WAZ und Forsa stellen die Sonntagsfrage
08.01.2010 | 09:15 Uhr 2010-01-08T09:15:00+0100
Dortmund. Noch gibt es keinen Termin für die Wiederholung der Dortmunder Kommunalwahl. Doch wie steht eigentlich der Wähler zur umstrittenen Neuauflage des Urnengangs? Das wollte die WAZ wissen und beauftragte das Forsa-Institut mit einer Umfrage. Die Ergebnisse liegen am Samstag vor.
Es war der politische Knüller des letzten Jahres - und das Thema wird Dortmund auch 2010 noch eine Weile beschäftigen: Der Haushaltsskandal und seine Folgen haben die Stadt weit über ihre Grenzen hinaus zum Gesprächsthema gemacht und Beachtung auch in überregionalen Medien gefunden. Selbst dem Düsseldorfer Landtag war die Dortmunder Etatkrise eine Debatte wert.
Sieht der Wähler einen Wahlbetrug?
Wie aber denken eigentlich die Dortmunder Bürger über die angebliche „Haushaltslüge” und über den Vorwurf des Wahlbetrugs? Was halten die Wähler davon, dass sie aller Voraussicht nach in Kürze ein weiteres Mal nach dem Superwahljahr 2009 an die Urne gerufen werden? Und: Halten die Dortmunder die vom Rat der Stadt im Dezember beschlossene Wiederholungswahl eigentlich für sinnvoll?
Das wollte die WAZ wissen und beauftragte das renommierte Meinungsforschungsinstitut Forsa mit einer repräsentativen Umfrage. Exklusiv für die Zeitung hat Forsa ein politisches Stimmunsgbild der Dortmunder Bürger ermittelt - das erste überhaupt seit Beginn der Krise.
Welche Partei würden Sie wählen, wenn...
Wissen wollte man unter anderem, ob die Dortmunder für Klagen einzelner Mandatsträger aus dem Rat und den Berzirksvertretungen gegen die Wahlwiederholung Verständnis aufbringen. Auch die Bereitschaft, noch einmal zum Stimmzettel zu greifen, wurde abgefragt - woraus sich Rückschlüsse auf die Wahlbeteiligung ziehen lassen. Schließlich ging es auch um die berühmte Sonntagsfrage. Also: Wie stehen denn nun die Chancen für den amtierenden Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD)? Spielt die Diskussion Hauptkonkurrent Joachim Pohlmann (CDU/FDP) in die Karten? Und wie schneiden die Parteien ab?
Gestartet haben die Meinungsforscher die Umfrage Anfang dieser Woche. Am Freitag werden die Antworten ausgewertet. Bisher zeichnet sich ab: Es muss mit Überraschungen gerechnet werden. Das Ergebnis mit allen Details der Umfrage erscheint am Samstag (9. Januar) in komplettem Umfang in der WAZ. Auf DerWesten gibt es später eine Zusammenfassung.
11:02
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20:32
Wenn an einem Tag 11 Ratsmitglieder und SPD-Vetreter aus fast allen Bezirksvertretungen Klage einreichen, dann ist dies eine konzertierte Aktion, die nicht ohne Wissen der gesamten Parteiführung abgelaufen sein kann.
Dann wurde hinter den Kulissen kräftig für eine Klage geworben und wahrscheinlich gezielt in den einzelnen BV-Fraktionen nach Unterstützern gesucht, um auch mit Sicherheit die Wahlwiederholung zu Fall zu bringen.
Dass bei einer Wahlwiederholung des Oberbürgermeisters Herr Sierau dann abgestraft werden soll, ist einfach ungeheuerlich.
Ihn schickt die SPD nach vorne, soll er doch als Bauernopfer die Pfründe der Strippenzieher und Hintermänner der Fraktion nicht in Gefahr bringen.
Dies ist ein unglaublicher unsolidarischer Umgang miteinander innerhalb der SPD Dortmund.
Quintessenz:
Eine SPD, die nicht mit ihrem Kandidaten in die Entscheidungsschlacht zieht, die nicht gewillt ist mit ihm gemeinsam zu kämpfen - eine solche SPD-Fraktion wird doch in keinster Weise von Herrn Sierau geführt!
Wahrscheinlich werden die wahren Herren der SPD Dortmund sich folgendes gedacht haben:
Wir haben die stärkste Fraktion im Rat, selbst wenn Herr Pohlmann gewinnen würde: Den Einfluss behalten wir.
Ein Sieg der Strippenzieher, eine Niederlage für Sierau und klare Verhältnisse.
Wer als Ratsherr gegen den Beschluss klagt, der sieht den Gewinn des eigenen Mandates als persönliche Leistung an, nicht jedoch als Dienst am Volke, bzw. der Bevölkerung.
