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Wenn der Bibliotheksdirektor in den Wahnsinn getrieben wird...

26.04.2007 | 16:51 Uhr

Die Bibliothek hat Geburtstag. Was tun die Dortmunder Autoren? Sie schreiben für sie. In aller Öffentlilichkeit. "Sonst kann man einer Bibliothek ja nix schenken", sagt Klauspeter Sachau und lacht. Schließlich stammt die Idee von ihm und dem Ver

Rolltreppe hoch, durch ein paar Bücherregale - und da sitzen sie. Die Dortmunder Autoren. Oder zumindest noch eine: Krimiexpertin Sabine Deitmer. Vor ihr liegt ein Blatt Büttenpapier, auf dass sie mit Filzstift schreibt. Das, was ihr gerade in den Sinn kommt zum Thema 100 Jahren und Bibliothek.

Zurückhaltend schaut Klauspeter Sachau zu; vor ihm liegen gut zwei Dutzend Blätter der Autoren, die bereits kamen, schrieben, abgaben. "Ein Buch landet irgendwo in Regalen oder in der Schublade", erklärt Sachau. So aber solle eine Sammlung von Autographen Dortmunder Autoren entstehen, die etwa ausgestellt werden könnten. Jedes Blatt, dass an diesem einen Tag beschrieben wurde, kommt in eine Mappe mitsamt Bild des Autoren - und wird Ulrich Moeske, Leiter der Stadt- und Landesbibliothek, am Samstag, 28. April, 19 Uhr, vorgelesen und überreicht. Organisiert hat das Autor Jörg Albrecht.

Eine Frau, die darauf wartet ihre Bücher abgeben zu können und sich einen Apfel zwischen die Zähne klemmt, hat etwa Claudia Kraszkiewicz beobachtet. Dieter Treeck erinnert daran, dass mit Schreibmaschinenseite 100 das Leben des Autoren Arno Schmidt endete. Katharina Bauer schreibt von "hundert Schichten der Stadt, aufgefächert im Abendlicht". Und Ivette Kunkel breitete sich kurzerhand über den Rahmen aus: "Wörter sind bloß Hirnstaub. Immer auch da schreiben, wo man nicht darf", befindet sie. "Es ist wunderschön, wie die verschiedenen Schreibweisen selbst bei so kurzen Texten herauskommen", sagt Sachau. Gestochene, schnörkelige, kleine, große Handschriften liegen vor ihm, Texte, in denen gestrichen, gearbeitet wurde - Persönlichkeitsmarken.

Sabine Deitmer legt den Stift beiseite. "Das war lustig", sagt sie. Das Gewusel um sie herum störte sie nicht: "Wenn ich schreibe, existiert nichts anderes". Sie hat ihre Fantasie auf den Bibliotheksleiter - oder vielmehr "Herrn Mösle" - konzentriert: Der liegt bei einer Visite angegurtet im Klinikbett. Worte wie Bücher, Bibliothek etc. dürfen ihm gegenüber nicht genannt werden. Weil die Autoren "ihn in den Wahnsinn getrieben haben"...

Von Nadine Albach

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