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Vision vom „Fahrrad-Highway“

08.02.2011 | 16:17 Uhr
Vision vom „Fahrrad-Highway“
Ein Fahrradfahrer von den Houses of Parliament in London.

Dortmund.Der Radverkehr lässt sich nicht mehr aufhalten. Beflügelt durch neue, flotte und auch Akku-unterstützte Fahrräder setzen immer mehr Verkehrsteilnehmer auf zwei Räder. Die Stadt Dortmund erwägt jetzt, einen sogenannten „Fahrrad-Highway“ in Ost-West-Richtung anzulegen.

Der ADAC ist der Automobilclub. Dass der ADAC nun eine große Tagung zum Thema Radverkehr im Stadtwerkesaal durchführte, zeigt die wachsende Bedeutung des Themas. „Wir hatten mit 80 Teilnehmern gerechnet. Über 300 sind gekommen“, berichtet ADAC-Sprecher Dr. Peter Meintz. Bei dieser Tagung ging es darum, welche Lösungen die Stadtplanung für eine stärkere Verlagerung des Verkehrs auf das umweltfreundliche Verkehrsmittel vorhalten muss.

Mehr Unfälle

„Mit zunehmendem Radverkehr steigt auch die Zahl der Unfälle - entgegen den allgemeinen Trend“, erläutert der Vorsitzende des ADAC Westfalen, Klaus-Peter Reimer. Nicht zuletzt aus diesem Grund fordert der ADAC geeignete Radwege. Wobei die der Autofahrerclub das Bundesurteil kennt: Radfahrer dürfen als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer die Straße benutzen.

Die ADAC-Tagung wagte einen Blick in die Zukunft: Wenn in zehn Jahren morgens tausende Radler - unterstützt durch Elektromotoren - in die City pendeln, müssen die Weichen entsprechend gestellt werden. Eine Idee, die das Stadtplanungsamt beschäftigt: den zwei- und den vierrädrigen Verkehr zu trennen. Eine Lösung könnte ein so genannter „Fahrrad-Highway“ sein.

Kreuzungsfrei und abgetrennt

Essens OB Reinhard Paß bei einer Radwanderung auf der alten Trasse der Rheinischen Bahn. Foto: Kerstin Kokoska/WAZ FotoPool

So eine Schnellverbindung würde den Radverkehr kreuzungsfrei und abgetrennt vom Autoverkehr durch die Stadt führen. In Dortmund laufen entsprechende Planungen unter dem Schlagwort „Fahrrad B1“, da zunächst der Verkehr in Ost-West-Richtung angegangen werden soll. Allerdings würde der Bau einer solchen Route zahlreiche Baumaßnahmen mit sich führen. Die einfachste Lösung wäre es, von bestehenden Straßen eine Fahrspur abzuknapsen und für den zweirädrigen Verkehr zu reservieren. Eine Idee, die Winfried Sagolla vom Planungsamt gar nicht behagt: „Da käme ein Proteststurm auf uns zu“.

Vorbilder im Ausland haben gezeigt, dass Pendler durchaus bereit sind, aufs Fahrrad umzusteigen – wenngleich die Zahlen mit Vorsicht zu genießen sind. Von London etwa heißt es, dass seit der Einführung spezieller Fahrradspuren in der City der Radverkehr um 70 Prozent gestiegen sei. Sagolla relativiert: „Der Radverkehr in London ist von zwei auf dreieinhalb Prozent gestiegen“.

Alte Bahntrasse

Sagolla, ein Befürworter des Fahrrad-Highways bevorzugt eine eigene Streckenführung. Schon jetzt verbindet ein ähnlicher Radweg die Unis in Essen und Duisburg miteinander. Die Strecke folgt der alten Trasse der Rheinischen Bahn, die von der Bahn nicht mehr genutzt wird. Das Problem: „In Bochum und Dortmund dient diese Trasse als ICE-Strecke“, erklärt Sagolla. Und einen Dortmunder Alleingang hält der Stadtplaner für unwahrscheinlich. Daher wird es wohl noch Jahre dauern, bis Dortmund seine Schnellstraße für Pedalisten bekommt.

