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Welche Güter werden in Dortmunder Hafen umgeschlagen?

22.12.2011 | 20:00 Uhr
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Dortmund.   170. 000 Container werden jährlich am Dortmunder Container Terminal bewegt, und es werden von Jahr zu Jahr mehr. Doch was ist eigentlich drin in diesen Containern? Wo kommen sie her und wo gehen sie hin? Für die Serie „Dortmund will’s wissen“ haben wir uns einmal im Hafen umgehört.

Sollten Sie sich irgendwann mal in Australien, in Japan oder sonstwo auf der Welt ein deutsches Bier aufmachen, können sie davon ausgehen, dass sich dieses Bier einige Wochen vorher schon mal in Dortmund befunden hat. Im Hafen, um genauer zu sein. Denn dieser Hafen ist Dortmunds Tor zur großen weiten Welt, 170.000 Containerbewegungen gibt es hier jedes Jahr. Doch was befindet sich eigentlich in diesen Containern? Aus welchen Ländern kommen sie und wo gehen sie hin? Wir haben uns mal im Hafen umgehört.

Unser Leser Helmut Moning hat sich mit diesen Fragen an uns gewandt. Er hat in den 50er Jahren selbst im Hafen gearbeitet und fragt sich heute, was es mit den immer mehr werdenden Containern auf sich hat.

Zurzeit lagern knapp 3.500 Container im Dortmunder Hafengebiet. Etwa 1000 davon sind beladen, der Rest verweilt leer auf der 60.000 qm großen Terminalfläche. Was sich in den vollen Containern befindet, ist schnell beantwortet: Nämlich so gut wie alles. Vom Sixpack Bier über das 10er-Pack Unterhosen bis hin zum „Älvros“-Ledersofa von Ikea. Die Zeiten der Montanindustrie sind vorbei, stattdessen regiert der Konsum: Im Hafen kommen und gehen Konsumgüter jeglicher Art, alles, was einem im alltäglichen Leben so begegnet.

Trimodaler Hafen

Aufgrund der Nähe zum Ikea-Europalager sind viele der Container mit Produkten des schwedischen Möbel-Riesen beladen, aber auch die Discounter Kik und Tedi sind große Kunden des Container Terminals Dortmund (CTD). Über 800.000 Tonnen wurden 2010 allein am CTD umgeschlagen, das ist fast ein Drittel des gesamten Schiffsgüterumschlags des Dortmunder Hafens.

Hafenfahrt in Dortmund

„Wenn importierte Container ankommen, kommen sie überwiegend aus Richtung Asien“, sagt Torsten Schütte, Geschäftsführer des CTD, „und werden von hier aus dann hauptsächlich in die Region transportiert – aber auch bis nach Nordhessen, Paderborn, oder ins Sauer- und Siegerland.“ Container, die exportiert werden, gehen hingegen hinaus in die ganze Welt. Über die Häfen in Hamburg oder Rotterdam, zum Beispiel.

Der Dortmunder Hafen ist trimodal ausgelegt, das heißt, die Container können per Schiff, Eisenbahn und Lkw transportiert werden. Seit einiger Zeit wird versucht, möglichst viele Transporte auf die Schiffe und Eisenbahnen zu verlagern, um die Straßen der Region vom Lkw-Verkehr zu entlasten.

1.000 LKW-Fahrten täglich gespart

Fünf Millionen Tonnen Güter werden im Hafengebiet jährlich mit den umweltfreundlichen Binnenschiffen und Eisenbahnen umgeschlagen und transportiert, „allein im Jahr 2010 ersparte der Hafen dem Ruhrgebiet damit 1.000 Lkw-Fahrten“, erklärt Hafensprecher Christian Manthey, „und zwar täglich.“

In Zukunft will der Hafen seinen Betrieb noch mehr auf Schiffe und Bahnen konzentrieren, und noch weniger auf Lkw. Dafür entsteht zurzeit ein zweites Terminal, KV-Terminal genannt. Es soll für den „kontinentalen kombinierten Ladungsverkehr“ dienen und weitere Transporte von der Straße auf die Schienen verlagern. Investor des Projekts sind die Dortmunder Stadtwerke, der Bau soll im Frühjahr 2012 beginnen.

Dass das neue Terminal entstehen soll, hat aber auch einen weiteren Grund: In diesem Jahr hat es am CTD noch einmal deutlich mehr Containerbewegungen gegeben als in den Vorjahren, die Kapazitätsgrenze von 180.000 Ladeeinheiten ist damit fast erreicht.

Mehr Container im Hafen

Ganze 70.000 qm soll das neue Terminalgelände betragen. Es wird also größer und größer, das Dortmunder Tor zur weiten Welt.

Mats Schönauer

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