Von aufmerksamen Nachbarn aus brennendem Haus gerettet
26.12.2008 | 21:30 Uhr 2008-12-26T21:30:10+0100Als es um 23.45 Uhr Sturm klingelt, ist Hans-Peter Schulz empört. Klingelmännchen an Weihnachten - unmöglich. Er stürmt aus dem Ehebett, in dem auch die beiden drei und sieben Jahre alten Söhne schlafen. Er will den Störenfrieden mal Bescheid sagen. ...
... Doch als er die Schlafzimmertür öffnet und ihm Qualm den Atem nimmt, weiß er: Das hier ist kein Scherz, hier geht´s ums Überleben. Das Haus steht in Flammen. "Hätten unsere Nachbarn nicht geklingelt, lägen wir noch im Bett", sagt Nancy Schulz und spricht nicht aus, dass sie und ihre Familie dann tot wären. Die 34-Jährige schildert, was weiter passierte. "Wir haben uns angezogen, haben unseren Hund genommen und sind raus." Um dann mitzuerleben, wie alles niederbrannte und die Feuerwehr den Kampf mit den Flammen aufnahm. "Am Ende durfte ich nochmal rein, um ein paar Kleidungsstücke für meine Kinder mitzunehmen." Und zwei Fotoalben und einen Versicherungsordner. Ob sich noch was retten lässt, Bücher, Papiere, Fotos von der erst im Sommer verstorbenen Mutter, weiß derzeit niemand.
Am Morgen danach, am 2. Weihnachtstag, ist Familie Schulz zum Heulen zumute. Die Wohnung ist weg, die Einrichtung verbrannt und die Kinder geschockt. "Wir waren versichert. Wir haben überlebt", sagt Nancy Schulz. Sie bedankt sich bei den vielen Syburgern, die Kleidung spendeten und ihre Hilfe angeboten haben. Bis Silvester ist die Familie samt Gismo, dem sechs Monate alten Berner Sennenhund, im Landhaus Syburg untergebracht. "Dann müssen wir raus. Wir suchen dringend eine neue Wohnung". Am besten im Süden. Denn Florian (7) besucht die Grundschule in Wichlinghofen, Florian (3) den Kindergarten in Wellinghofen und Hans-Peter Schulz arbeitet in Holzen.
Im Moment scheint vor allem Nancy Schulz vom Pech verfolgt zu sein. Vor gerade mal vier Tagen wurde ihr Auto vorm Kindergarten aufgebrochen. Papiere und eine Fernbedienung wurden gestohlen. Mit der Fernbedienung steuert sie ein Implantat, das sie seit ihrer Krebserkrankung tragen muss. "Im Moment ist alles furchtbar", sagt die Mutter und Ehefrau, die dieses Weihnachtsfest am liebsten ungeschehen machen möchte.
0mitdiskutieren