Wendlers Manager nennt Rotlicht-Anspielungen „Riesensauerei“

Michael Wendler steht im Mittelpunkt eines Schlagerkrieges "unter der Gürtellinie".
Michael Wendler steht im Mittelpunkt eines Schlagerkrieges "unter der Gürtellinie".
Foto: Ralf Rottmann / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Schlagerwelt in Aufruhr: Ein Ex-Vertrauter von Michael Wendler posaunte angebliche Rotlicht-Affären an die Öffentlichkeit. Sein aktueller Manager spricht beim Festival Dortmund Olé von einer „Riesensauerei“. Der Sänger selbst antwortet diplomatisch - und plant eine Karriere in Übersee.

Dortmund.. Michael Wendler wird wohl nie zu den Schwiegermutter-Barden des Schlagergeschäfts zählen, die weder anecken, noch sonderlich auffallen. Seit der Dinslakener mit „Sie liebt den DJ“ (2007 Platz 27 der Charts) die Herzen der Discofox-Freunde eroberte, vergeht kaum ein Monat, in dem der gelernte Speditionskaufmann nicht irgendwie in den Schlagzeilen landet. Scharmützel über Lästereien der Sangeskollegen. Knatsch um den Künstlernamen. Oder Frotzeleien über die Vorherrschaft in den Mallorca-Diskotheken.

So weit, so Schlager. Doch noch nie wurde es so persönlich wie jetzt. Ein ehemaliger Manager des selbsternannten „König des Popschlagers“ meldete sich über die Boulevardpresse mit stattlichen Anschuldigungen, die mit schöner heiler Schlagerwelt nur noch wenig zu tun haben. Darin geht es um pikante Details aus Wendlers Privatleben. Von angeblichen Besuchen in Bordellen ist die Rede. Von heimlichen Affären hinter der Bühne. Ein scharfer Schnitt in die Privatsphäre.

Schlagerkrieg „unter der Gürtellinie“

Beim Schlagerfestival „Dortmund Olé“ wollen am Samstag einige zehntausend Fans im Westfalenpark ausgelassen feiern. Doch hinter der Bühne gärt es. Die ungewöhnlich hohe Zahl an Kamerateams hat dort nur ein Ziel. Kaum einen zieht es zu Mickie Krause oder Jürgen Drews. Alle wollen Michael Wendler. Der erscheint am Nachmittag zu seinem Auftritt knapp verspätet – und genervt.

Ein Zustand, den sein aktueller Manager Markus Krampe nur zu gut verstehen kann. „Was momentan passiert, ist unter der Gürtellinie.“ Was seinen Kollegen dazu veranlasste, dermaßen abzuledern, kann der Veranstalter, der ebenfalls die Olé-Festivalreihe initiiert, nicht nachvollziehen. Krampe reagiert emotional: „Man darf Grenzen nicht überschreiten. Und hier ist eine dramatisch überschritten worden.“

Michael Wendler Michael Wendler selbst, versucht sich vor seinem Auftritt, bei dem es traditionell viel Jubel, aber auch Buh-Rufe gibt, nichts anmerken zu lassen. Doch er wirkt angeschlagen. Keine Interviews. Keine Frage zu den heiklen Anschuldigungen.

Gegenüber der WAZ sagt er: „Es ist immer so, dass über mich viel diskutiert und gesprochen wird. Damit muss man als öffentliche Person auch umgehen können. Und das kann ich, glaube ich, ganz gut.“

„Der Mann hat Familie und viel abgekriegt“

Manager Markus Krampe wird konkreter. „Der Mann hat Familie. Er hat ein Kind, was auch in die Schule gehen muss. Die haben so viel abgekriegt in der letzten Zeit.“ Und weiter: „Es ist schwierig, wenn da nichts dran ist. Du bekommst öffentlich was ab. Du bekommst zuhause was ab. Ich habe zuletzt oft mit ihm darüber geredet.“

Doch warum spaltet der 41-jährige Sänger überhaupt so sehr die Musikwelt? Krampe: „Das hat damit zu tun, wie er in die Branche marschiert ist, mit welchen Sprüchen. Ich finde das gut, das gehört zur Show. Man muss seinen Standpunkt vertreten. Wir brauchen keine aalglatten Typen. Michael Wendler hat niemanden persönlich beleidigt. Er kritisiert, spricht Sachen an. Aber er greift niemanden in seinem Privatleben an.“

An Überraschungen mangelte es nie. Auch jetzt nicht. Michael Wendler möchte sich nach all dem Ärger verstärkt auf seine internationale Karriere konzentrieren. Das Ziel: Amerika erobern. Mit Schlagermusik. Die ersten Schritte sind schon getan.

„Da sind wir auf einem guten Weg. Wir sind gerade aus den Staaten zurück. Ich war bei einer TV-Sendung, die von über zehn Millionen Amerikanern gesehen wurde.“ Bei Fox5News konnten die US-Zuschauer erste Wendler-Kontakte knüpfen. Seine Hits aus Deutschland hat er ins Englische übersetzt.

Wendler will mit „She loves the DJ” Amerika erobern

Wenn es nach dem Dinslakener geht, soll das nur der Anfang sein. „Wir haben schon den Videoclip zu `She loves the DJ` gedreht. Am Freitag kommt das internationale Album auf den Markt. Das ist eine Hausnummer. Das ist mein erstes internationales Album, das in jedem Land der Welt herauskommen wird.“

Szene Die Chancen, die USA mit Discofox zu erobern, schätzt er als gut ein. Mehr noch: „Wir hatten einen Auftritt in Las Vegas. Die Amerikaner sind offen für uns Deutsche und den Eurodance-Schlager. Die kennen so etwas nicht. Es war eine super Erfahrung. Ich denke, es ist in Amerika viel möglich, auch für den reinen Schlager.“

Der Ärger aus Deutschland wirkt weit weg, wenn er über seine internationalen Pläne spricht: „In Amerika bin ich ein unbeschriebenes Blatt. Da ist es einfacher, die Leute ohne Vorurteile zu erreichen. Ich fühle mich zurückversetzt in frühere Zeiten in Deutschland. Die Leute haben noch ein Fragezeichen auf der Stirn. Man muss sich beweisen, man muss viel tun, damit die Leute einen ins Herz schließen.“