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Röhrende Menschen
05.02.2010 | 19:07 Uhr 2010-02-05T19:07:00+0100Deutsche Meisterschaft im Hirschrufen - wie klingt das eigentlich? Ein Video von der Messe "Jagd und Hund".
Klappern gehört zum Handwerk. Heißt es so beiläufig. In diesem Fall braucht's zum Jahrhunderte alten Hand- das Mundwerk: Wenn Deutschlands passionierte Jäger ihren „Platzhirsch” ausrufen. In Dortmunds Westfalenhalle wurde der deutsche Meister im Hirschrufen gesucht.
Sieben lodengewandete Herren
Die sieben Herren tragen Loden statt Decke: Mit viel Gefühl knörzen, brummen, trenzen sie in Ochsenhorn und Faulhaber – Hilfsmittel, um das Röhren des Rotwildes nachahmen zu können. Brunftiges Gebölk schallt durch die Messehalle 4 - die Jury ist ganz Ohr. Das Publikum ist eher erheitert: Für Laien ist die 12. Deutsche Meisterschaft der Hirschrufer auf der Jagd & Hund nicht mehr als dahingerülpster Klamauk.
Wer nie erlebt hat, wie die Lock- und Rufjagd funktioniert, draußen, in freier Wildbahn, wird die Orgelei am Mikro nicht zu würdigen wissen. Wenn da, in Kanadas Wildnis zum Beispiel, der erfahrene Trapper aus Birkenrinde eine Tröte rollt und ihr die ersten schauerlichen Geräusche entlockt, lacht der Camper noch: Dass sich das maximal anhöre wie das Gequake eines verliebten Ochsenfrosches. Ha – und das soll einen Elch anlocken! Minuten später trabt ein eben solcher vom anderen Ende des Tals durch den Fluss auf die vermeintlich rufende Elchkuh zu – sehr majestätisch, sehr paarungswillig und sehr, sehr groß...
Suchende Alte und meldende Junge
Die Hirschrufer haben andere Aufgaben: Sie imitieren den suchenden alten Hirsch, ahmen einen jungen Hirschen nach und liefern sich ein Rufduell am Brunftplatz. So würden sie in der Brunftzeit, im September, Anfang Oktober, den „Nebenbuhler” aus dem Gebüsch locken, um ihm eins auf die Hörner – Verzeihung: aufs Geweih zu geben. Hier buhlen die Männer um den Meistertitel und so praktische Preise wie ein Nachtglas von Swarovski. Die besten drei messen sich obendrein im europaweiten Geknörze. Dazu fahren im Mai nach Polen: Jens Sander aus Roetgen (1. Platz), Immo Ortlepp aus Wedemark (2. Platz) und Andreas Töpfer aus Hannoversch Münden.
Am Sonntag geht die Jagd & Hund 2010 zu Ende.
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