Weitere Festnahme nach Mord an Pferdewirtin in Berlin

Im Fall der getöteten Pferdewirtin in Berlin ist nun auch noch die Mutter des verdächtigen Freundes des Opfers festgenommen worden.
Im Fall der getöteten Pferdewirtin in Berlin ist nun auch noch die Mutter des verdächtigen Freundes des Opfers festgenommen worden.
Foto: Thinkstock
Was wir bereits wissen
Nach dem mutmaßlichen Auftragsmord an einer 21-Jährigen in Berlin hat es eine vierte Festnahme gegeben. Auch die Mutter des in U-Haft sitzenden Freund des Opfers ist laut Polizei dringend tatverdächtig. In dem Fall waren bereits zwei Männer und eine Frau aus Dortmund und Dorsten gefasst worden.

Berlin/Dortmund.. Der Kreis der Tatverdächtigen wird immer größer: Im Fall der Tötung einer 21-jährigen Pferdewirtin in Berlin-Lübars ist am Dienstag in Pasewalk in Mecklenburg-Vorpommern eine weitere Person festgenommen worden. Es handelt sich um die Mutter des bereits wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft sitzenden Freundes des Opfers, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Mittwoch mit und bestätigten damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Gegen die Frau habe sich ein dringender Tatverdacht ergeben.

Die junge Pferde-Wirtin war am 21. Juni von einer Passantin tot an einer Straße am Lübarser Freibad gefunden worden. Insgesamt sitzen nun fünf Tatverdächtige in Haft. Außer dem Freund des Opfers und seiner Mutter seien alle geständig, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich. Tatmotiv seien mehrere Lebensversicherungen der Pferdewirtin, die zugunsten ihres Freundes abgeschlossen worden waren. Zu Beginn der Ermittlungen war die Polizei von einer Beziehungstat ausgegangen.

Messerattacke auf Opfer bereits im April

Der jetzt festgenommen 55-Jährigen wird vorgeworfen, die junge Frau bereits am 9. April in Tötungsabsicht mit einem Messer von hinten angegriffen zu haben. Die Pferde-Wirtin habe damals nur durch heftige Abwehr ihr Leben retten können, sagte Redlich. Danach musste das Opfer intensivmedizinisch behandelt werden. Der Vorfall sei bei der Polizei angezeigt worden.

Die Mutter habe zu Protokoll gegeben, dass sie "einen Blackout" gehabt habe. Diese Messerattacke spielte sich Redlich zufolge auf einem Pferdehof in Friesack im Landkreis Havelland ab, wo Mutter, Sohn und das spätere Opfer wohnten. Die junge Frau sei nach dem Angriff sofort ausgezogen, aber mit dem Sohn befreundet geblieben.

Mutter soll in Planung des Mordes eingeweiht gewesen sein

Darüber hinaus soll die 55-Jährige der Polizei zufolge in die Pläne zur Tötung der 21-Jährigen eingebunden gewesen sein. Während die Ermittler zunächst von einer Lebensversicherung ausgingen, wurden inzwischen sechs weitere Policen entdeckt, wie der Polizeisprecher betonte. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand handele es sich um eine Gesamtversicherungssumme in Höhe von etwa 2,1 Millionen Euro.

Die Versicherungen seien mit drei unterschiedlichen Gesellschaften abgeschlossen worden, fügte der Sprecher hinzu. Einige Versicherungen galten bereits vor dem 9. April, sodass bei dem Messerangriff bereits Habgier als Motiv vermutet werden müsse. Die Ermittlungen zu den Modalitäten der Versicherungsabschlüsse dauern Redlich zufolge an. So werde beispielsweise untersucht, ob die Versicherungen mit dem späteren Opfer Kontakt hatten.

22-Jähriger aus Dortmund soll den Mordauftrag ausgeführt haben

Der bereits kurz nach der Tat festgenommene Freund des Opfers soll der Polizei zufolge die Tötung der Frau in Auftrag gegeben haben. Bereits in Untersuchungshaft sitzen drei weitere Personen. Eine mit dem Freund des Opfers über den Pferdesport bekannte 26-Jährige aus Dorsten soll mithilfe ihres 23-jährigen Bruders einen 22-jährigen Dortmunder angeworben haben. Er steht im Verdacht, die junge Frau gegen eine Zahlung in Höhe von 1.000 Euro getötet zu haben.

In der Tatnacht soll das Opfer der Polizei zufolge von dem Freund unter dem Vorwand eines Pferdekaufs auf den Parkplatz am Lübarser Freibad gelockt worden sein. Dort haben er und die 26-Jährige, die das Pferd vermeintlich kaufen wollte, das Opfer durch ein Gespräch abgelenkt, bis der 22-Jährige sie von hinten angegriffen und erwürgt haben soll. (dapd)