Von Menschen und Riesen-Rindviechern
22.08.2011 | 18:12 Uhr 2011-08-22T18:12:46+0200
Haben Sie Probleme mit, na, Sie wissen schon: der Manneskraft? Beim Zoo-Spaziergang der CDU gestern lieferte Ilona Schappert, stellv. Zoodirektorin, Männern eine tierisch gute Ausrede. Kryptorchismus schließlich gibt’s nicht nur bei Kamelen...
Hodenhochstand hier, Wasserstandsmeldung dort: Die allerdings fiel bei Zoodirektor Dr. Frank Brandstätter kryptisch aus, was den zwischenzeitlich umstrittenen Bau der Veterinärstation betrifft. Fazit: keine Äußerung dazu von seiner Seite aus. Diese Information sparte er aus, stattdessen ging’s auf einen anderweitig informativen Rundkurs durch Dortmunds Zoo, vorbei an den neusten Baumaßnahmen.
Dass auch der Zoo am Wohl und Wehe und an Dortmunds Geldhahn hängt? – Das wurde besonders mit Blick auf das Gaur-Gehege deutlich: Mit dem Budget, so Brandstätter, war auch hier das Ausmaß des Auslaufs für die Riesen-Rinder geschrumpft, auf gerade mal ein Drittel der Fläche. Der Zaun – so konzipiert, dass er auch den Aufprall eines solchen ausgewachsenen Zwei-Tonners überstehen kann – könne aber jederzeit verlängert werden, schrieb Brandstätter der Politik ins Planbuch. Dann erst könnten der Berliner Junge und das Pariser Mädchen mit den weißen Socken in einer natürlichen Herde von sechs Tieren aufgehen.
Leoparden-Gehege, Voliere, ein zweiter Streichelzoo: Ohne finanzielle Unterstützung von Zoo- und Tierfreunden könnten solche Pläne nicht umgesetzt werden. Immerhin geht es um artgerechte Haltung von an die 1600 Tieren in 350 Arten, vom Flughund bis zum Menschenaffen.
Phoenix zum See
Eines der jüngsten Projekte zeigt durchaus, dass der Zoo in Dortmunder Dimensionen denkt. Brandstätter hat auf dem Gelände einen zweiten „See“ ausgebaggert. Hier soll künftig der Phoenix nicht aus der Asche steigen, aber durch das Wasser schreiten. Der ägyptische Benu-Vogel, ein Reiher, sei Grundlage der Phoenix-Legende und soll, passend zu Dortmunds großem Thema, zwischen Eulen und Stachelschwein angesiedelt werden.
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In Dortmunder Dimensionen denken heißt hier mal wieder Verar...ung. Gelder für notwendige Investitionen werden also umgelenkt für die alberne Präsentation stinknormaler Bachstelzen oder Reiher in einem für Dortmund typischen Aufschneider-Ambiente mit Teich.
Schade, dass Frau Schröder hier nicht nachgefragt hat, ob ein Phoenix wohl nicht ganz zufällig ein Symbol für die Verbrennung von Ressourcen inklusive gnädiger Amnesie ist.