden geblieben

Das Hanseatische Label Grand Hotel van Cleef wird zehn Jahre alt. Kettcar, die als Mitbegründer immer an vorderster Front standen, sind sogar noch etwas älter. Alle zwei bis drei Jahre machen sie ein Album, das sie dann nicht einfach auf den Markt werfen, sondern vielmehr liebevoll betten. So ist diese Band eben, die mit ihren Songs so tief gehen kann, dass es schon fast wehtut.

Trotz mittlerweile vier Alben und einer gigantischen Fanbasis sind die Indierocker immer auf dem Boden geblieben. Jetzt kommen sie mit ihrem, Anfang diesen Jahres erschienenen Album „Zwischen den Runden“ zum Westend, um einfach mal wieder schön zu feiern.

Natürlich freuen wir uns immer besonders, aber bei Turbostaat besonders herzlich. So eigenen Stakkato-Punk mit so überspeziellen Texten kann sonst wirklich niemand, das wäre auch sehr seltsam.

Moderner Folkpop

Dabei sehen Jan Windmeier und seine Freunde von Nahem gar nicht aus wie wilde Schreier, sondern ganz schön gewöhnlich. Fiese Täuschung! Vom Eröffnungs-„Guten Tag!“ bis zum letzten „Husum verdammt nochmal!“ sind die Küstenspezialisten auf Hochspannung und unterbrechen die höchstens mal aus Rhythmusgründen. Wer vorher keinen Text von denen kannte, kann nachher alle mitsingen.

Wenn Kettcar sagen, dass was gut ist, dann muss das ja stimmen. Trotzdem schlagen wir zur Sicherheit noch mit in die Kerbe und bestätigen: Sönke Torpus aus Hamburg trägt für einen jungen Menschen zwar extrem spießige Handwerkerklamotten, spielt dafür mit seiner Band aber umso hübscher modernisierten Folkpop mit Akustikgitarre, Banjo, Geige und wunderbaren Chorgesängen. Die einzig übrige Frage ist, warum die sich nicht „Torpus & Sons“ genannt haben.

Andreas Winkelsträter


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