Sicherlich ist es für den einzelnen schwierig, nach jahrelangen Parteisitzungen, des Suchens von Unterstützern vor der eigentlichen Kandidatur, die ganze mühsame Arbeit um auf der Liste zu landen, das errungene Mandat möglicherweise wieder abgeben zu müssen, weil der Wähler bei einer neuerlichen Wahl abstrafen könnte.
Anstatt mal in den eigenen Reihen aufzuräumen, Schluss zu machen mit den Kungeleien und die Platzhirsche mal aufs Abstellgleis zu verfrachten und damit die SPD zu erneuern, hat der Defätismus zum Gang vor die Gerichte geführt.
Die Wahrheit ist, dass die SPD Angst hat vor den Neuwahlen, Angst hat vor den Wählerinnen und Wählern - wer mit sich im Reinen ist und aus gutem Gewissen kämpfen kann, der kann im Verlieren gewinnen!
So aber verliert die SPD im Gewinnen.
19:50
@4
Stimme voll zu.
Die Ratsvertreter der SPD sind alles Politikzombis und von Prüsse und Drabig ferngesteuert.
13:08
4 ichbinsdochnur,
bravo, besser kann es nicht auf den Punkt gebracht werden.
12:23
Also Forsa ist ja leider zum Ende von Schröders Amtszeit sehr nach rechts zur Union gerutscht
Man erkennt das daran, das Forsaumfragen als einziges von 6 Instituten bundesweit die SPD noch bei 22 % sieht, wohingegen ARD Deutschlandtrend schon 25 % ausweist.
Herr Güllner ist - obwohl er noch Mitglied der SPD sein soll - für sein wöchentliches SPD Bashing bekannt.
Letztes Beispiel waren die letzten Umfragen für die landtagswahl NRW, Güllner sah im November CDU(FDP vorn. 2 Tage später war lt. ARD Links vorn.
Auch Güllners Erfolg bei der BTW darf man nicht überbewerten, seine letzte Umfrage kam 3 Tage vor der Wahl, andere 14 tage vorher.
10:49
Herr Araf
Wahr ist die Umfrage nur dann, wenn die SPD verliert. ???
Dann würden Sie ja, der WAZ respektive der Forsa unterstellen, dass diese Umfrage nicht ganz korrekt gelaufen ist.
Das glaube ich definitiv nicht!
Warten wir es doch erst einmal ab; dann werden wir sehen.
# 4
Mit der Klagefreundlichkeit -falls.....könnten sie (leider) recht haben.Das wäre, in der Tat, ein Armutszeugnis und würde signifikante Auswirkungen und/oder Signalwirkungen auf die bestehende Landtagswahl haben.
Aber wenn jeder (Pattexvertreter/in) nur an sich denkt, ist doch eigentlich an ALLE gedacht!
10:18
Ich bin mir sicher:
Sollte eine solche Umfrage den Hinweis darauf geben, dass bei einer Wiederholungswahl die SPD gnadenlos abgestraft wird, so wird dies doch wohl höchstens die Klagefreudigkeit der Sozialdemokraten anregen.
Und das ist dann wirklich erbärmlich.
Jene Arbeiterpartei, die einmal in Dortmund relativ gut die malochenden, kämpfenden Menschen vertreten konnte: Sie wird die Neuwahlen blockieren. Weil sie nicht mehr kämpfen kann.
Weil sie alles verraten hat, was man nur verraten kann.
Ja, ist es nicht bezeichnend, dass die SPD
- gemeinsam mit den Grünen Jugoslawien bombardierte?
- die Hartz-Reformen beschloss und gerade bei der Versorgung der Kinder deren Armut beschleunigte und Wahnsinn zum Programm machte (für Säuglinge ist Geld für Zigaretten vorgesehen, aber nichts für Windeln)
- einen Kanzler stellte, der nun für den russischen Staat arbeitet
- die mit dem Anspruch der hohen Moral Putin als lupenreinen Demokraten auswiesen (siehe vorherigen Punkt)
- die unsere Soldaten nach Afghanistan schickten
(in einen vollkommen sinnlosen Auftrag)
und die in Dortmund:
- Kultur nur in städtischen Angeboten sehen
(Konzerthaus, Theater, FZW), aber in Dortmund die freie Szene so mangelhaft ausgewiesen bekommen
- ein Sozialticket schaffen, dass in den monatlichen Gebühren höher liegt als die eigene Partei als Regelsatz auf Bundesebene verabschiedet hat
- die konsequent das Migrationsproblem ignorieren, die gesamte Nordstadt verlottern lassen, wo dies eine Perle der Kultur, der kleinen Einheiten, möglicherweise nach Vorbild Amsterdams sein könnte
10:09
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09:45
Wahr ist die Umfrage nur dann, wenn die SPD verliert.
07:32
......so gespannt, habe ich ja noch nie auf einen Samstag gewartet und hoffe, dass ich heute Abend an der Tanke bereits die Ausgabe erhalte ! Fall es nicht schon eher in derWesten erscheint.