Kulturhauptstadt
Was erwartet Dortmunds Kulturszene von 2010?
30.12.2009 | 07:37 Uhr 2009-12-30T07:37:00+0100Dortmund. Am 1. Januar ist es soweit: Das neue Jahr ist Realität - und damit die Kulturhauptstadt Ruhr2010. Aber was erwarten Dortmunds Kulturschaffende vom kommenden Jahr? Die WR hat nachgefragt.
Vielen aus dem Herzen spricht wohl Nordtstadt-Barde Boris Gott: „Für mich ist das jetzt noch ein bisschen abstrakt.” Trotzdem hofft er, dass die Kulturhauptstadt einen Denkanstoß liefert, damit „die Kulturszene des Ruhrgebiets langfristig eine eigene Identität und mehr Selbstbewusstsein entwickeln kann.”
Mehrwert von Kultur
Diesen Verbrüderungsgedanken teilt auch der künftige Schauspieldirektor Kay Voges, der sich ein Zusammenrücken der Städte und ein Ende des Kirchturmdenkens wünscht, sodass die „Vielstimmigkeit der kulturellen Institutionen über 2010 hinaus Nachhaltigkeit erlangt in der Kulturförderung und -vermittlung”.
Die Theaterschaffende Barbara Müller setzt gar darauf, dass den Besuchern durch die Kulturhauptstadt der „Mehrwert von Kultur als wertvoller Bestandteil des sozialen Lebens” deutlich wird - denn sie fürchtet für die nächsten Jahre drastische Sparmaßnahmen und hofft darauf, dass 2010 deutlich macht, wie wichtig es ist, die Strukturen zu erhalten.
Eher pessimistisch zeigt sich Künstler und Geierabend-Regisseur Günter Rückert, der befürchtet, dass primär Großereignisse abgefackelt werdem: „Zwar beteiligen wir uns auch vom Westfälischen Künstlerbund an einer großen Kunstaktion und die Künstler können ihre Arbeit an großen Orten präsentieren - aber im Grunde müssen sie draufzahlen. Sie kriegen nichts dafür, dass sie die Kunst fertigmachen, verpacken, dahin transportieren. Dabei machen gerade die Künstler der verschiedenen Sparten die Kulturhauptstadt so bunt.”
Imagegewinn für die Region
Brigitte Bailer, Galeristin und Künstlerin, kritisiert zwar, dass viele Projekte noch mit einem Fragezeichen versehen seien - sie setzt aber auf einen Imagegewinn für die Region: „Ich hoffe, dass viele Kunstinteressierte kommen, um den Eindruck, dass hier immer noch eine große schwarze Wolke hängt, zu verändern und festzustellen, wie vielfältig das Ruhrgebiet ist, wie grün und kreativ. Aus der Kulturhauptstadt soll eine große Stadt entstehen, wie New York.”
Opernintendantin Christine Mielitz glaubt zwar daran, dass die Region einen Quantensprung nach vorn machen wird. „Die Frage ist nur, wie nach jeder Olympiade: Wird die geschaffene Infrastruktur genutzt oder entwickeln sich Geisterstädte? Ich bin aber fest davon überzeugt, dass es etwas Bleibendes geben wird.”
Urlaub abgesagt
Offiziell eröffnet das Kulturhauptstadtjahr am 9. Januar mit einem zweitägigen Kulturfest auf Zeche Zollverein am 9. (ab 18 Uhr) und 10. Januar (ab 10 Uhr) in Essen. Dabei tritt auch das aus Dortmund stammende East West European Jazz Orchestra Twins 2010 auf.
Sich selbst zur ersten Kulturhauptstadt-Veranstaltung Dortmunds ernannt hat sich der Geierabend, der am 2. Januar Premiere feiert.
Weitere Informationen zum Programm in Dortmund gibt es im Internet unter
www.ruhr2010.dortmund.de
Auch Paul Baranowski, Leiter der „transindustriale”, erwartet, dass die Region einen Schub bekommt, „damit wir kulturell aufholen und in einer Reihe mit den Metropolen genannt werden.” Eine Voraussetzung für ihn: Dass 2010 nicht zu abgehoben wird und an den Bürgern vorbeigeht.