Denn die Voraussetzungen, die ein derartiger Highway erfüllen muss, sind nicht gering.

  • Er muss breiter sein als herkömmlicher Fahrradweg, also mehr als 2,50 Meter.
  • Er sollte geradlinig sein.
  • Er sollte über einen glatten Belag verfügen.
  • Er sollte die Fahrräder unabhängig vom Straßenverkehr führen.
  • Er sollte möglichst nahe der Innenstadt liegen

Das klingt wie die Quadratur des Kreises. Darum stecken die Planungen im dicht besiedelten Dortmund auch noch in den Kinderschuhen. „Es gibt noch keinerlei Beschlusslage“, stellt Sagolla daher klar. Zunächst müsse die Verwaltung das Projekt offiziell angehen. Doch Sagolla ist optimistisch: „Da finden wir was“.

Gerald Nill und Stefan Reinke

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Kommentare
27.05.2011
15:38
Vision vom „Fahrrad-Highway“
von Nobby.Brinks | #6

Auf Visionen des Ruhrpotts kann verzichtet werden.

Der Fahrrad-Highway unter dem Schlagwort „Fahrrad B1“, das sind die wirren Pläne einiger Fantasten aus dem Ruhrgebiet.

Welcher Pendler aus Alpen, aus Xanten möchte über Duisburg kreuzungsfrei mit den Rad zur Arbeit nach Dortmund fahren, und Abends nach Hause Strampeln? .

Niemand!.

Wie lang sollen die Armen Pendler den Strampeln?

Eine S-Bahn über die Rheinische Bahn wäre dagegen viel Nützlicher für aller Anwohner des RVR-Gebiets.

27.05.2011
13:45
Vision vom „Fahrrad-Highway“
von heinz-wilhelm | #5

Ich staune immer wieder, auf welche Ideen die Leute kommen. Wer wird denn bei Wind und Wetter von Dortmund nach Essen zur Arbeit fahren? Mein Vorschlag: Neben dem Radweg nach einen Reitweg für unsere passionierten Reiter. Müssten die Firmen nur noch Einstellmöglichkeiten für die Pferde schaffen.

09.02.2011
09:44
Vision vom „Fahrrad-Highway“
von truckerchen | #4

Soll natürlich heißen: um die es hier geht.
Achja und Ratschläge sind bestimmt auch von den Kollegen der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte, deren Mitglied Dortmund bekanntlich ist, einzuholen.

09.02.2011
09:41
Vision vom „Fahrrad-Highway“
von truckerchen | #3

Nichts für ungut, aber der ADAC ist nur im Spiel, weil er die Autofahrer vertritt und deren Mehrheit uns Radfahrer von der Straße verbannen will.

Ich gebe Moeppkenbrot vollkommen Recht, wenn er verlangt, erst einmal das bestehende Radnetz aufzuwerten. Schlecht ist es im Grunde wirklich nicht, es gibt aber viele Details zu verbessern. Was das genau ist, weiß der ADFC bestimmt besser zu berichten, denn dieser besteht aus den Radfahrern, und die es hier geht.

09.02.2011
08:53
Vision vom „Fahrrad-Highway“
von Moeppkenbrot | #2

Wie Radfahrer auf breite Radwege reagieren habe ich 2010 auf der gesperrten A 40 selbst erfahren.
Liebe Fantasten in der Stadtplanung.Das Radwegenetz in DO ist ganz gut,MANN muß sich nur drum kümmern.
Es hilft wenig sich den Stadtplan am PC mit der 3-D brille anzusehen.
Dortmund besitzt doch sicher ein Stadtrad(Dienstrad für Städttische Mittarbeiter)mit dem sich der geneigte Stadplaner selbst ein Bild vom zustand der Radwege,mit eigener Muskelkraft,erfahren kann.
Aber vorsichtig,das Wintergranulat liegt immer noch auf vielen Wegen.

09.02.2011
08:00
Vision vom „Fahrrad-Highway“
von Elfentraum | #1

Schafft die U-Bahn ab und verlegt den Radweg unter die Erde ;-)

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