Weiterer PCB-Verursacher im Dortmunder Hafen
14.09.2010 | 14:24 Uhr 2010-09-14T14:24:00+0200
Dortmund.Die Stilllegung der Firma Envio war ein erster Schritt zur PCB-Bekämpfung im Dortmunder Hafen. Doch laut Landesumweltamt muss es neben dem Ende Mai stillgelegten Betrieb noch weitere PCB-Emittenten geben.
Laut Untersuchungen des Landesumweltamtes muss es im Dortmunder Hafen neben der Ende Mai stillgelegten Entsorgungs-Firma Envio mindestens noch einen weiteren PCB-Verursacher geben, wie die Bezirksregierung Arnsberg am Dienstag mitteilte. So sei die Stauniederschlagsmenge im hochsommerlichen Juli „auf breiter Front“ gestiegen. An mehreren Messpunkten lag die PCB-Belastung sogar höher als vor der Envio-Stilllegung. Mit Hilfe des Landesamtes soll nun der Ursache auf den Grund gegangen werden, hieß es. Dennoch geht die Bezirksregierung davon aus, dass Envio für die Hauptbelastung durch PCB in dem Areal gesorgt hatte.
Envio wird vorgeworfen, beim Recycling von PCB-haltigen Transformatoren die Sicherheitsauflagen nicht ausreichend berücksichtigt und verseuchtes Material als gereinigt deklariert zu haben. Bei Gesundheitsuntersuchungen wurden im Blut von Envio-Mitarbeitern erhöhte PCB-Werte gemessen. Bei einem Beschäftigten wurde ein um das 25.000-fache erhöhter Wert festgestellt. PCB (Polychlorierte Biphenyle) besitzen ähnliche Eigenschaften wie Dioxine, sind giftig und gelten als krebserregend.
Die Produktion bei Envio war auf Anordnung der Bezirksregierung nach dem Feststellen von Schadstoffbelastungen auf dem Firmengelände im Dortmunder Hafen eingestellt worden. Wegen der Schließung kündigte das Unternehmen acht Mitarbeitern betriebsbedingt. Auf dem Gelände wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten begonnen. (dapd)
22:38
Und die BR Arnsberg hat mal wieder keinen Überblick und Durchblick.
18:00
Nun ist es raus - der betroffene Betrieb ist die Interseroh Hansa Recycling GmbH an der Kohlenstr. Laut RN gab es heute eine Presse-Einladung dazu.
Was im Artikel der RN allerdings auffällt: Interseroh bemühte sich darzustellen, dass man keine *PCB-Öl-haltigen* Trafos entsorge und/oder recycle. Das ist zwar streng genommen richtig, aber der Artikel verschweigt dann, dass man sehr wohl Alttrafos, auch Großtrafos entsorgt. Das lässt sich auf den Interseroh-Seiten nachlesen.
Da Interseroh auch Alttrafo-Transporte als Dienstleistung anbietet, würden mich evt. Geschäftsverbindungen zu Envio ja mal interessieren.
17:59
Ich gehe davon aus, das Envio versucht das verpestete Material was da noch irgendwo rum liegt irgendwie wegschaffen will. Mir kann doch keiner sagen, dass da alles Still ist und kein Fahrzeug (LKW) rein und raus fährt.
Warum durfte die Bezirksregierung denn nicht eintreten? Was zu verheimlichen? Noch schnell was wegziehen.. und dann war es ein versehen?
An meiner Stelle würde vor Envio ein Container stehen wo leute 24 std kontrollieren, wer wann wo raus geht und was.
Aber das kostet Geld leute.
Also dann eher lieber nicht?
12:20
@ #7
Es handelt sich um Staubniederschlag, der gemessen wurde. Freigesetzte PCB lagern sich an Feinstaub an und werden so per Luft verteilt.
Wenn ich heute die mehr als kryptische Meldung der Bezirksregierung richtig interpretiere (http://www.bezreg-arnsberg.nrw.de/aktuell/2010/09/144_10.html), handelt es sich um *ein* Betriebsgelände, das neben Schrottlagern und einer Schredderanlage auch eine Produktionsstätte inkl. Schornstein beherbergt.
Was da allerdings produziert wird, so dass es zu PCB-Emissionen im Abgas kommen könnte, ist mir völlig schleierhaft. In Frage käme höchstens Abfall-Verbrennung in einem Ofen o.Ä. Man sollte halt nicht vergessen, dass PCB noch zuhauf in Alt-Baumaterialen wie z.B. Dichtungsmassen oder auch imprägniertem Holz vorkommen können.
11:40
So sei die Stauniederschlagsmenge im hochsommerlichen Juli „auf breiter Front“ gestiegen. An mehreren Messpunkten lag die PCB-Belastung sogar höher als vor der Envio-Stilllegung.
Was ist eine Stauniederschlagsmenge und wo befindet sich das neuentdeckte PCB?
Im Wasser, in der Luft, auf Material?
Liest sich wie nach der Feststellung Verschweigen können wirs nicht, aber um Himmelswillen nicht die Wahrheit schreiben, sonst ....
01:17
Es wäre verwunderlich, wenn auch in diesem Fall nicht wieder das Schrott-Dreigestirn Hittmeyer/RRD/Ahle GmbH als Abnehmer von Envio-Blechen in Frage käme. Ahle liegt genau westlich auf der anderen Hafenbeckenseite.
Überdies hatten ja einige Kommentatoren schon vor Monaten hier geschrieben, dass es kurz vor der Stilllegung zu hektischen Verlade-Aktivitäten von Trafos und Schrott auf dem Envio-Gelände kam. Wenn da Jemand im Hafen noch schnell Geld machen wollte, aber dann der Blechabnehmer kalte Füße bekam, liegt und staubt das Zeug ja noch irgendwo rum.
21:48
Es wäre verwunderlich, wenn auch in diesem Fall nicht wieder das Schrott-Dreigestirn Hittmeyer/RRD/Ahle GmbH als Abnehmer von Envio-Blechen in Frage käme. Ahle liegt genau westlich auf der anderen Hafenbeckenseite.
Überdies hatten ja einige Kommentatoren schon vor Monaten hier geschrieben, dass es kurz vor der Stilllegung zu hektischen Verlade-Aktivitäten von Trafos und Schrott auf dem Envio-Gelände kam. Wenn da Jemand im Hafen noch schnell Geld machen wollte, aber dann der Blechabnehmer kalte Füße bekam, liegt und staubt das Zeug ja noch irgendwo rum.
21:34
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20:04
Hat das vielleicht auch etwas mit der unsachgemäßen Sanierung zu tun? Oder kann das ausgeschlossen werden?
Wo kann man die Daten der letzten Messung einsehen?, das LANUV hat (unter www.lanuv.nrw.de/umwelt/stoerfaelle/anlagen.htm) noch keine aktuellen Daten veröffentlicht, wie es scheint.
18:50
Tja, das wird teuer, teuer, teuer...... Mh, für wen wohl? Ich weigere mich dafür zu sparen... und fertig!