Das aktuelle Wetter Dortmund 11°C
DFB-Fußballmuseum

Weiter Unklarheit über Aussehen des DFB-Fußballmuseums in Dortmund

29.06.2011 | 17:14 Uhr
Weiter Unklarheit über Aussehen des DFB-Fußballmuseums in Dortmund
Einer von zwei Siegerentwürfen zum DFB-Fußballmuseum kommt vom Architektenbüro HPP Hentrich-Petschnigg + Partner aus Düsseldorf, hier eine Animation der Außenansicht.

Dortmund.Mitte 2014 soll das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund auf dem jetzigen Gelände des Busbahnhofs eröffnet werden - aber noch immer ist nicht klar, wie der Baukörper aussehen und nach welchem Architektenentwurf gebaut wird. Es gibt zwei Kandidaten.

Mitten in Dortmund soll ab der zweiten Jahreshälfte 2012 gegenüber des Hauptbahnhofs auf dem Platz des heutigen Busbahnhofs das DFB-Fußballmuseum entstehen. Als Tag der Entscheidung, wie der Bau aussehen soll, war eigentlich der 5. Mai 2011 vorgesehen. Doch da die Architekten der drei Siegerentwürfe Nachbesserungen vornehmen mussten, sollte der Sieger am 29. Juni verkündet werden. Auch daraus wurde nichts.

Die Preisrichter konnten sich auch am Mittwoch nicht auf einen Entwurf einigen. Immerhin sind es jetzt nach 6:1-Entscheidung der Jury nur noch zwei Entwürfe, die sich, wie Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau sagte, „ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern“, das Mitte bis Ende August endgültig entschieden sein soll. Das A und O sind die Baukosten, denn es bleibt dabei: Die veranschlagten 14,5 Millionen Euro für den Rohbau dürfen nicht überschritten werden.

Das Preisgericht hatte die Einstufung der drei noch im Wettbewerb befindlichen Entwürfe der Architektenbüros HPP Hentrich-Petschnigg + Partner (Düsseldorf), Arge Petersen BWM Architekten und Partner (Dortmund) sowie pmp Architekten (München) zu bewerten.

Entwürfe für Fußballmuseum

Ausgeschieden aus dem Rennen ist das einzig verbliebene Dortmunder Büro, dessen terrassenförmiges Bauwerk mit bespielbaren Fußballfeldern von Beginn an umstritten war. Es sei der einzige Entwurf, der durch die Überarbeitung seit Anfang Mai „nicht entscheidend verbessert worden ist“, wie OB Sierau anmerkte. Und da die Baukosten schon damals um rund 9 Mio. Euro überschritten worden waren, ist der Entwurf nunmehr Geschichte.

Bleiben noch zwei, die, um in der Fußballersprache zu bleiben, wohl ins Elfmeterschießen müssen. Da wäre zum Einen das Büro HPP. Die Düsseldorfer haben ihr Gebäude, einem überdimensionalen Monitor ähnlich, in seiner Längsausrichtung verkürzt und die Fassade transparenter gestaltet - und bewegen sich nunmehr nach erster Sichtung im Rahmen der von DFB vorgegebenen Kosten von 14,5 Millionen Euro. Gefallen sind die Würfel damit aber noch nicht. In der Jury gibt es auch Stimmen, die auf den Entwurf des Münchner Büros PMP Architekten setzen. Die haben die Höhenentwicklung ihres Baukörpers, der auf einem Sockel steht, zurückgenommen und das Gebäude insgesamt kleiner gesetzt.

Optimierungsbedarf

Anfang Mai hatten die Juroren bei allen drei Plänen „noch Optimierungsbedarf“ gesehen, wie Jury-Vorsitzender Prof. Peter Kulka damals anmerkte. Alle Entwürfe waren auch zu teuer und sollten sich, so die damalige Vorgabe, „der Realität anpassen“. Der nationale und in Deutschland beispiellose Fußballtempel auf 6500 qm soll laut Plan im Sommer 2014 eröffnen. Die Besucher sollen bei der Eröffnung einer speziellen Ausstellungsdramaturgie durch insgesamt fünf Bereiche folgen, die gezielt aufeinander aufbauen.

Insgesamt 36 Millionen Euro (inklusive Baukosten und Ausstattung) stehen für den Fußballtempel zur Verfügung. Den Löwenanteil schickt das Land mit 18,5 Mio. Euro, weitere 7,9 Mio. Euro speist der DFB ein, zehn Mio. Euro machen Sponsoren locker. Am Bau des Fußballmuseums ist die Stadt Dortmund nicht beteiligt, dafür stellt sie ihr Busbahnhofgrundstück kostenlos zur Verfügung. Den Rahmen für den Rohbau hat der DFB auf 14,5 Millionen „gedeckelt“.

