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Weihnachtsboten treffen auf Bergmänner

09.11.2012 | 07:00 Uhr
Weihnachtsboten treffen auf Bergmänner
Engel treffen in der Weihnachtsausstellung des MKK auf Bergleute aus dem Erzgebierge.Foto: Knut Vahlensieck

Eine vierstöckige Weihnachtspyramide mit Tannenwald und Bermännern in Paradeuniform stimmte um 1900 eine Familie im Erzgebirge auf die Festtage ein. Zu sehen ist sie in der Weihnachtsausstellung des Museums für Kunst und Kulturgeschichte.

Verfroren sehen sie aus, die beiden Holzkinder. Dick angezogen mit Mütze und Schal, die Wangen rot vor Kälte, so stehen die Striezelkinder mit ihrem Bauchladen im Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) und verbreiten frostig-heimelige Weihnachtsstimmung. Am morgigen Samstag eröffnet die traditionelle Weihnachtsausstellung im MKK, diesmal unter dem Titel „Engel, Bergmann, Striezelkinder“.

Neben den Striezelkindern, deren ersten Entwurf Max Schanz 1930 fertigte, stehen neue Entwürfe der Kinder, die auf dem Striezelmarkt Kleinigkeiten verkauften. „Die sehen schon viel fröhlicher aus“, kommentiert Kuratorin Susanne Schilling. Die Volontärin des Museums hat die Ausstellung konzipiert und Weihnachtsdeko aus dem Erzgebirge aus mehr als einem Jahrhundert zusammengetragen.

Besonders imposant: Eine vierstöckige Weihnachtspyramide mit Bauernhof, Tannenwald und Bergmännern in Paradeuniform, die um 1900 entstanden ist. „Damals wurden solche Dinge in der Familie hergestellt. Aus dem Volkshandwerk hat sich das Kunsthandwerk entwickelt“, erklärt Susanne Schilling und weist dann auf die nächste Vitrine, in der eine Weihnachtspyramide steht, die aus einem schlichten Holzblock besteht. „Die erinnert nur noch entfernt an die traditionellen Pyramiden. Wir haben in der Ausstellung immer wieder den Bogen zwischen traditionellen, alten Objekten und modernem Design gespannt.“

Bergleute in Paradeuniform

Zwischen musizierenden Engelchen und ernst blickenden Nussknackern sind immer wieder Bergleute aus dem Erzbergbau in Form von Räuchermännern oder Lichtterträgern zu sehen. „Die waren – anders als hier – im Erzgebirge Zünften zugeordnet“, erklärt Susanne Schilling den auffälligen Dress: weiße Hose – mit Arschleder selbstredend, schwarze Jacke, roter Brustlatz und grüner oder schwarzer Schachthut. Die Kunsthandwerksfiguren als Zeitzeugen.

Auch die „Räuchertürken“ berichten von der Neugier auf eine fremde Kultur, die ab der Mitte des 19. Jahrhunderts aufkam: „Das Bild, das man von den Türken hatte, wandelte sich. Die türkische Gemütlichkeit trat in den Vordergrund mit türkischem Honig, der Tradition des Tee-Trinkens und Pfeife-Rauchens“, erklärt die Kuratorin.

Spannend wird es, wenn Kinder und Familien selbst Hand anlegen können: In der Region um Seiffen waren sogenannte Reifentierchen verbreitet. Gedrechselte Reifen geben im Querschnitt die Form der Figur preis: Esel, Engel und Pferd werden wie bei einem Kuchen Stück für Stück abgespalten und dann bearbeitet. Nach diesem alten Verfahren können auch die Besucher der Ausstellung eigene Reifenfiguren herstellen (siehe Infokasten).

Von Maike Rellecke



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