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Insolvenz

Was bleibt von Karstadt?

09.06.2009 | 19:44 Uhr

Verschwindet der traditionsreiche Name Karstadt aus dem Dortmunder Stadtbild? Diese Sorge teilen derzeit gleich mehrere Beobachter angesichts der Insolvenz des Warenhauskonzerns.

„Sollte es zur Übernahme durch den Metro-Konzern kommen, werden die übernommen Karstadt-Häuser sicher nicht mehr Karstadt heißen, sondern in Galeria Kaufhof umbenannt”, glaubt Norbert Hüwel von der Gewerkschaft Verdi. Ähnlich sieht es Wilm Schulte, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes: „Es kommt sehr darauf an, was passiert. Wenn sich Karstadt aus der Insolvenz heraus nicht eigenständig sanieren kann und stattdessen die Metro-Gruppe zum Zuge kommt, dann verschwindet der Name.” Ansonsten sieht Schulte für Dortmund keine dramatische Entwicklung voraus. „Der Warenhaus-Standort Innenstadt steht meiner Ansicht nach nicht zur Disposition.” Wirtschaftsförderungschef Udo Mager kann Schulte „angesichts der Ertragsstärke von Karstadt in Dortmund” nur beipflichten.

Für die Belegschaft ist die gestern beantragte Insolvenz nach Ansicht von Verdi-Mann Hüwel „die schlechteste aller Möglichkeiten”. „Vor der Insolvenz hätte die Übernahme durch Metro planvoller verlaufen können”, so Hüwel. Habe erst der Insolvenzverwalter das Sagen, könne es zu gravierenden Nachteilen für die Mitarbeiter kommen, etwa im Hinblick auf mögliche Sozialpläne und das Tempo des Personalabbaus.

Die Folgen für den Standort Dortmund schätzt Hüwel allerdings „im Ergebnis ähnlich” ein wie bei einer Fusion mit Metro-Kaufhof. In seiner Existenz gefährdet sieht Hüwel vor allem das Technikhaus an der Kampstraße. Um das so genannte Haupthaus am Westenhellweg und das Sporthaus am Hansaplatz macht sich der Gewerkschaftssekretär weniger Sorgen: „Anders als in anderen Städten gibt es in Dortmund im Warenhausbereich keine Überkapazitäten.” Zu Personalabbau werde es aber wohl oder übel kommen.

Der Betrieb in den drei Karstadt-Häusern ging trotz der Hiobsbotschaft aus der Essener Konzernzentrale gestern unvermindert weiter. Die Mitarbeiter stellten allerdings spontan ihre Kunden-Aktion ein, mit der sie allein in Dortmund 16 000 Unterschriften für den Erhalt der Karstadt-Häuser gesammelt hatten (WAZ berichtete). Gewerkschafter Hüwel, der gestern mit der Belegschaft sprach, berichtete allerdings von bedrückenden Szenen und großer Hilflosigkeit. Über ihre Zukunftsängste und die seit Monaten andauernde Ungewissheit hatten Karstadt-Mitarbeiter am Montag auch im Gespräch mit der WAZ berichtet.

Ein Indiz dafür, dass die Karstadt-Insolvenz in Dortmund weniger Lücken reißen könnte als anderswo, kommt aus dem Hause Dreier. Der Dortmunder Immobilienverwalter ist Eigentümer des Karstadt-Sporthauses. „Wir haben langfristige Verträge und machen uns keine Sorgen. Bisher hat Karstadt immer gezahlt”, hieß es dort.

Michael Kohlstadt

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Kommentare
11.06.2009
19:38
Was bleibt von Karstadt?
von WESO | #10

ICH DENKE ES FEHLT AUCH AN FACHVERKÄUFER BEI K.BEI MULTIMEDA HAT DOCH KAUM EINER INTRESSE DEM KD.GEGENÜBER IM HAUPTHAUS WIRD MAN VOM VERKAUF MIT AROGANZ BEHANDELT KARSTADT IST IN DER ENTWICKLUNG STEHEN GEBLIEBEN ICH SEHE SO KEINE CHANCE FÜR EINE RETTUNG.

