Essen

Warum der Dortmunder Tatort nicht bei allen gut ankam

Das Dortmunder Tatort-Team.
Das Dortmunder Tatort-Team.
Foto: Knut Vahlensieck
Was wir bereits wissen
Mit 8,37 Millionen Zuschauern hat der neue Tatort aus Dortmund eine ordentliche Quote erreicht. Das Urteil unserer Nutzer fällt allerdings durchwachsen aus. Gelobt wird die authentische Darstellung des Reviers. Mit den verschrobenen Ermittlern hat der eine oder andere allerdings seine Schwierigkeiten.

Essen. Die Premiere des Dortmunder "Tatort" in der ARD hat eine gute Quote erreicht. Bei dem ersten Fall des neuen Ruhrpott-Teams schalteten am Sonntagabend im Schnitt 8,73 Millionen Zuschauer ein. Das entsprach nach Senderangaben einem Marktanteil von 24,8 Prozent.

Die 36 Erstausstrahlungen des "Tatorts" 2011 kamen nach Senderangaben auf durchschnittlich 8,46 Millionen Zuschauer bei einem Marktanteil von 23,5 Prozent. Ganz vorne: Die Münsteraner "Tatort"-Ausgaben mit den Ermittlern Axel Prahl und Jan Josef Liefers rangieren regelmäßig über der Zehn-Millionen-Marke.

Gut 20 Jahre nach Schimanskis Abgang ist der "Tatort" nun also wieder ins Ruhrgebiet zurückgekehrt. Mit Jörg Hartmann, Anna Schudt, Aylin Tezel und Stefan Konarske gehen erstmals in der Geschichte der ältesten deutschen Fernsehkrimi-Reihe gleich vier Kommissare auf Verbrecherjagd.

WDR-Filmchef vom neuen Konzept überzeugt

Im ersten Fall bekam es das Team der Dortmunder Mordkommission mit einem neuen Chef Peter Faber (Hartmann) und dessen eigenwilligen Ermittlungsmethoden zu tun. Die Ermittler mussten den Mord an einem Studenten aufklären.

WDR-Fernsehfilmchef Gebhard Henke zeigte sich erfreut über den Publikumszuspruch. "Die Erfindung und Entwicklung des neuen 'Tatort' war für uns in den letzten beiden Jahren ein besonders intensives Projekt, das enorm viel Kreativität freigesetzt hat", sagte er. Der zweite "Tatort" aus Dortmund, "Mein Revier", läuft am 11. November um 20.15 Uhr im Ersten.

Vorab und von offizieller Seite gab's also viel Lob für das Dortmunder Tatort-Team. Unsere Nutzer allerdings waren nicht alle begeistert.

Die Stimmen zum Spiel:

Lob

knutknutsen sieht die Ausstrahlung positiv: „Für einen ersten Versuch gar nicht schlecht“

Ebenfalls begeistert ist auch Forwhomthetollbells: „Den Strukturwandel, den Dortmund in den letzten Jahrzehnten vollzogen hat, hat man mit den erlaubten Symbolen geschickt in die vorgegebenen 90 Minuten gegossen.“

„Mit dem Revierklischee von Zechen, Halden und Taubenvatter zu spielen, passt meiner Meinung nach einfach zu einem Ruhrpott-Tatort.“ stimmt auch danielbald zu.

Lamprecht sieht das ähnlich: „Die Entscheidung für diese Stadt ist gut, denn sie hat sich in den letzten Jahrzehnten prächtig entwickelt.“

Kritische Anmerkungen

Doch es gibt auch einige Zuschauer, die nicht von dem Dortmunder Tatort zu begeistern waren. Oftmals werden überzogene Klischees kritisiert.

Das bemängelt auch Eduard79, der feststellt: „Die Autoren sprechen sich erst für Authentizität aus und bezeichnen nur wenige Sätze später die Nordstadt als "Dunkeldortmund".“

So etwas kommt nicht gut an. Hugo60 bringt es dabei auf den Punkt: „Kein Klischee wurde ausgelassen.“

Doch das scheint nicht der einzige Kritikpunkt. So fällt auch BVB-Kinds Urteil vernichtend aus:„Hektische Kameraführung, schlechter Schnitt, dürftige Story bei der die eher durchschnittlichen Schauspieler von Anfang an keine Chance haben.“

Verriss

Erbärmlich findet silverstone die Ausstrahlung und empört sich: „Schämt euch!“

„Ein gestörter Kommissar“, urteilt AndyST: „Teils unrealistische Dialoge und genauso unrealistische Verhaltensweisen.“

Auf Hardisch wirkt der Tatort „wie ein Studentenfilm.“

„Ein Kommissar, der dringend psychiatrischer Hilfe bedarf, eine durchgeknallte Schwulenszene, eine mit dem Strukturwandel gescheiterte Familie eines Stahlbarons, Abbruchhäuser und ein grenzdebiler Opa mit Taubenzucht zur Klischeepflege,“ fasst Drunsonst zusammen: „Wahrlich eine "tolle" Werbung für das Ruhrgebiet“

Auch Hans100 weiß nicht welchen Film die Jubelnden gesehen haben: „Ich habe einen schlechten, nicht authentischen und mit Klischees überlasteten Langweiler gesehen.“

LebendeLegende sieht das ähnlich: „Schwache Story, schwach umgesetzt und ein extrem nervendes Detail: das Dortmunder U.“

r.neuert versteht auch nicht, wieso der Tatort eine Werbung für das Ruhrgebiet sein sollte: „Jedenfalls würde ich kein Bundesland besuchen wollen, wenn, wie im Film dargestellt, alle Menschen so drauf wären wie der Kommissar.“