Weichen fürs Dortmunder FZW sind gestellt
19.11.2010 | 18:29 Uhr 2010-11-19T18:29:00+0100
Dortmund.Die Weichen für die Zukunft des FZW wurden gestern im Rat gestellt: Die Vergabe an den privaten Betreiber panUrama wurde im Rat beschlossen. Obwohl: Noch droht eine Klage wegen möglicher Verstöße gegen die EU-Richtlinien.
Die Weichen für die Zukunft des FZW wurden gestern im Rat gestellt. Mit den Stimmen von CDU und SPD wurde die Vergabe an den privaten Betreiber panUrama beschlossen. „Ich bin froh, dass das jetzt vom Tisch ist“, zeigte sich Kämmerer Jörg Stüdemann nach der Entscheidung erleichtert. Gleichwohl könnte noch Ungemacht drohen, da ja noch eine Klage wegen möglicher Verstöße gegen die EU-Richtlinien in Sachen staatlicher Beihilfen droht.
Erleichtert zeigte sich auch Till Hoppe von panUrama: „Wir wissen, dass wir vor einem riesigen Gewaltakt stehen, doch sind wir als Dortmunder mit vollem Elan bei der Sache.“ Er habe mit seinem Partner Thomas Pieper nicht die Absicht, das FZW inhaltlich komplett anders auszurichten. Doch stehe man vor dem Problem, dass man in der ersten Zeit sicher nicht die absoluten Highlights im Konzertbereich aufbieten könnte. Deshalb überlege man, ob man nicht das Programm um den Bereich Comedy erweitern wird. „Wir stehen mit den Veranstaltern, die bislang im FZW aktiv waren, im Gespräch, und das nicht erst seit der Ratsentscheidung.“
Debatte hoch gekocht
Es sei schade, dass die FZW-Debatte so hoch gekocht worden sei. Er werde zusammen mit Jörg Stüdemann am kommenden Dienstag mit den Mitarbeitern im FZW sprechen. Ziel sei es, „möglichst viele der Mitarbeiter zu übernehmen.“
Stüdemann betonte noch einmal, dass die negativen Schlagzeilen aus dem FZW nicht die Mitarbeiter oder das bisherige Programm betreffen. „Das Programm ist ganz, ganz großartig“, so der Kämmerer. Nach den Berichten der Rechnungsprüfer und der politischen Nachbearbeitung sei es an der Zeit, „dass das Haus wieder positive Aufnahme in der Stadt und Region findet“.
Betreiberform wie geplant
Man habe jetzt die Betreiberform, eine GmbH, die man immer haben wollte, nur nicht mit der AWo, sondern einem privaten Betreiber. Zudem seien Gastronomie und Konzertprogramm nun in einer Hand. Das Jugendamt selbst werde sich in das Objekt einmieten für eigene Veranstaltungen, habe zudem einen Raum angemietet, um ständig vor Ort präsent zu sein. Das sei im Vertrag verbrieft. Es sei nun am Jugendamt mit dem Verantwortlichen Daniel Binder das Profil dafür zu erstellen.
Die Rückmiete für diese Veranstaltungen (es sollen jährlich rund 40 sein) könnte jedoch noch im Rahmen der EU-Richtlinien „Verbot für staatliche Beihilfen“ ein gerichtliches Nachspiel haben. Denn nach Informationen der Westfälischen Rundschau liegen diese Mietpreise, die die Stadt dann an panUrama zahlen muss, wesentlich höher als bei vergleichbaren Konzerthallen. Und darin könnten die Richter möglicherweise die verbotenen „staatliche Beihilfen“ sehen. Zum anderen wird dadurch die vereinbarte panUrama-Pacht - aufs Jahr betrachtet - fast wieder ausgeglichen.
15:16
super abgewürgt die Diskussion, klaus-thomas-willi-udo, ab auf die trollwiese, zu den anderen SPD-Neumitgliedern....
So so, Comedy statt kabarett? Wann kommt denn tutti-Frutti? Ist das nicht auch beim privatfernsehen schon so gelaufen...? Das Niveau hats nicht angehoben.
@erich: der Bürgermeister hat nicht gelogen, er hat Dich nur mit einer formulierung gefoppt: das fzw wird nicht privatisiert, nur der Kulturbetrieb darinnen! ;-))
Wer hat Dich verraten? Sozialdemokraten!
Und die Betreiberform, die man immer haben wollte, wie es im artikel steht, sollte eigentlich eine gGmbH und eben keine privatwirtschaftliche GmbH werden. Statt in gemeinnützige Projekte fliesst der vermeintliche Gewinn nun in private Taschen.
Insgesamt riecht das für mich nach ultra durchgeklüngelt, als sei die Privatisierung von Beginn an das Ziel gewesen, nur den rechnerischenn sinn fürs stadtsäckel darin hab ich noch nicht gefunden...schaff ich aber noch.