Optimistisch ist Rosemarie Pahlke, Ruhr.2010–Kunstbeauftragte der Stadt, die „vieles erleben” will, eine Reise zur Partner-Kulturhauptstadt-Istanbul plant und Gastgeberin der Reisenden beim Schauspiel-Projekt „Odyssee” ist. Und auch Horst Hanke-Lindemann, Sprecher der freien Szene, hat seinen Sommerurlaub abgesagt: „Das wird ein Riesenerfolg. Man muss optimistisch daran gehen und an einem Strang ziehen, damit die Leute auch gern kommen.”
14:33
@11 Schwarzbart, was wollen sie eigentlich? Der Kommentar 1 von Dr.Thor sagt doch nur, daß es Terminprobleme und Kostenexplosion beim U gibt , was stimmt, und das die gelder für Kultur nach 2010 knapper werden, das hat der Rat doch schon beschlossen. Hätte das gleiche ein Linker geschrieben würden sie wohl Beifall klatschen. So blamieren sie sich doch nur.
19:13
@10: Klar. Die Bilderstürmereien und Autodafés zwischen 33-45 In Deutschland hatten gar nix mit Nazi-Gesinnung zu tun und die Neos von heute sind gewaltfreie Bildungsmenschen, die Free Jazz hören und Richard Rauschenberg oder Neo Rauch lieben. Oder wie?
18:43
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13:06
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10:56
Der Meister der Monochrome, Jasper Jones, ist ja leider tot. Sonst hätte er den Dortmundern für 2010 ein 3x3-Meter-Bild kleine Karos in SchwarzWeiss widmen können. Das zeigen die Kommentare hier in klarer Weise - besonders die No.1 der Liste, die braune Sumpfkröte mit der kulturbefreiten Bilderstürmer-Gesinnung. Wenn Dr. Doofs Gesinnungsgesindel das Sagen hätte, würden im Ostwall-Museeum Röhrende Hirsche in Altöl gezeigt und im domicil an der Hansastrasse Wagner gespielt.
Aber keine Sorge: Das Dortmund von heite ist keine kulturlose Arbeiterstadt. die proletarisch Kulturunfähigen treten nur in grosser Häufung im Westen-Forum auf, sonst nirgends.
08:11
...Qualitätsverlust leiden wird
08:10
Gerade Herr Voges hat hier ja bestimmt ganz große Erwartungen. Leider steckt er in dem Dilemma, dass er fast sämtlichen Schauspielern die Verträge gekündigt hat, aufgrund der Haushaltssperre aber keine neuen abschließen darf. Also wird versucht, die noch unter Vertrag stehenden Künstler zum bleiben zu überreden, was wohl die meisten aufgrund von Verärgerung und bereits neu unterschriebenen Arrangements ablehnen dürften. So kann man gespannt sein, ob das Dortmunder Schauspiel nicht im Jahre der Kulturhaupstadt unter einem enormen
02:40
Nix, meinen Kulturbeutel hab ich Zuhause.
Den kann ich auch auf Reisen mitnehmen.
00:57
@#4
Wenn man das Großdenken betrachtet, mit dem z.B. in Köln einem der bedeutendsten Museen der Kulturgeschichte aus reiner Blöd- und Berühmtgeilheit buchstäblich das Wasser abgegraben wurde, würde ich mich als Rheinländer erst emal jaanz still verhalten tun.
Wenn Sie möchten, können Sie das Museum für toten Fußball gerne haben und für dessen Unterhalt bezahlen - es schwimmt gut.
00:30
Gerade das DFB Museum gilt doch als einer der wenigen Lichtblicke in den nächsten Jahren....hochwertige Architektur und der größte Fussballverband der Welt in der Stadt sind nicht die schlechtesten Aussichten aber das kleindenken regiert so oft im Kopf der Dortmunder...kein Wunder das sie oft hinter Städten die Essen,Düsseldorf oder Köln liegt.
Liebe Grüße aus dem Rheinland.