Virtuelle Predigten

Realistisch, wenn auch ebenfalls nicht unproblematisch, erschien der Jury Anfang Mai die Arbeit des Münchener Büros pmp Architekten. Ihr Baukörper legt zwar einen Soloauftritt am Entree zur City hin, stellt aber die durch sein Sockelgeschoss bedingte Höhenentwicklung die Botta-Bibliothek und Nachbargebäude in den Schatten - und das im wahrsten Sinn des Wortes: Mit 29 Metern Höhe (so die ursprüngliche Idee) würde das Fußballmuseum die rund 20 Meter hohen Umgebungsbauten beträchtlich überragen. Gleichzeitig wären auch die Baukosten nach oben geschossen: pmp lag rund 5 Mio. Euro über dem Soll.

Als heimlicher Jury-Favorit galt Anfang Mai der Entwurf von HPP aus Düsseldorf, der - zumindest in punkto Kosten - die Nase vorn hätte. Dieser lag "nur" mit drei Millionen Euro über dem Soll und musste für das Ausstellungskonzept im Inneren des Fußballpalastes ebenfalls überarbeitet werden. Denn die Besucher sollen nicht nur gucken und staunen, sondern sich in Multivisons-Shows wiederfinden, die virtuelle Halbzeit-Predigt eines Trainers in der Kabine mitverfolgen und sich wie beim Einlaufen auf den Stadionrasen fühlen.

Gregor Beushausen

Facebook
 
Kommentare
30.06.2011
14:29
Weiter Unklarheit über Aussehen des DFB-Fußballmuseums in Dortmund
von vaikl | #7

@ #6

Dortmund hat den Zuschlag bekommen, weil die anderen Bewerberstädte nicht so blöd waren, dem DFB auch noch die Unterhaltskosten in den gutgestopften Rachen zu werfen.

30.06.2011
08:25
Weiter Unklarheit über Aussehen des DFB-Fußballmuseums in Dortmund
von snafuprinzip | #6

@#2, Thiesbuerger:
Ich denke mal, daß aus historischen Gründen eigentlich nur Leipzig (Gründungsstadt des DFB) und Dortmund (Gründungsstadt der Bundesliga) in Frage kommen.
Aktuell vielleicht noch München als Stadt des Rekordmeisters, aber das hätte wahrscheinlich zuviele böse Stimmen gegeben und Dortmund als Teil des fußballverrückten Ruhrgebiets bot sehr wahrscheinlich einfach die beste Schnittmenge, zwischen Tradition und Moderne.

Schönen Gruß,
snafu.

30.06.2011
07:32
Weiter Unklarheit über Aussehen des DFB-Fußballmuseums in Dortmund
von schwarzbart | #5

Wo denn sonst? In der Geisterstadt Gelsenkirchen?

30.06.2011
07:19
Weiter Unklarheit über Aussehen des DFB-Fußballmuseums in Dortmund
von msdong71 | #4

Ich finde den Standort grauenhaft. Da hat man schonmal en freien Raum zwischen Bahnhof und der anderen Straßenseite und da baut man den auch noch zu. Finde ich genauso schlimm wie das BIG Gebäude auf der Wallache vor dem U.

29.06.2011
20:49
Blockierter Kommentar.
von holzwickede | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

29.06.2011
20:38
Weiter Unklarheit über Aussehen des DFB-Fußballmuseums in Dortmund
von thiesbuerger | #2

Und wieso gerade in diesem Dorf Dorrtmund??????????
Sind da etwa so viele Dortmunder im DFL und DFB vertreten?

29.06.2011
17:46
Weiter Unklarheit über Aussehen des DFB-Fußballmuseums in Dortmund
von Hagrid | #1

Die genannten Beträge sollte man schon mal vorab mindestens verdoppeln. Wer glaubt denn noch, dass solche frühen Zahlen irgendetwas mit der Realität zu tun haben?

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/4819416/create

UMFRAGE

Sollen Stehplätze in Fußballstadien abgeschafft werden?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Layla Zoe in Dortmund
Bildgalerie
Piano
Hitze am Phoenix-See
Bildgalerie
Wetter
Achtung, Dortmund — hier droht Bußgeld!
Bildgalerie
Bußgeld-Katalog
Aus dem Ressort
Wohnraum für Arme: Knapp und schlecht saniert
Soziales
Auf dem Wohnungsmarkt haben Menschen mit wenig Geld das Nachsehen. Zum einen gibt es immer weniger Sozialwohnungen. Zum anderen lassen privater Finanzinvestoren günstige Wohnungen verkommen.
Aus Amerika direkt nach Hörde
Germany's next Topmodel
Model Diana hätte Germanys next Topmodel werden können, Model-Mama Heidi Klum rechnete ihr große Chancen fürs Finale aus. Diana aber entschied sich gegen die Show und schied aus familiären Gründen freiwillig aus. Mit ihrer Familie ist die 17-Jährige nach ihrem Ausstieg von Hagen nach Hörde gezogen.
Foto