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Vor 60 Jahren erste Rollkunstlauf-WM in der Westfalenhalle

04.10.2012 | 07:00 Uhr
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Weltmeisterschaft 1952 im Rollkunstlauf. Lotte Cadenbach aus Dortmund holte Gold in der Westfalenhalle.Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.   Bei der ersten Rollkunst-Weltmeisterschaft 1952 in der Westfalenhalle holte die Dortmunderin Lotte Cadenbach gleich Gold. Die heute 84-Jährige erinnert sich gerne an den Erfolg.

„Ich bin in Gedanken immer noch mit meiner westfälischen Heimatstadt verbunden. Obwohl ich seit Jahren in Ludwigsburg lebe, bin und bleibe ich doch ein Dortmunder Mädchen. Samstags lege ich mir meinen BVB-Schal um und drücke ganz fest die Daumen für meinen BVB , den ich besonders ins Herz geschlossen habe“.

Dieses schöne Bekenntnis zu Dortmund stammt ganz aktuell aus dem Munde der mittlerweile 84-jährigen Lotte Cadenbach-Ribeiro, die in diesen Tagen wohl noch intensiver gedanklich mit ihrer Heimat verbunden sein wird. Der Grund: Am 5. Oktober 1952 - also genau vor 60 Jahren - wurde sie in der Westfalenhalle Weltmeisterin im Rollkunstlauf.

Falks wurden Olympiasieger

1952 war insgesamt für den Dortmunder Sport ein großes Jahr: Ria Baran und Paul Falk vom Borsigplatz wurden bei den Winterspielen in Oslo Deutschlands Olympiasieger. Kurz danach, Anfang Februar, wurde die „neue“ Westfalenhalle von Bundespräsident Prof. Dr. Theodor Heuss feierlich eröffnet.

Und genau in dieser fanden vom 3. – 5. Oktober 1952 die ersten Weltmeisterschaften überhaupt in Dortmund statt. Für das jahrelang geächtete Deutschland war es gleichzeitig die erste in unserem Land ausgetragene WM nach dem 2. Weltkrieg.

„Grazie und Charme wetteifern in der Westfalenhalle“. Mit diesen Worten machte die Presse Appetit auf das sporthistorische Ereignis. Die Resonanz war enorm. Rollkunstlauf als „Mutter“ des Eiskunstlaufs genoss damals einen beachtlichen Stellenwert. Schon 1939 war die Westfalenhalle als WM-Stätte vorgesehen – der Kriegsbeginn Anfang September zerstörte alle Pläne.

Erste Weltmeister auf dem Westfalenhallenparkett wurden Freimut Stein aus Nürnberg sowie Sigrid Knake und Günter Koch aus Hannover im Paarlaufen.

Den absoluten Höhepunkt der Veranstaltung bildete am Schlusstag dann die Damenkonkurrenz. Lotte Cadenbach von Eintracht Dortmund, die amtierende Deutsche Meisterin, hatte sich mit 16 Konkurrentinnen aus Belgien, England, Frankreich, Italien, Spanien, der Schweiz und Deutschland auseinander zu setzen. Darunter auch Irma Fischlein, die Weltmeisterin von 1951.

Lotte Cadenbach war die perfekte Repräsentantin des „deutschen Stils“. Damit wurde das mühelose, elegante Laufen bezeichnet, bei dem die aneinander gereihten Figuren durch flüssige Übergänge miteinander verbunden wurden.

Vor 5000 begeisterten Besuchern präsentierte die Eintrachtlerin nach der morgendlichen Pflicht eine sehr sichere, mit sportlichen Schwierigkeiten gespickte Kür, die in Inhalt und Ausführung von den Punktrichtern exzellent bewertet wurde. Da blieb auch für Titelverteidigerin Irma Fischlein nur der ehrenvolle zweite Platz.

Direkt ein Welttitel bei der Premiere

Dortmund war überglücklich: Die erste in der Westfalenhalle ausgetragene Weltmeisterschaft überhaupt endete mit dem Welttitel für eine Dortmunder Teilnehmerin.

60 Jahre Westfalenhalle

Die Karriere Lotte Cadenbachs ist eindruckvoll. Sie wurde insgesamt sechs Mal Deutsche Meisterin, 1952 Weltmeisterin und 1954 Europameisterin. Da kann es nicht verwundern, dass an diese großartige Sportlerin auch das „Silberne Lorbeerblatt“ verliehen wurde.

Gerd Kolbe

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