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„Vollbedienung“ für Musikliebhaber beim Westend-Festival im FZW Dortmund

05.11.2012 | 15:28 Uhr
„Vollbedienung“ für Musikliebhaber beim Westend-Festival im FZW Dortmund
Biffy Clyro legten beim Westend-Festival von Visions im FZW Dortmund am Samstag einen starken Auftritt hin.Foto: Roland Gorecki

Dortmund.   Vier Tage praller Gitarrensound: 4400 Zuschauer beim Westend-Festival im Dortmunder FZW sorgten für zufriedene Veranstalter. Das Musikmagazin Visions freute sich vor allem über Biffy Clyro, Danko Jones, Turbonegro und das deutsch-rockige Finale mit Kettcar.

Nein, Ostfriesenwitze gab es am Sonntagabend keine. Dabei erwies sich der Ausklang des viertägigen Westend-Festivals vom Dortmunder Visions-Musikmagazin als norddeutscher Abend. Kettcar und Torpus & The Art Directors aus Hamburg sowie Turbostaat aus Flensburg rundeten vorerst das traditionelle Gitarren-Spektakel im FZW ab, das an diesem Mittwoch mit den Grunge-Ikonen von Soundgarden in die Verlängerung geht.

„Organisatorisch lief es wie aus einem Guss“, bilanzierte Veranstalter und Visions-Herausgeber Michael Lohrmann, „auch die Rückmeldung der allesamt zufriedenen Bands und die Zugriffszahlen der Live-Auftritte im Internet zeigen uns, dass die Zuschauer bei uns musikalisch eine Vollbedienung erhalten haben.“ Knapp 4400 Besucher kamen am langen Wochenende, die Karten für den Freitag mit den Westend-Wiederholungstätern Danko Jones und Samstag mit dem Höhepunkt Biffy Clyro waren frühzeitig vergriffen. „Vielleicht müssen wir von unserem Anspruch weg, dass wir unser Festival in einer Stadt wie Dortmund vier Tage lang ausverkaufen können“, sagte Lohrmann, nachdem der Auftakt (1000) und der deutsch-rockige Abschluss 600 Musik-Liebhaber angelockt hatten.

Für den bislang eher mittelmäßigen Vorverkauf des exklusiven Soundgarden-Auftritts hat Lohrmann ebenfalls eine Erklärung: die Kartenpreise von 45 bis 50 Euro. „Das Management wollte dafür gar 60 Euro haben, da konnten wir noch was nachverhandeln, zumal unser Westend-Tagespreis gerade mal bei der Hälfte liegt.“

Das Preis-Leistungsverhältnis empfanden viele Besucher angesichts der Vielfalt auch in der diesjährigen Ausgabe als fair. Speziell Biffy Clyro (Lohrmann: „Die werden mit ihrem um die Jahresende erscheinenden Album für große Festival-Bühnen 2013 gebucht“) und der Alkohol-lastige, zugleich aber friedliche Feier-Freitag mit einem starken Turbonegro-Auftritt kamen gut an. „Dabei hat sich der vergrippte Danke Jones etwa eine Stunde vor dem Auftritt noch beim Inhalieren das halbe Gesicht verbrannt“, berichtete der Veranstalter.

Rockiges von Kettcar und Turbostaat

Im Vergleich zu dem euphorischen Mittelteil fiel der Sonntag dann in Sachen Stimmung etwas ab. Bei dem laut Lohrmann „fluffigen Ausklang“ lieferte aber speziell Turbostaat einen ehrlichen Auftritt ab. „Es ist nur Punkrock und tut nicht weh“, gaben die freundlich-aggressiven Flensburger ihr angenehmes Motto bekannt. Handwerklich ausgereifter und inhaltlich fundierter, legte Kettcar dann noch nach. Immer wenn der Keyboarder piano machte und die Gitarren mehr Raum bekamen, konnte Sänger und Frontmann Marcus Wiebusch die Menge zum Mitmachen mobilisieren. Ein paar Spitzen gegen den Tatort-Wahn, viele Geschichten aus dem Alltag und einige „Powerballaden“ sorgten für kulturelle Kurzweil im Publikum. Passend zum norddeutschen Abend endete der Auftritt mit dem ersten Kettcar-Hit von 2003, „Landungsbrücken raus“.

Raus mit dem genauen Oktober- oder November-Termin für das Westend-Festival 2013 konnte Lohrmann noch nicht, an dem mittlerweile bewährten Konzept will er aber festhalten: „Wir sind musikalisch breit aufgestellt, daher wird es auch im nächsten Jahr eine große Bandbreite wie auch weiterhin Einzeltickets geben.“

Steffen Gerber


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