Von Bahn mitgeschleift – Mann stirbt eine Woche nach Unfall

Erst nach zehn Minuten bemerkten Fahrgäste das Unglück und zogen die Notbremse.
Erst nach zehn Minuten bemerkten Fahrgäste das Unglück und zogen die Notbremse.
Foto: Helmut Kaczmarek
Eine Woche nach dem schweren U-Bahn-Unfall in Dortmund ist der Verunglückte seinen Verletzungen erlegen. Die Bahn hatte ihm beide Beine abgerissen.

Dortmund.. Der junge Dortmunder (20), der am vergangenen Samstag von einer Bahn mitgeschleift worden war, ist im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen gestorben. Das teilte die Polizei am Montagmittag mit. Die Bahn hatte ihm beide Beine und einen Arm abgerissen.

Bahn schleifte Dortmunder zehn Minuten lang mit

Es waren dramatische Szenen: Der junge Mann geriet zwischen zwei Stadtbahn-Waggons und wurde mitgerissen. Die Bahn schleifte ihn mehr als drei Kilometer weit mit.

Erst nach sechs Stationen hörte ein Kioskbesitzer die leisen Hilferufe und alarmierte die Passagiere. Sie zogen auf der Kaiserstraße die Notbremse. Die Fahrt dauerte endlose zehn Minuten.

Laut Zeugen hatte der junge Mann an der Haltestelle am Knappschaftskrankenhaus in Brackel die Bahn noch erwischen wollen. Dafür sprang er wohl über die Verbindung zwischen den Wagen, um auf die "richtige" Seite des Bahnsteigs zu kommen – in diesem Moment fuhr die Bahn an.

Ein Freund hatte die schreckliche Szene beobachtet. Er erlitt einen Schock und wurde von Passanten am Bahnsteig betreut. Sie hatten nichts von dem Unfall mitbekommen.

Die Polizei setzt die Ermittlungen zum Unglück fort. Gegen den Fahrer der Stadtbahn wird allerdings nicht ermittelt – das stand schon kurz nach dem Unfall fest.

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