Was passiert mit dem alten Ostwall?
18.02.2011 | 18:36 Uhr 2011-02-18T18:36:00+0100
Dortmund.Die Planungen für das Museum Ostwall im U-Turm sind bislang mau – und für die leerstehende alte Wirkungsstätte am Ostwall sammelt die Stadt eifrig Interessenten. Hier ein kleiner Überblick!
Im Moment bietet das Gebäude am Ostwall einen eher traurigen Anblick: Leer und beinahe einsam wirkt es. Die Bibliothek soll im März in das U ziehen, im April oder Mai verlasse das MO das Haus ganz, wie der DOtrmunder Kulturdezernent Jörg Stüdemann erklärt. Für die Zukunft hat er bereits eifrig Vorschläge gesammelt:
- Dortmunder Kunstverbände und der Kunstverein wollen ein „Haus der Kunst“ schaffen.
- Der Bund Deutscher Architekten (BDA) interessiert sich für ein „Haus der Architektur“.
- Das Stadtarchiv könnte in das Gebäude ziehen und auf der Kellerebene ein Lagermodul errichten.
- Verschiedene Dortmunder Sammler haben sich gemeldet, weil sie gern ihren großen Kunstbesitz dauerhaft dort ausstellen würden.
- Die Aktivisten von UZDO, die im vergangenen Sommer die Kronenbrauerei besetzt hatten, wollen ein Zentrum für unabhängige Kultur errichten.
- Auch eine klassische Immobilienverwaltung (z.B. mit einer Seniorenresidenz) oder ein Abriss sind Möglichkeiten.
Das Stadtplanungsamt sortiere die Vorschläge zu einer Prioritätenliste, so Stüdemann, der mit einer Entscheidung im April oder Mai rechnet.
Noch überschaubar ist die Planung des Museum Ostwall im U für 2011, wie sie Museumsdirektor Kurt Wettengl beschreibt:
- Nach der Ausstellung „Bild für Bild“, die noch bis 25. April läuft, konzentriere sich das MO auf die Sammlungspräsentation auf den Etagen 4 und 5.
- Für das „Schaufenster“ sei eine Sound-Installation der Künstlerin Christina Kubisch in Vorbereitung.
- Voraussichtlich im Mai eröffne die interaktive, digitale Fassung des „Interaktiven Archivs“, zu dem es auch eine Gesprächsreihe geben soll.
- Im Herbst werde die Sammlung wieder in Bewegung gebracht.
- Eine „kleine Präsentation“ zum 100. Geburtstag Harry Fränkels sei ebenso vorgesehen wie eine Präsentation von Werken Hans Breders. Das Hans-Breder-Archiv bearbeitet das MO gemeinsam mit der TU Dortmund.
- Die Kulturstiftung Dortmund vergibt in diesem Jahr einen Preis für bildende Kunst, den sie mit einer Ausstellung verbinden will, wie Vorstandsmitglied Hans Klüting in Aussicht stellt: Diese Schau würde die Stiftung mitfinanzieren.
- Zudem bereitet das MO gemeinsam mit dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte eine Benno Elkan-Schau vor, die Mitte März in der Hansastraße eröffnet.
07:58
Ein Abriss sollte KEINE Option darstellen!
Dieses schöne Gebäude muss erhalten bleiben.
Dortmund - meine Heimatstadt - mach bitte keinen Fehler. Das alte Rathaus wurde nicht wieder aufgebaut, die alte Stadt- und Landesbibliothek abgerissen ...
Für mich war das Museum am Ostwall immer ein Haus der Kunst, und ich bitte darum, dass das auch so bleibt. Die Dortmunder Kunstszene ist bemerkenswert, und es wäre unbedingt nötig, diese zu fördern und ihr ein Zentrum zu geben - DIE CHANCE momentan.
11:19
Ein Zentrum für Unabhängige Kultur wäre das Beste für diesen Standort und ein Highlight für die Stadt. Für etablierte Kultur wurde ja nun auch wirklich genug Geld ausgegeben. Nicht, dass ich ein Leuchtturmprojekt wie das U unnötig fände - es würde nur sehr viel sinnhafter mit einem solchen Ort für junge, aufstrebende Künstler als zweitem Bein der Dortmunder Stadtkulturpolitik.
Allerdings seh ich da schwer schwarz: Die Bolschewisten von der Dortmunder SPD kriegen bei dem Wort unabhängig sofort schwer paranoide Anfälle: Am Ende kann man in einem unabhängigen Projekt den Parteigenossen gar keine Pöstchen zuschieben...