Volle Rückendeckung für OB-Kandidat Sierau
01.12.2008 | 14:31 Uhr 2008-12-01T14:31:00+0100
Dortmund. Die SPD stärkt ihren neuen Hoffnungsträger mit einem Traumergebnis: Mit 97,4 Prozent kürten die Genossen auf dem Parteitag am Samstag Stadtdirektor Ullrich Sierau zum Oberbürgermeister-Kandidaten für die Wahl im Juni 2009.
Bei nur drei Gegenstimmen und vier Enthaltungen heißt das: volle Rückendeckung für den 52-Jährigen, der schon aus dem innerparteilichen Duell mit Kulturdezernent Jörg Stüdemann als klarer Favorit hervorgegangen war.
Gut eine Dreiviertelstunde lang hat Ullrich Sierau geredet, bevor ihn 258 der 265 anwesenden Delegierten mit ihrem Kreuzchen auf dem Stimmzettel endgültig zum OB-Kandidaten machen (auf der Vertreterversammlung am Sonntag ist Sierau mit einem ähnlich überragenden Ergebnis dann nominell gewählt worden). In den Schlussapplaus (90 Sekunden) mischt sich, wonach sich viele Sozialdemokraten in den letzten Monaten gesehnt haben dürften: Erleichterung. Denn mit dem Wahlergebnis haben die Genossen zumindest vorerst einen Schlusspunkt hinter die monatelange Zerreißprobe um die OB-Kandidatenfrage gesetzt. Das Gerangel um die Macht im Rathaus - personifiziert in der Gestalt Gerhard Langemeyers - hatte die erfolgsverwöhnte SPD an den Rand des Infarkts ihrer Herzkammer gebracht.
Doch seit Samstag lautet die Devise der Dortmunder Sozialdemokratie: „Ulli wählen”. Der Strategie folgend, wonach man Spontanität auch organisieren können muss, stürmen hinter Ullrich Sierau urplötzlich Scharen von Jungsozialisten die Bühne und fuchteln mit rote Plakatkarton herum, auf dem der alten Willy-Brandt-Slogan „Willy wählen” frei-dortmunderisch interpretiert steht.
Sierau streichelt die Parteiseele
Sierau, der sonst eher distanziert wirkende Infrastrukturdezernent, streichelt 45 Minuten lang die Parteiseele, plaudert aus dem Nähkästchen einer langen Politkarriere, gibt sich bisweilen kumpelhaft. Den Goldsaal der Westfalenhalle als Tagungsort nennt er sinnbildlich: eine „goldene Bescherung für Dortmund, dass wir uns hier wieder zusammengfunden haben.” Dann zählt er sämtliche SPD-Oberbürgermeister der Nachkriegszeit auf, verweilt sehr lange bei Günter Samtlebe - „ein OB, der von den Menschen geachtet wurde” - und reicht schließlich dem heftig umstrittenen Amtsinhaber symbolisch die Hand: „Dortmund als Musterbeispiel für den Strukturwandel und als soziale Stadt - das wäre ohne Gerhard Langemeyer nicht möglich gewesen.” Der Balsam verfehlt seine Wirkung nicht: Die Delegierten spenden mehr als nur artigen Beifall und der ein wenig Rehabilitierte wischt sich Träne weg.
Sierau lässt allerdings keinen Zweifel aufkommen, dass er für einen anderen Politikstil stehe: Er spricht sich für eine Kultur des Miteinanders auch in der Verwaltung aus und ruft unter dem Jubel der Delegierten: „Ich will so handeln, dass ihr euch darin wiederfindet und sagen könnt: Wir sind OB!”
19:03
Mann soll den Abend nicht vor dem Morgen loben.
So wie man die SPD in Dortmund kennt wird es nach der Wahl keine 3 Wochen dauern bis Drabig denn einen Tritt in die Exxxr verpaßt.
Dortmunder Spezialdemokraten eben.
12:03
Danke für die Belehrung, Mr. vaikl. Sachliche Kommentare zu Artikeln fänd ich besser, als persönliche Angriffe, die Sie offensichtlich gerne posten.
03:18
Lieber Horst Wenzel, das Mehrfach-Posten von inhaltsgleichen Kommentaren unter unterschiedlichen Artikeln ist eigentlich kein Zeichen von persönlicher Überzeugung, sondern von Ideenlosigkeit und daraus resultierendem Wahlkampfgetöse.
PS: Wenn das die Arbeit einer Bezirks-Schülervertretung repräsentieren soll, dann ist das weder cool noch einfallsreich, sondern schnarchlahmes Copy/Paste-Gehabe.
00:21
Die SPD in Dortmund hat hier den richtigen Mann aufgestellt. Sierau überzeugt durch sein Handeln und kann schon als Stadtdirektor eine ganze Menge Erfolge vorweisen.
Ich hoffe nur, dass sich die Grünen nicht von den Konservativen mit wahnwitzigen Versprechungen ködern lassen.
Auch für die Jusos freue ich mich, dass sie jetzt einen Listenplatz haben, der mit dem ehem. Dortmunder Juso-Vorsitzenden Kai Neuschäfer bestens besetzt ist.
Der Spruch Ulli wählen! erinnert stark an den Willy-Brandt Wahlkampf und passt dementsprechend auch gut zu der Gemeinschaftsstimmung, die der Spitzenkandidat in der Bevölkerung vermittelt.