11.06.2009
01:42
Was bleibt von Karstadt?
von vaikl | #9

Wenn man aktuell hört, dass die - ohnehin unwillig geführten - Gespräche mit der Metro über eine Fusion mit den Kaufhof-Häusern einfach seitens Arcandor abgebrochen wurden und sich dann noch die staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen Middelhoff wg. Bereicherung und gegen Eick wg. Insolvenz-Verschleppung vor Augen führt, dann frage ich mich, ob diese geplante Insolvenz nicht genauso wie das beschönigte Dahinsiechen von Karstadt in den letzten 5 Jahren ein einziger Riesenschwindel ist, der - ähnlich wie beim coop-Skandal Ende der Achtziger - auch wieder die Metro als letzendlichem Profiteur der bestehenden Insolvenz-Masse sieht und genau wie damals die Beschäftigten als emotionales Bildvieh für die Massenmedien instrumentalisiert.

Irgendwie ist ganz Deutschland auf dem kindlich-naiven Wirtschaftswunderglauben der glorreichen Sixties stehengeblieben und lernt seitdem nichts mehr dazu.

10.06.2009
14:22
Was bleibt von Karstadt?
von runningvalentino | #8

Die betroffenen Mitarbeiter könnten mich u.U. dauern,
nicht aber die äußerst unfähigen Leute in der Führungsspitze.

Qualität nebst guter und präsenter Beratung gab es nur im Hause Karstadt Sport. Traurig , aber wahr!

Dennoch wäre es schade , ein solch traditionsreiches Haus soooo zu verlieren.

runningvalentino

10.06.2009
13:59
Blockierter Kommentar.
von gerd44031 | #7

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

10.06.2009
13:27
Was bleibt von Karstadt?
von hamicha | #6

Wahrscheinlich nur ein Name , der irgendwann aus der Kaufhausszene ( mit überhöhten Preisen ) verschwinden wird , siehe WERTHEIM & Co.

10.06.2009
13:15
Was bleibt von Karstadt?
von firefighter2008 | #5

Ich sehe das so, dass dem Management von Karstadt es völlig egal ist was mit den Mitarbeitern passiert.
Karstadt ist nicht erst seit gestern insolvent.
Die beachtliche Summe baut sich schließlich über Jahre auf und kommt nicht von heute auf morgen.
Dazu muß noch gesagt werden, dass die das Management und die Geschäftführung von Karstadt auch in den letzten Monaten überaus üppig mit Gehältern belohnt und das Geld quasi zum Fenster raus geworfen wurde.

Wie vielen Unternehmen will der Statt (also wir Steuerzahler) denn noch unter die Arme greifen???

Wenn der kleine Klempner, Elektriker oder sonst irgendein Selbstständiger von nebenan insolvent wird weil die Aufträge ausbleiben oder die Kunden nicht bezahlen weil die selber kei Geld haben, kümmert es die Regierung doch auch nicht!

Jetzt werden Millionen in Opel gepumpt und in 5 Jahren kommt das Aus, weil keiner Opel kauft. Die Steuerhilfen sind somit weg, kräht kein Hahn mehr nach.
Die Abwrackprämie hätten nur Autobesitzer mit gelber oder roter Plakette bekommen dürfen. Warum sollen Autos mit grüner Plakette abgewrackt werden???
Folgedessn haben die japanischen Kleinwagen das Geschäft des Lebens eingebracht. Opel hat davon jedenfalls nicht profitiert.

Mit Karstadt sieht es genauso aus. Der Statt verschwendet Steuergelder um den Kaufhaus eine Insolvenz zu ermöglichen, die Kaufkraft der Verbraucher wird auch in den nächsten Jahren nicht steigen, das Aus von Karstadt ist also vorprogrammiert.
Die Manager können sich von den Steuerhilfen nochmal die Taschen voll machen und ihren Lebensabend geniessen oder in die Politilk gehen um dort weiter abzusahnen.

Unterm Strich tut es mir leid für die Mitarbeiter, die bei Karstadt mit Sicherheit keinen angenehmen Job haben. Denn die sind es, die mal wieder auf der Strecke bleiben.

