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Revue im Henßler-Haus

Weihnachtsrevue mit Knall-Effekt

23.12.2012 | 19:00 Uhr
Weihnachtsrevue mit Knall-Effekt
Claus Dieter Clausnitzer, Ulrich Schlitzer, Jenny Bischoff und Björn Jung .Foto: Anja Cord

Dortmund.   Die „Akte X-Mas“ - so der Titel der Veranstaltung am Freitagabend im Dortmunder Henßler-Haus. Die Besucher hatten Vergnügen ohne Ende.

„Akte X-Mas – die Weihnachtsrevue, nach der Sie einpacken können“ sorgte am Freitag für ein ausverkauftes Fritz-Henßler-Haus. „Das Programm schlägt einen Bogen von X-Mas heute zu Weihnachten früher. Und ich kann Ihnen versichern: Da knallt einiges zusammen“, versprach Moderator Thomas Koch.

So zum Beispiel Otto Ernsts romantische „Erwartung der Weihnacht“, vorgetragen von Schauspielerin Jenny Bischoff: „Und wieder klingt die alte Sage, wie einst die Lieb geboren ward, die unbegrenzte Menschenliebe in einem Kindlein hold und zart.“ Dem Kabarettist Fritz Eckenga seine nüchterne Sicht entgegensetzt: „Heiligabend, stille Stimmung, Tanne duftet, Kerze scheint. Knapp zwei Stunden zur Bescherung, Sippe wieder mal vereint.“

Ähnlich trocken die Weihnachtsanekdote von Poetry-Slammer Torsten Sträter: „Dortmund-City – es regnet weihnachtlich.“ Während sich der zweite Poetry-Slammer im Bunde, Andy Strauß, mit der „schwierigsten Mission des Jahres“, dem Kauf von Weihnachtsgeschenken, beschäftigt. Während die Betonung von Schauspieler Björn Jung Theodor Storms „Knecht Ruprecht“ eine komische Seite verleiht.

Geschäftsidee: „Kinder verleihen“

Kammerschauspieler Claus Dieter Clausnitzer und Kabarettist Uli Schlitzer stellten unter anderem Tucholskys durch das politische Geschehen geprägten Dialog zweier Engel bei der Abarbeitung der menschlichen Wunschlisten zum Ende der Weimarer Republik nach. „Kinder verleihen, wäre eine riesen Geschäftsidee, geht aber nicht, weil alle Kinder schon bei ihren Eltern sind“, bringt Koch die Hauptpersonen an Weihnachten ins Spiel, während Katinka Buddenkotte ihre Erlebnisse mit ihrem liebsten Weihnachtsgeschenk schildert: dem Videorecorder „Vidi“.

Zur Revue wird diese bunte Mischung durch ebenso abwechslungsreiche musikalische Einlagen von Paul Wallfisch und Charlotte Brandi. Letztere lässt es sich auch nicht nehmen Whams „Last Christmas“ neu zu interpretieren. Während Wallfisch in Selbstgeschriebenes und Weihnachtsblues gekonnt mit altem Liedgut wie „Stille Nacht“ verbindet. Koch und seine Gäste haben Texte und Musik so gewählt, dass hauptsächlich die persönliche Auseinandersetzung von Kulturschaffenden mit dem Thema Weihnachten weihnachtlichem Allgemeingut gegenüber steht.

So gelingt es, der inneren Zerrissenheit, mit der viele zu dieser Zeit zu kämpfen haben, angesichts dessen, was sein sollte und dessen was ist, gerecht zu werden. Gleichzeitig lassen sie aber bei aller kritischer Betrachtung und satirischer Überzeichnung am Ende keinen Zweifel daran, dass Georg Kreislers Lied zutrifft: „Weihnachten ist eine schöne Zeit.“

Silke Rathert



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