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Rundgang in Dortmunds U
27.01.2010 | 19:53 Uhr 2010-01-27T19:53:00+0100Rundgang mit dem leitenden Architekten Prof. Gerber über die Baustelle Dortmunder U.
Eiskalt war es beim Rundgang mit dem Chef-Architekten über die Baustelle U-Turm, doch wenn Prof. Eckhard Gerber über das Wahrzeichen Dortmunds spricht, wird ihm warm ums Herz. Etwa wenn er an die Räumlichkeiten für das Ostwall-Museum im Mitteltrakt des siebenstöckigen Gebäudes denkt: Dort entstehe "ein Haus im Haus", eine Treppe verbindet dafür die Stockwerke, sodass Museumsbesucher einen Rundweg abgehen können.
Das ist nur ein Beispiel von vielen Faszinationen, die das U bald (Teileröffnung im Mai, große Einweihung im Oktober 2010) bereithalten wird. Bezüglich der ohnehin schon verspäteten Eröffnung sieht Dortmunds renommiertester Gebäudeplaner bei einer der schwierigsten Baustellen seines langen Architektenlebens "ein gut funktionierendes Team, so dass wir die nun anvisierte Eröffnung schaffen können". Dafür seien auch Überstunden etwas ganz Normales, zumal "wir alle Freude an unserer Arbeit haben".
Verantwortung bewusst
Er und seine Mannschaft wüssten auch um die Verantwortung für dieses Projekt und die Bedeutung für die Stadt. Die entstehenden Mehrkosten - vier Millionen Euro - seien nicht allzu tragisch, da im Gesamtbudget ein Puffer eingeplant worden sei. "Und da bewegen wir uns noch im Rahmen und hoffen, dass wir das auch bis zum Schluss in diesem Rahmen abwickeln", meint Eckhard Gerber.
Dortmunds renommiertester Architekt Prof. Eckhard Gerber (Jahrgang 1938) erstellte den Entwurf für den Umbau des Dortmunder U-Turms. Sein Büro erhielt bei der Ausschreibung 2006 den Zuschlag.
Der Thüringer zog Ende der 70-er Jahre ins Ruhrgebiet, da ihn die Region noch heute mehr reizt als viele andere. Die Prince Sultan Universität in Saudi-Arabien, das ägyptische Museum in Kairo, die Messe Saigon, aber auch die Stadthalle Hagen, die Zentraldeponie Emscherbruch und das Architektur-Atelier Tönnishof in Oespel-Kley, in dem er sich selbst mit seinem Team das Büro eingerichtet hat, gehören zu seinen Werken.
2008 erhielt Gerber als Auszeichnung den City-Ring in Dortmund, wo er schon das Harenberg City-Center und den RWE-Tower geplant hat. Neben dem Umbau des U-Turmes der Union-Brauerei ist aktuell der Entwurf der Bibliothek Riats in Saudi-Arabien Gerbers wichtigstes Projekt.
Zudem relativierte er die Feuchtigkeitsprobleme in den mittleren Etagen, in die das Ostwall-Museum einzihen wird. "Wenn dort wertvolle Kunstgegenstände ausgestellt werden sollen, dann dauert es einfach seine Zeit, bis die Wände ausgedunstet und trocken sind", so Gerber, der die Feuchtigkeit auf normale Baumaßnahmen zurückführt. Auch die kolportierten Irritationen mit Licht- und Filmkünstler Adolf Winkelmann seien zwischen den Beiden längst ausgeräumt. "Wir haben über die Außenfassade diskutiert. Und da das Denkmal durch Winkelmanns witzige, interessante und besondere Ideen nicht beeinträchtigt wird, ist das so in Ordnung", resümiert Gerber.
Wertschätzung der Kunst erhofft
Insgesamt hofft Dortmunds berühmtester Architekt, der u.a. in der Nachbarschaft zum U-Turm schon das Harenberg City-Center (HCC) und den RWE-Tower entworfen hat, auf mehr Wertschätzung der Kunst im Allgemeinen. "Die Kreativität in unserer Gesellschaft ist nicht die Sahne auf dem Kuchen, sondern die Hefe", meint Prof. Eckhard Gerber, der die Architektur als Teil der Kreativwirtschaft sieht. Und der neu gestaltete U-Turm sei - weit über das Kulturhauptstadtjahr 2010 hinaus - ein "Zeichen für die Zukunft".
Zur Erinnerung hier grob der künftige Aufbau des siebenstöckigen Gebäudes, in dem jede Etage des 77 Meter hohen Turmes etwa 1000 Quadratmeter und insgesamt 80.000 Quadratmeter Platz bietet: Im Erdgeschoss wird sich mit bildlicher Unterstützung von Filmkünstler Adolf Winkelmann Gastronomie ansiedeln, darüber befindet sich die Hochschuletage, es folgt die Etage für kulturelle Bildung. Im Mitteltrakt siedelt sich das Ostwall-Museum an, ehe oben unter der Kathedrale das Zentrum für Kunst und Kreativivität entsteht mit einer 200 Quadratmeter großen Dachterrasse mit schönem Rundblick.
Die neue "Vertikale"
Mit der neuen »Vertikalen«, einem über alle Geschosse geöffneten Erschließungsraum, zeigt sich das Bauvolumen des Gebäudes zudem in seiner ganzen Größe auch im Innenraum. Rolltreppen führen vom Foyer im Erdgeschoss vorbei an allen Ausstellungsebenen bis hinauf in den Kathedralenraum direkt unter dem leuchtenden U.
Die "Vertikale" soll und wird an das Centre Pompidou in Paris erinnern. "Das wird das kleine Pompidou werden", verspricht Prof. Gerber, der DerWesten-Redakteur Steffen Gerber (nicht verwandt oder verschwägert) auf einen Rundgang mitnahm. Man könne die Rolltreppen hochfahren zur Terrasse, dort einen Kaffee trinken mit wunderbarem Blick über Dortmund, ehe man ohne Weiteres wieder herunterfährt. Und beim Rolltreppen-Fahren begleiten die fliegenden Bilder Winkelmanns die Besucher.
19:39
Ich war bisher noch nicht da aber wenn es fertig ist bin ich gespannt ob alles so toll geworden ist wie alle im Vorfeld behauptet haben ! ;-)