Manchmal wünsche ich in Deutschland schon solche Zustände wie in Frankreich, wenn richtig demonstriert wird.
Ich als kleiner Bürger wurde nicht gefragt, ob ich damals den €uro haben wollte.
Fakt ist, seit dem €uro ist alles teurer geworden, Insolvenzen laufen wie warme Semmeln beim Bäcker.

Ein Tip an Deutschlands Staatsoberhäupter:

Einfach mal nicht so viel Geld in andere Länder der EU pumpen, Reparationszahlungen für den zweiten Weltkrieg einstellen und Steuersünder die wirklich hohe Summen an dem Fiskus vorbei schleusen und erwischt werden, nicht war Herr Zumwinkel (als Beispiel) auch richtig dafür bestrafen.
Ob ein herr Zumwinkel eine oder acht Millionen € Steuern nachzahlen muss, ist dem doch völlig egal.
Warum ist der mit so wenig abgespeist worden?
Warum nehmen sich Politiker neben Ihren Diäten noch weiteres Geld vom Steuerzahler um sich Büros anmieten zu können?
Warum bekommt ein politiker nach einem Jahr im Amt, die gleiche Pension, wie ein Politiker, der sein Amt 20 Jahre mehr oder weniger gut verrichtet hat?
Warum sind Manager von insolventen Firmen immer die, die mit einem Lächeln nach Hause gehen?

Erst wenn diese Fragen geklärt sind, kann es in Deutschland besser werden! Aber ich glaube, das werde ich nicht mehr erleben.

Es wird Geld in Inegration gesteckt. Es gibt aber Menschen, die möchten garnicht integriert werden, sondern nur die Kohle in Deutschland kassieren. Warum dann in Deutschland lassen? Wieder ab zurück ins Heimatland!

Das hat nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun, sondern dient nur der Entlastung unseres Steuersäckels!
Andere Länder handeln genauso!

Wie man sieht, könnte ich seitensweise weiterschreiben. Aber ich machen jetzt einfach mal einen Punkt.
Und wie immer:
DIESER KOMMENTAR IST NUR MEINE MEINUNG !

10.06.2009
12:57
Was bleibt von Karstadt?
von 123 | #4

Warum Karstadt? Alles was ich da gekauft habe, bekomme ich im Internet bequemer: ohne rumgelatsche, ohne Verkäufersuche, ohne gedränge, ohne Parkplatzsuche in der Dortmunder Innenstadt (oder gedränge in der U-Bahn) - einfach Mausklick, und der gewünschte Artikel kommt! Meistens haben diese Geschäfte auch nicht das was ich suche - oder nur zu völig überhöhten Preisen: Beispiel Ladegerät für eine Digicam: Anstatt in fünf Läden mühsam zu suchen habe ich dieses bei Amazon für kleines Geld gekauft.

10.06.2009
11:04
Was bleibt von Karstadt?
von vittorio | #3

Dank der vorausschauenden Politik unserer weitsichtigen Kommunalpolitiker entstehen demnächst zusätzliche 30.000 qm Verkaufsfläche in der Innenstadt. Die überbordene Nachfrage kann also weiterhin gestillt werden.

10.06.2009
11:03
Was bleibt von Karstadt?
von Tommi70 | #2

He he, genau. War schon eine Kunst manchmal, einen Verkäufer zu finden. Oder einen, der sich dann nicht als für nicht zuständig in dieser Abteilung erklärte. Unfein auch die Abteilungen, die manchmal geschlossen ins Restaurant zur Mittagspause gehen. Oder die hochnäsigen Verkäuferinnen in der Parfümabteilung, die Kunden am liebsten ignorieren, die nicht mindestens genauso aufgedonnert aussehen wie sie selbst.

Also ich werde Karstadt keine Träne nachweinen.

10.06.2009
10:47
Was bleibt von Karstadt?
von grade | #1

Jetzt sind die Karstadt Mitarbeiter hilflos?
Vorher waren die Karstadt Kunden hilflos und dem Unwillen der Mitarbeiter ausgeliefert.

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