Durch die Mietkosten im neuen Haus wären die Einnahmen aus dem Verkauf des alten Gebäudes/Geländes ja wohl eh bald aufgebraucht. Und bevor einer merkt, dass hier mal wieder ein public-private-partnership-konstrukt in die hose geht, schnell weg damit.
Ich hatte es ja schonmal geschrieben: eine Gmbh haftet nur bis 25tsd Eu...das reicht gerade mal für zwei, drei Monate Miete. Deswegen bin ich ziemlich sicher, dass die Stadt weitere Zusagen hat machen MÜSSEN, auch über die Anmietung einzelner Räume hinaus...wenn panUrama zu macht müssen sie es eh wieder übernehmen.
Hier würden mich die vereinbarten Details echt interessieren...
Ein wenig leid tut mir der privatier dennoch, weil die ganze vergabegeschichte doch einen recht negativen eindruck (bei den lesern) hinterlassen hat und so zumindest der anfang nicht einfach werden wird. Wenn es denn überhaupt möglich ist, so einen Bums in schwarze zahlen zu führen (was ich eigtl bestreite), dann hätte die Stadt das auch mit einem angestellten Geschäftsführer machen können...was anderes sind nämlich so GmbH-Betreiber eigentlich auch nicht. Am besten einen, der schon etwas Erfahrung bei einer GmbH hat ;-)
Wie ich in einem anderen Kommentar vorgerechnet habe benötigt ein privater Betreiber auch deutlich höhere Einnahmen...wenn der GF die auch reinbrächte, amortisierte er sich selbst :-)
Und @vaikl: recht haste, das ganze Gezerre war zwar sehr wohl hauptsächlich ein Streit um Geld; losgegangen mit dem Gemecker über die mietfreie Raum- und Musikanlagen-Nutzung. Aber um Kostenexplosion gings wirklich nicht...
Da fällt mir ein, es wurde doch fabuliert von 2-4000 Euro pro Vermietung (also pro Tag) an einen externen Veranstalter...wie kommt man da auf eine Monatsmiete von nur 10tsd?
Aber den ganz grossen Kotzreiz krieg ich immer wenn ich an die jährlich fest zugesicherte Kulturförderung für U und Konzerthaus denke. 4,95Mios fürs Konzerthaus, afaik 6,3Mios für das U (ohne die panUrama-Gastro, denen man aber immerhin komplett eingerichtete Räume hinstellt).
Allein diese beiden Projekte sind so teuer, dass ein einziges Prozentchen guter Wille fürs FZW genügt hätte. 11,25 Mio/100= 112500, womit fast schon der gesamte Jahresetat. abgedeckt wäre Klar ist das ne Neiddiskussion, aber wer hat denn damit angefangen?
Aber ach, was reg ich mich auf...ob im Kleinen oder Grossen, Deutschland ist eben doch eine Bananenrepublik. Und die SPD spielt dabei auf allen Ebenen die unsäglichste Rolle.
22:09
Richtig!! Nicht immer dieses alles madig machen! Raucher Nichtraucher usw. Es gibt bestimmt auch Nichtraucher und Grüne die gerne feiern. Ich freu mich schon auf die Partys 2011!!
22:04
#25 Genau! Ist auch egal ob einer in der SPD ist oder nicht. Wichtig ist, das das Ergebnis stimmt und für Dortmund positiv ist. Raucher und Nichtraucher können auch gemeinsam feiern, wenn die Abzugsanlage in Ordnung ist oder wenn in der Halle geraucht werden darf aber dafür im Club nicht!
21:05
Was habe ich gesagt bzw geschrieben? Schon haben wir wieder eine Raucher-Diskussion. Ihr armen Menschen, gibt es denn gar nichts wichtigeres? Vor allem zu Thema FZW?
19:37
schuldigung. Ist Anfang der 90er abgeschafft worden...
19:34
Zucker wird bereits besteuert.
19:04
@21 dem kann ich nur zustimmen, was wird denn demnächst alles verboten oder besteuert? der Zucker?
18:52
Ich agiere nicht fürs Rauchen. Rauchen gehört einfach zum Feiern dazu, das hat mit dem Veranstalter gar nichts zu tun. Und ob der neue Veranstalter in der SPD ist ist doch egal, da kann man in Dortmund sowieso nichts ändern! Aber die Grünen Anti-Raucher Anti-Party agieren gegen Raucher.
18:46
Gerade das FZW hat eine sehr gute Abzugsanlage, da können Raucher und Nichtraucher aller Altersgruppen gut zusammen feiern. Wenn ich rauche hat noch nie ein Gast was gesagt, immer nur die Security... Die DJs rauchen auch, genauso wie die Mitarbeiter... Die ganze Agitation gegen Raucher ähnlich wie in Bayern nutzt hier gar nichts. In Dortmund ist man tolerant!
18:34
@ #18
So isses. Rauchen in Versammlungsstätten mit vielen Personen geht gar nicht - aber - in Raucherkneipen sehr wohl, selbst wenn die Gut-Menschen das auch verbieten wollen.